Nach abgelehnter Einsprache: Bergbahnen Sörenberg sind erleichtert – doch der Rechtsstreit um das Mooraculum könnte sich weiter hinziehen

Der Kanton Luzern und die Gemeinde Flühli haben die Einsprache gegen die Erweiterung des Moorrundweges der Umweltverbände abgeschmettert. Nun prüfen diese den Weiterzug ans Kantonsgericht. Die Bergbahnen betonen derweil die Wichtigkeit des Projekts.

Pascal Studer
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Schon länger ist klar: Die Bergbahnen Sörenberg AG wollen den Erlebnispark Mooraculum für rund 350'000 Franken ausbauen. Weil die Umweltverbände WWF, Pro Natura und Birdlife Luzern vergangenen Dezember jedoch Einsprache gegen das Bauprojekt eingelegt hatten, war dieses zeitweise auf Eis gelegt.

Auch der Sonnentauweg ist gehört zum Angebot der Bergbahnen – allerdings nicht zum Mooraculum.

Auch der Sonnentauweg ist gehört zum Angebot der Bergbahnen – allerdings nicht zum Mooraculum.

Bild: PD

Neben der Gemeinde Flühli hat nun auch der Kanton Luzern die Einsprachen abgelehnt. Dies freut die Bergbahnen Sörenberg AG. Direktor René Koller sagt: «Wir sind sehr erleichtert. Es war ein langer Prozess.» Er sei sich sicher, dass nach der zweiten Auflage – die Umweltverbände hatten bereits bei der ersten Auflage Einsprache erhoben – nun alles geklärt sei. Koller sagt:

«Alle Forderungen sind erfüllt.»

Bergbahnen wollen Sommergeschäft stärken

Die Sörenberg Bergbahnen AG hatte für das Geschäftsjahr 2018/2019 einen Betriebsgewinn von 3,42 Millionen Franken verzeichnet. Gemäss Koller würde man aber in den Sommermonaten verhältnismässig weniger Einnahmen generieren. So erzielt der Tourismusanbieter den Grossteil – nämlich 80 Prozent – des Umsatzes in den Wintermonaten und nur 20 Prozent in den Sommermonaten.

Mit dem Ausbau des Erlebnisparks Mooraculum wollen die Verantwortlichen nun diese Ungleichheit abschwächen und zusätzlich diversifizieren. «So sind wir auch für den Sommer besser aufgestellt», erklärt Koller. Neben dem Moorrundweg auf der Rossweid – welche zur Unesco Biospähre Entlebuch gehört – sei daher auch das Projekt «Rothorn Retrofit» geplant. Dieses ist jedoch noch nicht so fortgeschritten wie der Moorrundweg. Koller sagt: «Kürzlich haben wir diesbezüglich eine Informationsveranstaltung durchgeführt.» Auch diverse Umweltverbände haben daran teilgenommen.

Moorrundweg soll im nächsten Sommer fertig sein

Die Einsprecherinnen haben noch bis zum 6. August Zeit, den Entscheid vor Kantonsgericht anzufechten. Eine davon ist Birdlife Luzern. Ob sich die Umweltorganisationen zusammen mit WWF und Pro Natura juristisch zur Wehr setzen wird, weiss Koller nicht. Er sagt: «Grundsätzlich halten wir am Projekt fest.»

Falls also die Beschwerdeführerinnen die Frist verstreichen lassen, planen die Sörenberg Bergbahnen AG die nächsten Schritte im Projekt. So ist vorgesehen, dass der Moorrundweg im Erlebnispark neu 21 anstatt 17 Erlebnisstationen beinhalten soll. Vorstellbar ist, dass noch in diesem Jahr die entsprechende Vorarbeit wie etwa das Erstellen der Fundamente gemacht wird. Im nächsten Frühling würden die Bergbahnen dann die Bauarbeiten finalisieren. Koller erklärt:

«So wären wir im besten Fall für die Sommerferien bereit.»

Wird das Projekt weiter verzögert?

Weder der Kanton Luzern noch die Gemeinde Flühli konnten auf Anfrage erklären, weshalb sie die Einsprache abgewiesen haben. Flühli-Gemeindeammann Hans Lipp sagte am Donnerstag gegenüber dem regionalen Radiosender Neo 1 jedoch, dass der geplante Moorrundweg ein «wichtiges, ergänzendes Sommerangebot für die Region» sei. Zudem sei der geplante Eingriff in die Natur «nicht gross und zu verantworten».

Die Umweltverbände haben sich derweil noch nicht entschieden, ob sie den Entscheid anfechten wollen. Maria Jakober von Birdlife Luzern sagt: «Wir werden diesen sehr sorgfältig prüfen und zusammen besprechen.» Dann würde man über das weitere Vorgehen befinden. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Zwist um die Erweiterung des Mooraculums in die nächste Runde geht.

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