Nach Abstimmungs-Absage: Sagenmatt-Bauherrschaft startet Charmeoffensive

In sämtliche Ebikoner Haushalte ist ein Brief der Sagenmatt geflattert – inklusive «Dialogkarte» für Fragen. Die Bauherrschaft reagiert damit auf die «entstandene Verunsicherung zum Projekt», wie sie sagt.

Roman Hodel
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Gut zwei Wochen sind vergangen, seit der Regierungsrat die Abstimmung zum Bebauungsplan Sagenmatt in Ebikon vom 27. September wegen «schwerwiegender Mängel» in der Botschaft der Gemeinde kurzfristig sistiert hat. Nun hat die Bauherrschaft Moyreal Immobilien AG einen Brief an alle Ebikoner Haushalte verschickt. Darin bedauert sie die Verschiebung des Urnengangs und rührt die Werbetrommel für das« gute Projekt am richtigen Ort». Man werde die Bevölkerung «weiterhin umfassend und transparent» informieren. Hier das Sagenmatt-Areal:

Bild: Patrick Hürlimann (Ebikon, 23. September 2020)

Wer Fragen hat, kann diese via Sagenmatt-Webseite oder mittels beigelegter, frankierter «Dialogkarte» stellen. Der Brief schliesst mit den Worten: «Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und hoffen auch beim zweiten Anlauf auf Ihre Stimme.» Laut Moyreal-Projektleiter Christian Grewe geht es darum, «ein Signal zu setzen», dass es mit dem Projekt weitergeht:

«Zudem wollen wir die Zeit nutzen, um der Verunsicherung entgegenzuwirken, welche möglicherweise durch die Verschiebung der Abstimmung entstandenen ist.»

Grewe legt zudem Wert auf die Feststellung, der Urnengang sei einzig wegen Fehlern in der Botschaft der Gemeinde abgesagt worden – nicht wegen inhaltlicher Aspekte.

In einem offenen Brief an den Gemeinderat stellt die IG Bauen statt klotzen – hier ihr Abstimmungsplakat:

Bild: Patrick Hürlimann (Ebikon, 23. September 2020)

...diverse Forderungen, insbesondere bezüglich neuer Botschaft. Doch sie betont darin auch erneut, dass eine Sonderbauweise wie dieser Bebauungsplan erst nach der Revision des Bau- und Zonenreglements (BZR) möglich sein soll. Der Gemeinderat hat angekündigt, sich erst nach den Herbstschulferien mit dem offenen Brief zu befassen (wir berichteten). Für Grewe sind dessen Forderungen nicht stichhaltig: «Es besteht kein Zusammenhang zwischen Bebauungsplan und BZR-Revision.» Gerade hier mache eine Sonderbauweise Sinn. Er sagt: «Wo, wenn nicht an dieser zentralen Lage, sollten wir verdichten?»

Wann die Abstimmung wiederholt wird, ist noch offen. Grewe hofft, möglichst bald. Denn das Interesse an den 241 Wohnungen sei nach wie vor gross – er sagt: «Sogar nach der Absage des Urnengangs und in den letzten Tagen sind weitere Anmeldungen zu den bereits über 400 hinzugekommen.»