MUSIK: «Zuerst bin ich voll ‹döregheit›»

Mimiks startet mit seinem Debütalbum direkt auf Platz 1 der Schweizer Charts. Das ist für den Luzerner aber noch lange kein Grund, sein Leben auf den Kopf zu stellen. Ein Interview mit dem Luzerner Chartstürmer.

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Der Luzerner Rapper Mimiks landet mit seinem Debütalbum direkt auf Platz 1 der Schweizer Charts. (Bild: pd)

Der Luzerner Rapper Mimiks landet mit seinem Debütalbum direkt auf Platz 1 der Schweizer Charts. (Bild: pd)

Angel Egli (22) alias Mimiks rappt viel vom «King» und «Nommer 1» sein. Letzteres hat er jetzt geschafft: Er steht an der Spitze der Albumcharts und lässt arrivierte Grössen wie Gotthard und Helene Fischer hinter sich. Das ist gleich mehrfach bemerkenswert. Erstens ist «VodkaZombieRamboGang» alles andere als eine mainstreamtaugliche Platte – der Rap und die Beats dürften vielen Ohren (vermeintlich) zu hart sein. Zweitens ist es mehr als eine Seltenheit, dass ein Künstler aus der Zentralschweiz derart hoch chartet.

Angel Egli, herzliche Gratulation zum Nummer Eins Album. Wussten Sie schon davon?

Angel Egli: Ja, ich habs am Montagabend erfahren, aber darf halt im Moment eigentlich noch nichts sagen.

Schon mal richtig vorgefeiert?

Egli: Nein. Zuerst bin ich natürlich voll «döregheit». Dann habe ich meinen Mitbewohner geweckt, der auch auf dem Album mitmacht und wir haben noch eine Stunde gequatscht, wie geil das alles ist. Dann versucht zu pennen – aber das wollte überhaupt nicht klappen. Zum Glück habe ich gerade Ferien.

Aber keinen Vodka geöffnet? Immerhin heisst das Album «VodkaZombieRamboGang»?

Egli: Nein, aber das holen wir dann am Wochenende sicher nach. Dann gibt es eine grosse Party für alle, die geholfen haben, das möglich zu machen.

In den Download-Charts war das Album lange vorne. Jetzt auch in den regulären Charts. Trotzdem überrascht?

Egli:Ich habe schon gehofft, dass es klappt. Aber wenn man diesen Wunsch laut formuliert, ist die Gefahr natürlich auch viel grösser tief zu fallen. Mit den Top drei habe ich gerechnet, aber dass es grad die Nummer Eins wird, dass überrascht mich doch.

Schon von SRF3 für den Sonntag eingeladen worden?

Egli:Wieso? Was ist dann?

Dann werden die Charts jeweils ausgestrahlt.

Egli:Ah, okay – die haben immer noch eine Chartshow. Das wusste ich gar nicht. Dann müssen wir wohl dahin. Aber wer weiss, vielleicht boykottieren die uns ja. Ach nein, das ist ja gerade das Geile an der Nummer 1: Jetzt können die das gar nicht mehr.

Sie haben kürzlich eine Lehre als Koch angefangen. Brechen Sie diese nach dem hohem Charteinstieg gleich wieder ab?

Egli: Ich bin ganz glücklich mit meinem Job und habe nicht vor dies gleich wieder aufzugeben – auch wegen einem Nummer 1-Album nicht. Man muss ja realistisch bleiben: So viel Geld verdient man auch bei einem solchem Charteinstieg nicht.

Aber für ein gutes Essen reicht es?

Egli:Ja. Und für ein paar Flaschen Vodka und eine Party sicherlich auch.

HINWEIS

Plattentaufe: Am Freitag, 16. Mai um 21 Uhr in der Schüür, Luzern