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MUSIKTHEATER: Neben Freude gibts viel Skepsis

Die private Geldsammlung stösst grundsätzlich auf Zustimmung. Ein politischer Befreiungsschlag ist die Aktion aber nicht.
Hugo Bischof
Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Hugo Bischof

Ein Verein will per Crowdfunding das Projekt eines neuen Musiktheaters, der Salle Modulable, auf dem Luzerner Inseli finanziell unterstützen (gestrige Ausgabe). Privatpersonen und Firmen können ab 5 Franken auf der Vereinswebsite (www.theateramsee.ch) einzahlen. In einer ersten Etappe sollen so 2 Millionen Franken zusammenkommen – zur Entlastung der öffentlichen Hand (Stadt und Kanton Luzern) bei der Zahlung der Projektierungskosten von insgesamt 12 Millionen Franken.

«Genau das richtige Signal»

Rechtsanwalt Jost Schumacher, Unternehmer Heinz Wild und Fabian Reinhard, Parteichef der Stadtluzerner FDP, bilden den Vereinsvorstand. Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, die sich seit Jahren für das Projekt einsetzt, reagiert auf Anfrage begeistert. «Ich finde diese Idee überzeugend und stehe dahinter. Diese Initiative von drei Luzernern ist genau das Signal, das wir jetzt brauchen. Ich bin überzeugt, dass sich nun endlich alle jene Menschen für dieses grossartige Projekt einsetzen, die bisher kaum Gelegenheit dazu hatten.»

Die private Geldsammlung werde der Salle Modulable «finanziell und ideell» weiterhelfen, zeigt sich Achermann überzeugt und schwärmt: «Endlich erwächst dem Kleinmut und der Mutlosigkeit ein positives, konstruktives Gegengewicht, das den Glauben an die Zukunft der Kulturstadt Luzern verkörpert.»

«Ein Haus für alle»

Auch für Mathis Meyer, Gesamtprojektleiter Neues Theater Luzern/Salle Modulable, ist klar: «Private Initiativen werden begrüsst und helfen, das Projekt in jeder Hinsicht ein Stück weiter zu bringen.» Der kantonale Bildungs- und Kulturdirektor Regierungsrat Reto Wyss betont: «Das Projekt Neues Theater Luzern/Salle Modulable ist möglich, weil private Geldgeber, die das Potenzial eines solchen Projektes für Luzern erkannt haben, und die öffentliche Hand zusammenarbeiten.» Das Crowdfunding ermögliche nun, «den Kreis der Privaten, die sich zu diesem Projekt bekennen und es unterstützen, zu erweitern». Es unterstütze auch die Botschaft, dass die Salle Modulable ein Haus für alle sein soll.

Die Stadtluzerner Bildungsdirektorin Ursula Stämmer betont: «Ich unterstütze diese Idee, die darauf abzielt, die Planung zu ermöglichen, damit 2019 über ein konkretes Projekt abgestimmt werden kann.» Das Ganze sei «ein gutes Zeichen.»

Betriebskosten sind umstritten

Es gibt aber auch kritische Stimmen. «Unsere Skepsis gegenüber dem Projekt Salle Modulable bleibt bestehen», betont Ludwig Peyer, Fraktionschef der kantonalen CVP. «Es ist begrüssenswert, wenn sich Private an den Planungs- und Baukosten beteiligen und so die öffentliche Hand entlasten.» Das Hauptproblem seien aber die gegenüber dem heutigen Luzerner Theater um 7 Millionen höheren jährlichen Betriebskosten der «Salle». «Hier legen wir unseren Finger drauf», sagt Peyer. «Wenn die Betriebskosten nicht gesenkt und wesentliche inhaltliche Fragen nicht geklärt werden können, lohnt es sich nicht, das Projekt aufzugleisen.»

Ähnlich argumentiert Nico van der Heiden, Fraktionschef der Stadtluzerner SP: «Die zu hohen jährlichen Betriebskosten sind das Problem. Wir befürchten, dass die alternative Kultur deswegen unter die Räder kommt.» Der Kantonsrat stimmt am 19. September über den Projektierungskredit ab, das Stadtparlament am 29. September.

Das private Crowdfunding für die Projektierungskosten der Salle Modulable startete gestern. Bis um 19 Uhr waren auf der Website des Vereins dafür 26 020 Franken angegeben.

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