MUSIKTHEATER: Musiktheater: Stadtrat rechnet mit Gerichtsfall

Emotionale Voten zur Salle Modulable: Während die Grossstadträte das Musiktheater beerdigen, blickt Luzerns Stadtpräsident in die Portokasse der Gönnerschaft.

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Letzter Gruss der Luzerner Grossstadträte an die Salle Modulable. (Karikatur Jals)

Letzter Gruss der Luzerner Grossstadträte an die Salle Modulable. (Karikatur Jals)

Als «kulturpolitisches Gemeinschaftsgrab» oder «klinisch tot» wurde die Salle Modulable von Luzerner Grossstadträten von links bis rechts in der gestrigen Debatte bezeichnet. Die Parlamentarier brachten damit ihre Enttäuschung und Verärgerung darüber zum Ausdruck, wie dem 2007 lancierten Projekt eines neuartigen Musiktheaters abrupt die Existenzgrundlage genommen wurde. Die lange Zeit anonyme Gönnerschaft, massgeblich alimentiert durch den im August verstorbenen Milliardär Christof Engelhorn (84), hatte am 13. Oktober ihre Zusage von 120 Millionen Franken zurückgezogen.

«Läppischer Betrag»
Stadtpräsident Urs W. Studer rechnet damit, dass über den Anspruch «wohl die Gerichte befinden müssen». Er gewährte während der Parlamentsdebatte auch Einblick in die finanziellen Möglichkeiten der Gönner, indem er die 120 Millionen als vergleichsweise «läppischen Betrag» bezeichnete. Er könne den Rückzug umso weniger verstehen, als die Geldgeber, soviel er wisse, die Salle Modulable aus der Portokasse hätten bezahlen können.

red.

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie am 29. Oktober in der «Neuen Luzerner Zeitung».