Muslim-Gräber werden kaum genutzt

2008 erstellte die Stadt Luzern auf dem Friedental-Friedhof ein muslimisches Grabfeld. Doch kaum jemand nutzt es.

Drucken
Teilen
Viel Platz und viel Geld - bislang für nichts: Auf dem 2008 erstellten Muslimen-Grabfeld beim Friedhof Friedental in Luzern herrscht bis auf zehn Gräber noch immer die grosse Leere. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Viel Platz und viel Geld - bislang für nichts: Auf dem 2008 erstellten Muslimen-Grabfeld beim Friedhof Friedental in Luzern herrscht bis auf zehn Gräber noch immer die grosse Leere. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Niemand war dagegen, nur die SVP sträubte sich, als die Stadt vor rund dreieinhalb Jahren beschloss, auf dem städtischen Friedental-Friedhof ein muslimisches Grabfeld zu erstellen. Das Angebot entspreche dem Bedürfnis von Muslimen, die in der Stadt leben, hielten Behörden und muslimische Interessenvertreter damals fest. Denn: Wie es in der Religion Brauch ist, müssen muslimische Gräber nach Mekka ausgerichtet sein – und aus diesem Grund ist es nicht möglich, diese in den «normalen» Friedhof einzureihen. Kostenpunkt für den Muslimenfriedhof: 200 000 Franken. «Das ist rausgeschmissenes Geld», sagte der damalige SVP-Grossstadtrat Yves Holenweger 2009, als das Grabfeld bereits fertiggestellt war.

Wer heute durch den Friedental-Friedhof spaziert, dürfte sich zumindest wundern: Denn das Muslimen-Grabfeld ist auch dreieinhalb Jahre nach seiner Erstellung noch so gut wie leer. Gerade mal sieben Erwachsene und drei Kinder wurden bislang beigesetzt. «Es ist tatsächlich so, dass das Angebot im Moment kaum genutzt wird», bestätigt Cornel Suter, Leiter Friedhof der Stadt Luzern.

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder als Abonnent/in kostenlos im E-Paper.