Nach 33 Jahren sagt er Adieu

Das Luga-Urgestein Werner Fluder ist heuer das letzte Mal für die vielen Tiere verantwortlich. Ob entlaufener Stier oder Schnee an der Luga: Er war immer dabei.

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Das ist sein Reich: Werner Fluder bei den Kühen im Luga-Stall. Die Tierschau wurde heuer komplett überarbeitet. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Das ist sein Reich: Werner Fluder bei den Kühen im Luga-Stall. Die Tierschau wurde heuer komplett überarbeitet. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Im Stall fühlt sich Werner Fluder sichtlich wohl, obschon er alle paar Meter von Besuchern aufgehalten wird: ein Händeschütteln da, ein freundliches «Grüezi» dort – man kennt sich an der Luga. Speziell im Fall von Fluder hat dies einen guten Grund: Er ist ein Luga-Urgestein und seit dem Beginn der Ausstellung vor 33 Jahren als oberster Tierverantwortlicher – als «Mister Luga der Tiere» – dabei. Seit sieben Jahre ist Fluder ausserdem in der Messeleitung für die Sonderschauen verantwortlich.

Schneechaos anno 1982

In seiner langjährigen Schaffenszeit hat der ehemalige Tierzuchtsekretär des Kantons Luzern so einiges erlebt. «Unvergessen bleibt die Luga 1982», sagt Fluder, ohne lange zu überlegen. Er und viele der damals 28 Tierpfleger hätten eines Abends im Festzelt bis Mitternacht gefeiert und sich anschliessend bis spät in die Nacht für einen Schlummertrunk und Imbiss nach Schwarzenberg begeben. «Als wir um 6 Uhr wieder auf der Matte standen, staunten wir nicht schlecht: Es lagen 25 Zentimeter Schnee – ein riesen Chaos», erzählt der gebürtige Eigenthaler Bauernsohn und ergänzt schmunzelnd: «Auf jeden Fall waren wir auf einen Schlag wieder nüchtern.»

Bild: Maria Schmid / Neue LZ
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Sie sind der Publikumshit an jeder Luga: die rennenden Schweinchen. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
5 Franken beträgt der Wetteinsatz. 65 Prozent des Gewinns wird wieder ausgezahlt. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Promikochen in der Luga-Kocharena: Der Sempacher Ruderer André Vonarburg schneidet unter der Anleitung von Bäuerin Priska Heini aus Neuenkirch den Gnocchi-Teig in Stücke. (Bild: Guy Studer / Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Nuee LZ
Jasmin Stadelmann und Marc Hofmann im Riesenrad im Luna-Park (Bild: Philipp Schmidli/Nuee LZ)
Fiona Korner, Lara Waldmeyer, Lorena Schumacher und Luana Winkler (von links) im Luna Park (Bild: Philipp Schmidli/Nuee LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Nuee LZ
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Das Riesenrad ist auch dieses Jahr ein Publikumsmagnet. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Wer getraut sich auf den Snowjet? (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Das Riesenrad ist auch dieses Jahr ein Publikumsmagnet. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Grosse Rutsche - riesiger Spass. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Grosse Rutsche - riesiger Spass. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Unterwegs auf dem Karusell. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Auf los geht's los. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Wen können wir als nächstes rammen? (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Bild: Philipp Schmidli/Nuee LZ
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Hoch hinaus an der Kletterwand. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Dieses Mädchen versucht am Drehrad sein Glück. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Volkstümliche Unterhaltung bei de3r Eventbühne. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Milch-Pause. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Am Stand der Neuen Luzerner Zeitung gibt es Informationen zur Zeitung und zur neuen App. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Stand des Tropenhauses Wolhusen. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Die Landwirtschaft steht auch dieses Jahr im Zentrum der Luga. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Interessierte Zushauerinnen. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Säulirennen der anderen Art. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Hier steht alles perfekt an seinem Platz. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
So machen Fitnessübungen Spass. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
So machen Fitnessübungen Spass. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Luna-Park mit Aussicht. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Ballone stehen bei Kindern hoch im Kurs. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Früh übt sich, was ein echter Feuerwehrmann werden will. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Mmmh... (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Für das Queren der Hängebrücke braucht es viel Geschick. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Für das Queren der Hängebrücke braucht es viel Geschick. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Papi zeigt dem Töchterchen wie's geht. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Bräteln an der Feuerstelle. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
KLeine Reiterin ganz gross. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Diese kleine Reitern braucht nich etwas Unterstützung. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Das Angebot an der Luga ist vielfältig. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
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Dieser Pfosten schmeckt dem Säuli besonders gut. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Rennsäuli Mia wartet auf ihren nächsten Einsatz. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Das Fohlen gönnt sich eine wohlverdiente Ruhepause. (Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch)
Da wird jedes Springpferd neidisch. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Da wird jedes Springpferd neidisch. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Hopp, diese Hürde schaffst du. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Katharina Wermuth mit zwei Spring-Hasen. (Bild: Neue LZ)
«Remote Citizen» - zu deutsch etwa ferngesteuerter Bürger nennt sich das Phänomen, das rund 45 Teilnehmer am 29. April auf dem Luga-Gelände vorführten. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Teilnehmer zeigen auf etwas und sprechen. Die Luga-Besucher sind irritiert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alle Teilnehmer sind über Funk mit einem Empfänger und Ohrstöpsel verkoppelt, damit alle das gleich tun. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Linga Schwegler mit ihren Rössern an der Luga (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Die Familie Carradini beobachtet die Schmetterlinge des Papiliorama Kerzers an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Romana Gander staun über die Schmetterlinge. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Online-Redaktionsleiter Robert Bachmann erklärt einem Lugabesucher die neue LZ-App am Stand der Neuen Luzerner Zeitung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Rope Skipping Show auf der Eventbühne. (Bild: Neue LZ)
Die Rope Skipping Show auf der Eventbühne. (Bild: Neue LZ)

Bild: Maria Schmid / Neue LZ

Als plötzlich ein Stier durchbrannte

Einen Schreckmoment erlebten Fluder und sein Team Mitte der 1980er-Jahre, als der gewaltige, 1600 Kilogramm schwere Stier Charly plötzlich durchbrannte: «Während einer Präsentation ist er aus der Arena abgehauen und hat den Tierwärter einfach mitgeschleift. Glücklicherweise ist aber nichts passiert.» Beim Erzählen sprudeln die Geschichten nur so aus Fluder heraus: «Einmal – wir hatten eine exotische Tierschau – nahm ein kleines Känguru Reissaus. Der Zoobesitzer warnte uns noch, dass wir gut aufpassen sollten. Kaum angekommen, sprang das Jungtier aus dem Beutel der Mutter und verschwand für drei Tage.»

Leistungsschau weicht Erlebnis

Als Direktbetroffener hat Fluder viele Veränderungen der Luga mitbekommen. «Ursprünglich war die Luga eine Leistungsschau und wichtige Bühne für die bis zu 1000 Nutzviehzüchter und 1500 Tiere. Die Luga stand konkurrenzlos da – es kamen bis zu 141 000 Besucher.» Ab dem Jahr 2000 sei dann der Wechsel Richtung Erlebnismesse erfolgt. «Heuer haben wir uns noch mehr auf die Konsumenten ausgerichtet. Wir fungieren als Brückenbauer zwischen Konsument und Produzent.» Augenfällig ist der Stall, der von aussen wie eine echte Scheune aussieht. «Einige Besucher fragten mich irritiert, seit wann hier eigentlich eine Scheune stehe», sagt Fluder lachend.

Mehr Zeit für Familie und Hobby

Fluder blickt auf 33 sehr spannende und abwechslungsreiche Jahre zurück, freut sich aber dennoch auf seine Pension: «Nun habe ich wieder mehr Zeit für meine Frau, meine Enkelkinder und fürs Jagen. Sehr gerne würde ich mit meiner Frau eine Reise nach Südafrika unternehmen oder einen Sprachaufenthalt in Kanada absolvieren.»

Yves Portmann