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MUSIKTHEATER: Private wollen die Salle Modulable retten

Beim Bau des KKL spielte Bankier Karl Reichmuth eine wichtige Rolle. Nun wirbt er für die Salle Modulable – und übt harte Kritik am Luzerner Theater.
Hugo Bischof
Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Hugo Bischof

Kommt sie oder nicht? Die auf dem Luzerner Inseli geplante Salle Modulable ist wieder in aller Munde – spätestens seit die Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters, Birgit Aufterbeck Sieber, offene Kritik am Projekt übte. So wie jetzt aufgegleist sei die «Salle» für ein produzierendes Theater «ungeeignet»; es brauche bauliche Anpassungen, um die «ungünstigen Verhältnisse» zwischen Bühne, Probebühnen und Werkstätten zu optimieren, erklärte Aufterbeck Sieber (Ausgaben vom 5. und 6. Juli).

«Das ist fahrlässig»

Gar keine Freude an diesen Aussagen hat Karl Reichmuth, prominenter Luzerner Privatbankier und Kunstfreund. Er betont: «Damit schneidet sich das Luzerner Theater ins eigene Fleisch. Denn ohne Salle Modulable gibt es kein Luzerner Theater, ebenso wie es ohne das Luzerner Theater keine Salle Modulable gibt.» Dass das Theater mit seiner Kritik erst jetzt, kurz vor den wichtigen politischen Weichenstellungen, an die Öffentlichkeit tritt, ärgert Reichmuth besonders: «Das ist fahrlässig.»

Reichmuth spricht damit die bevorstehenden Abstimmungen über die Projektierungskredite für die Salle Modulable in den Parlamenten des Kantons und der Stadt Luzern an. Der Kantonsrat befindet am 19. September über einen Kredit von 7 Millionen Franken, der Grosse Stadtrat am 29. September über einen von 3 Millionen Franken. Weitere 2 Millionen für die Projektierung will die Stiftung Salle Modulable über eine zusätzliche Geldsammlung bei Pri­vaten beisteuern. Am 27. No­vember kommt es zur Volksabstimmung über das Baurecht am Inseli.

«Planung zulassen»

«Lassen wir doch wenigstens die Planung für das Projekt Salle Modulable zu!», sagt Reichmuth eindringlich. Ob sie tatsächlich realisiert wird, könne in einem zweiten Schritt entschieden werden. Für Reichmuth ist aber jetzt schon klar, dass es sich um ein «Jahrhundertprojekt» handelt, das Luzern «dringend braucht». Denn nur mit der Salle Modulable könne die Stadt Luzern ihr Renommee als Musikstadt sichern: «Nichts tun bedeutet Rückschritt, das ist wie im Wirtschaftsleben.»

Der heute 76-jährige Reichmuth war eine der führenden Kräfte bei der Realisierung des KKL – als Finanzchef der Stiftung Konzerthaus. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlich tätigen Personen sorgte er dafür, dass für den Bau total 63 Millionen Franken Spendengelder von insgesamt 1400 Privatpersonen und Firmen in Luzern und der Zentralschweiz zusammenkamen. Auch in die nun schon seit fast zehn Jahren dauernde Planung der Salle Modulable war Reichmuth von Anfang an involviert, als einer der engsten Vertrauten des 2010 verstorbenen Christof Engelhorn.

Dieser hatte für das Projekt 2007 – anonym – 120 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Davon sind heute nach Abzug von Planungs-, Administrations- und Rechtskosten noch 80 Millionen übrig. Gemäss Reichmuth war Engelhorn auch beim KKL der grösste pri­vate Spender, «nur eine Unternehmung zahlte mehr». Engelhorn habe stets im Hintergrund gewirkt, sagt Reichmuth, deshalb sei sein Name auch nicht auf der Spenderliste auf der grossen KKL-Frontscheibe aufgeführt: Erst später wurde der Name seiner Ehefrau dort eingefügt.

Mehr Säle nötig

«Christof Engelhorn wollte, dass die Stadt Luzern mit dem Bau einer Salle Modulable auf die Höhe der Musikstadt Salzburg kommt», sagt Reichmuth heute. Mit dem Projekt, das auf einer Vision des radikalen Musik­erneuerers Pierre Boulez basiert, sei dies möglich. «Salzburg hat heute vier herausragende Konzertsäle», so Reichmuth. «In Luzern haben wir nur den KKL-Konzertsaal, der höchsten Ansprüchen genügt. Die Jesuitenkirche als Konzertsaal ist schlecht, der Schweizerhof-Saal mittelmässig, auch der Luzernersaal im KKL ist ungenügend.»

Die Salle Modulable sei Engelhorn extrem am Herzen gelegen, betont Reichmuth: «Noch vierzehn Tage vor seinem Tod hat er mir gesagt, sie sei sein absolutes Lieblingsprojekt.»

Komitee mit Jost Schumacher

Private Spenderhb. Bankier Karl Reichmuth will sich dafür einsetzen, dass die Salle Modulable realisiert werden kann. Dass er ein dafür notwendiges Sammlungs­komitee aber nicht persönlich anführen wird, hat er von Anfang an klar betont. Es gibt jedoch noch andere einflussreiche Privatper­sonen in Luzern, die sich für das Projekt einsetzen, darunter der Rechtsanwalt, Immobilienbesitzer und Stifter der Kapellbrückenbilder-Kopien Jost Schumacher. «Wir sind daran, ein Patronatskomitee zu gründen», sagt Schumacher. Darin sollen Politiker, die Stiftung Salle Modulable sowie Vertreter der grossen Luzerner Kulturinstitutionen Einsitz nehmen.
35 Millionen von Privaten

Total 35 Millionen Franken sollen Private und Unternehmen an die Salle Modulable beitragen. «Aktiv mit Geldsammeln beginnen können wir aber erst, wenn wir den potenziellen Geldgebern eine konkrete Dokumentation vorlegen können», so Schumacher. Eine solche müsse auch ganz konkrete Angebote umfassen, etwa: «Ab einer Donation von 500 000 Franken gibts einen Gratis-Abend in der Salle Modulable.» Schumacher rechnet damit, dass Mitte August das Patronatskomitee gegründet ist. Bis Ende Oktober dieses Jahres sollen dann die Zusagen der Spendengelder weitgehend vorliegen – rechtzeitig vor der Volksabstimmung am 27. November in der Stadt Luzern über das Baurecht am Standort Inseli.

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