Mutter findet vermisste Tochter dank Facebook

Eine verzweifelte Mutter suchte ihre vermisste Tochter über die Internetseite Facebook und gab intime Details preis – dafür erntete sie teilweise harte Kritik.

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Mit Facebook die vermisste Tochter aufgespürt. (Bild: Imago)

Mit Facebook die vermisste Tochter aufgespürt. (Bild: Imago)

Vergangenen Samstag schrieb Carmen W. (17) ihrem Vater eine SMS: Sie würde von der Stadt Luzern nach Hause nach Schwarzenberg kommen. Als sie trotzdem nicht nach Hause kam, lancierte ihre Mutter am Dienstag einen Aufruf auf der Internetseite Facebook. Dieser wurde innert kürzester Zeit von über 2500 Personen geteilt und weiterverbreitet. Am Mittwochabend dann die Erlösung: Die Jugendliche ist selbstständig nach Hause zurückgekehrt.

Innert Stunden wurde der Aufruf von Mutter Alice O. mit den Angaben zu ihrer Tochter von Hunderten Personen weitergeleitet. Die Mutter erhielt Rückmeldungen aus der ganzen Schweiz und auch aus Deutschland. In der Mitteilung wies Alice O. darauf hin, dass ihre Tochter psychisch krank sei und dringend Medikamente benötige. «Ihren Zustand konnte und wollte ich nicht einfach verschweigen», sagt Alice O. auf Anfrage der Neuen Luzerner Zeitung.

Nebst ihrer Freude über die Rückkehr, teilt Alice O. via Facebook auch einige sehr persönliche Informationen über den Verbleib ihrer Tochter mit. So wirke diese körperlich gesund, habe aber wohl gekifft und getrunken. Zudem sei sie mit einem Mann zusammen gewesen, welcher der Polizei einschlägig bekannt sei. Man werde die Tochter nun einem Drogenscreening unterziehen, heisst es darin. Für diese Offenheit erntete sie von mehreren Facebook-Mitgliedern Kritik.

Ismail Osman

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