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Einbruchdiebstähle: Mütter aus Italien kassieren 34 Monate

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt zwei Frauen aus Italien wegen bandenmässigen Diebstahls. Der Rest der Bande konnte sich der Verhaftung entziehen und flüchtete.
Roger Rüegger

In den Kantonen Luzern und Zug haben zwei Frauen in wenigen Wochen sieben Einbruchdiebstähle verübt. Die Cousinen sind gemeinsam mit ihren Lebenspartnern, es handelt sich um ein Brüderpaar, zweimal von Italien in die Schweiz eingereist.

Die Grenze im Norden passierten sie erstmals am 23. Juli 2018. Vier Tage später verübte das Quartett in Zug einen Einbruchdiebstahl. Am 2. August verliess die Gruppe die Schweiz wieder, doch bereits am 20.September 2018 reisten die vier mit einer weiteren unbekannten Person abermals in Chiasso ein.

Beschuldigte waren als Touristinnen in der Schweiz

Laut der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern war deren Absicht, in der Schweiz Einbruchdiebstähle zu begehen. Ihren ­Lebensunterhalt finanzierten sie sich unter anderem mit dem Erlös der gestohlenen Ware. Die Frauen, eine ist italienische Staatsbürgerin, die andere laut eigenen Aussagen italienisch-kroatische Doppelbürgerin, gaben bei den Einvernahmen der Untersuchungsbehörden an, sie seien als Touristinnen eingereist. Die Staatsanwaltschaft beantragte für beide eine Freiheitsstrafe von 54, beziehungsweise 55 Monaten sowie Landesverweis von 10 Jahren.

Das Luzerner Kriminalgericht glaubte den Schilderungen der Beschuldigten nicht und ­verurteilte beide Frauen wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sach­beschädigung, Hausfriedensbruch, rechtswidriger Einreise und Aufenthalts in der Schweiz.

Die Jüngere, eine 22-jährige Mutter von drei Kindern, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt, die Ältere, die 27-Jährige hat im November im Frauen­gefängnis Hindelbank einen Buben zur Welt gebracht, zu 2 Jahren und 8 Monaten. Die Beschuldigten werden zudem für die Dauer von 8 Jahren des Landes verwiesen.

Beide Frauen sind in Italien ­geboren und gehören der Volksgruppe der Roma an. Am 29. September 2018 wurden sie von der Luzerner Polizei auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Eine Person hat sie in der Stadt Luzern bei einem Einbruch beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Männer konnten sich einer Festnahme entziehen. Sie reisten ab.

Klingeln, um die Situation abzuchecken

Die Vorgehensweise der Bande war immer dieselbe: Einer der Männer war der Fahrer, der andere Bursche und die Frauen drangen jeweils in die Wohnungen und Häuser ein. Zuerst klingelten sie und warteten ab, ob jemand anwesend war. In einem Fall war tatsächlich jemand in der Wohnung anwesend. Eine Bewohnerin öffnete die Tür. Kein Grund für die Frauen, das Weite zu suchen. Die ältere Beschuldigte fragte einfach auf Französisch nach einem «Claude», damit die Bewohnerin keinen Verdacht schöpft. Danach entfernte sich die Gruppe. Wenn niemand anwesend war, brach der andere Mann die Türe mit einem Werkzeug auf und die Gruppe machte sich in den Wohnungen zu schaffen. Dabei entwendeten die Beschuldigten Bargeld und Wertsachen wie Schmuck, Uhren, Damenparfüms oder Kleider und Schuhe. Zudem hinterliessen sie jeweils grossen Sachschaden an Einrichtungsgegenständen, Fenstern und auch an Spielzeugen.

Die Verteidiger der Frauen beantragten bedingte Freiheitsstrafen von 12 Monaten für die Jüngere und 18 Monaten für die Ältere. Die Frauen, die sich im vorzeitigen Strafvollzug, beziehungsweise in Untersuchungshaft befinden, haben laut ihrer Verteidiger auf Befehl gehandelt. In der Kultur der Roma seien die Männer tonangebend. Das Urteil liegt im Dispositiv vor. Es ist noch nicht rechtskräftig.

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