Muslime bitten die Uni Luzern um Hilfe

Schweizer Muslime wollen ein eigenes Parlament gründen. Experten von der Uni Luzern bieten Unterstützung, haben aber auch Bedenken.

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Schweizer Muslime bei einem Gebet am «Tag gegen Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern. (Bild: Keystone)

Schweizer Muslime bei einem Gebet am «Tag gegen Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern. (Bild: Keystone)

Die rund 400 000 in der Schweiz lebenden Muslime sollen durch eine Glaubensgemeinschaft – eine sogenannten Umma Schweiz – repräsentiert werden. Doch das Vorhaben ist ins Stocken geraten, wie Recherchen ergeben haben. Ende dieser Woche hat sich nun Farhad Afshar, Präsident des nationalen Muslimverbandes Koordination Islamischer Organisationen der Schweiz (Kios), an das Zentrum für Religionsverfassungsrecht an der Universität Luzern gewandt. Sein Anliegen: Die Universität Luzern soll ein Rechtsgutachten für das geplante Parlament ausarbeiten. Das Gutachten soll mit den Verfassungen der 26 Kantone vereinbar sein. Afshar erwähnt explizit die Gleichstellung von Frau und Mann in der geplanten Glaubensgemeinschaft.

Die Umma Schweiz soll von ihrer Organisation her mit einer Synode einer Landeskirche vergleichbar sein. Ziel ist es, die Muslime in der Schweiz repräsentativ zu vertreten. Die demokratisch zusammengesetzte Glaubensgemeinschaft soll sich dereinst auch in aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten – Kopftuchverbot, Schwimmunterricht an Schulen oder Debatten um ein Beschneidungsverbot – einbringen können, betont Präsident Afshar.

Zentralrat geht auf Distanz

Nicht integriert in den Aufbau der Gemeinschaft ist der umstrittene, vom Nachrichtendienst als radikal eingestufte Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS). Sprecher Abdel Azziz Qaasim Illi geht zu dem Projekt auf Distanz. «Es fehlt am Willen dazu.» Laut einem Religionswissenschaftler befinden sich der Zentralrat und die beiden grössten nationalen Muslimverbände in einem Machtkampf um die Vormachtstellung unter den Muslimen in der Schweiz.

Christoph Reichmuth

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