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Nach Abrechnung unter Freunden in Triengen: Täter muss ins Gefängnis

Zwei Brüder verprügelten in Triengen gemeinsam einen Bekannten. Vergeblich wehrt sich einer der Beschuldigten vor Bundesgericht gegen eine Freiheitsstrafe.
Manuel Bühlmann

Als die Polizisten in jener Mai-Nacht vor vier Jahren den Tatort wieder verlassen hatten, attackierten die beiden Brüder ihr Opfer noch heftiger als vor der Kontrolle. Solange, bis dieses bewusstlos liegen blieb. Sie schlugen und traten dabei nicht nur mit ihren Fäusten und Füssen zu, sondern setzten auch eine Metallstange und einen rotweissen Signalisationspfosten ein.

Mit einem Unterkieferbruch, einer Rissquetschwunde, einer Gehirnerschütterung, einer Prellung des Sprunggelenks und einer Wunde am linken Ohr wurde der Mann in die Notaufnahme eingeliefert. Auf vier Tage Spitalaufenthalt folgten sieben Wochen Arbeitsunfähigkeit.

Aussagen des Opfers bezweifelt

Einer der Brüder wurde drei Jahre nach der Tat vom Luzerner Kriminalgericht unter anderem wegen Angriffs und mehrfacher einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand zu einer Busse von 600 Franken sowie einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt.

Im Februar 2018 bestätigte das Kantonsgericht den Entscheid, wogegen sich der Beschuldigte mit einer Beschwerde beim Bundesgericht wehrte. Seine Forderung: Freispruch in den Hauptanklagepunkten. Die Gefängnisstrafe versuchte er abzuwenden, indem er Zweifel an den Aussagen des Opfers streute und diesem die Schuld an der Eskalation zuschob.

Alkoholisiert und aggressiv

Mit dieser Verteidigungsstrategie findet er bei den zuständigen Bundesrichtern jedoch kein Gehör, wie das am Montag veröffentlichte Urteil zeigt. Zwar könne es sein, dass die Angaben des Opfers in einzelnen Punkten widersprüchlich seien, dies lasse sich aber mit seiner durch die Kopfverletzung ausgelösten Verwirrung erklären. Die Aussagen des Beschuldigten würden den objektiven Gegebenheiten widersprechen und seien unglaubhaft, heisst es in der Begründung weiter.

Für das Bundesgericht steht fest, dass die Schlägerei von den beiden Brüdern ausgegangen ist. Aus dem Urteil geht auch ihr Motiv hervor: Das Opfer habe schlecht über sie und ihre Familie gesprochen.

Opfer wollte seine «Freunde» nicht belasten

Drei Polizeipatrouillen waren kurz vor Mitternacht zum Trienger Bahnhof ausgerückt, weil Anwohnerinnen meldeten, mehrere Personen würden auf einen Mann einschlagen. Die Polizisten trafen vor Ort die beiden betrunkenen Brüder an, die sich auffällig und aggressiv verhielten, sowie ihr nur leicht angetrunkenes Opfer, bei dem sie eine blutende Wunde an der Hand feststellten. Offensichtlich wollte der Mann die beiden Brüder nicht belasten, weil er mit ihnen befreundet war. Deshalb sei nachvollziehbar, warum das Opfer die Tat während der Kontrolle verharmlost habe, heisst es im Urteil. Kaum waren die Polizisten nach der Kontrolle wieder davongefahren, mussten sie erneut ausrücken – und den Verprügelten in die Notaufnahme des Kantonsspitals Sursee fahren.

Das Bundesgericht bestätigt den Entscheid der Vorinstanz und weist die Beschwerde ab. Für den Verurteilten heisst das: Zumindest einen Teil der zwölfmonatigen Freiheitsstrafe wird er im Gefängnis verbüssen müssen.

Bundesgerichtsurteil 6B_487/2018 vom 30. Oktober 2018

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