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Nach 28 Jahren in der Rothenburger Fläckematte sagen sie «Adieu!»

Am Samstag ist der letzte Arbeitstag des langjährigen Leiterpaares der Fläckematte. Eva und Noldi Hess blicken auf eine Zeit voller Veränderungen zurück – und sie sagen, womit die Bewohner des Alters- und Pflegeheimes in Rothenburg stets am meisten zufrieden waren.
Sandra Monika Ziegler
Der Lebensbrunnen vor dem Alters- und Pflegeheim: Eva und Noldi Hess führten die Fläckematte während 28 Jahren. (Bild: Pius Amrein (Rothenburg, 12. Oktober 2018))

Der Lebensbrunnen vor dem Alters- und Pflegeheim: Eva und Noldi Hess führten die Fläckematte während 28 Jahren. (Bild: Pius Amrein (Rothenburg, 12. Oktober 2018))

Dieser Samstag ist für Eva und Noldi Hess ein besonderer: Zum letzten Mal arbeiten sie im Alters- und Pflegeheim Fläckematte in Rothenburg. Die 59- und der 64-Jährige haben ihre Tätigkeit 1990 gleichzeitig mit dem Einzug der ersten Bewohner aufgenommen. Er als Geschäftsführer, sie als Leiterin der internen Dienste. «Es war uns immer wichtig, das jeder seinen Bereich hatte und wir nicht einfach das Leiterpaar waren», so Eva Hess.

Dass sie die Fläckematte auf Ende Oktober verlassen werden, hatten sie bereits vor neun Monaten mitgeteilt (wir berichteten). Die neunmonatige Abgangsfrist erklärt Noldi Hess so: «Es ist ein wohlüberlegter Schritt, der für die Umsetzung seine Zeit und Vorbereitung braucht, ähnlich einer Schwangerschaft, ein emotionaler Akt.»

Die Fläckematte ist wie eine grosse Familie

Eva und Noldi Hess prägten die Fläckematte mit einer familiären Kultur. Was bei einer Grösse von 55 Plätzen auch gut möglich sei. 70 Mitarbeitende und 15 Lernende betreuen die Bewohner. In der Fläckematte kenne man sich und auch die Besucher. Es gebe Leute, die haben regelmässig ihre Angehörigen besucht und wohnten jetzt selber hier. Es war ihnen über alle die Jahre wichtig, den Bewohnern ein Zuhause wie in einer grossen Familie zu bieten.

Den steigenden finanziellen Druck – auch durch die Umwandlung des Betriebes in eine Aktiengesellschaft – sollen die Bewohner bei der Betreuung aber nicht zu spüren bekommen. Auf der finanziellen Seite ist es jedoch unumgänglich: «Die Taxen werden dadurch natürlich angepasst. Deshalb gilt heute umso mehr: «Spare in der Zeit, so hast du in der Not,» sagt Noldi Hess. Er betont aber, dass alle Platz haben.

«Es ist der richtige Zeitpunkt, wir sind noch rüstig.»

Als sie anfingen, lag das Eintrittsalter bei 73 Jahren, heute sind es durchschnittlich 86 Jahre. Noldi Hess: «Wer heute zu uns kommt, ist meist älter als die Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits hier sind.» Denn man bleibe ja möglichst lange zu Hause. «Das ist auch gut so, das werden wir wohl auch so tun», ergänzt Eva Hess und bringt noch einen anderen Aspekt ins Spiel: «Mit der heute kurzen Aufenthaltszeit begleiten wir die Gäste weniger lang und müssen schneller und öfter Abschied nehmen.» Geändert haben sich aber nicht nur die Altersstruktur, sondern auch die individuellen Ansprüche. Und die gelte es so gut wie möglich zu befriedigen. Es gebe aber immer etwas, was noch besser sein könnte. «Alle glücklich machen, das gelingt nicht», sind sich Eva und Noldi Hess einig. Damit aber niemand unglücklich ist, werden die Gäste regelmässig befragt.

«Das Feedback war gross. Gut ein Drittel hat mitgemacht, damit haben wir einen soliden Wert im Branchenvergleich», so Noldi Hess. Die aktuelle Auswertung zeigt mit einem Wert von 87 Prozent (Maximum 100 Prozent) eine angemessene Zufriedenheit. Mit gar 100 Prozent wurden das Personal, die Hauswirtschaft, der Tiergarten und die Umgebung bewertet.

Noldi Hess bleibt der Alterspflege verbunden

Sich trennen ist bei der Arbeit in einem Altersheim Alltag. Insofern sind Eva und Noldi Hess Profis darin. Fällt ihnen deshalb der eigene Abschied von der Fläckematte leicht? «Es ist der richtige Zeitpunkt, wir sind beide noch rüstig und wir hatten auch genügend Zeit für den Abschied» sind sie sich einig. Und wo werden sie dereinst den Lebensabend verbringen, etwa in der Fläckematte? Ein Zukunftsszenario, das sich sowohl Eva wie Noldi Hess durchaus vorstellen können.

Doch zuerst geht es jetzt mal ins Privatleben. Dazu gehöre das Wandern, Velofahren genauso, wie die Enkel geniessen. Noldi Hess bleibt mit der Alterspflege verbunden. Er wird wie bisher als Berater bei Curaviva tätig sein. Seine Frau Eva hat beruflich noch keine Pläne geschmiedet und ist offen für Neues.

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