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Nach aufwendiger Restauration ist das Schweizerhaus in Luzern wieder offen

Im Gletschergarten Luzern wird am Wochenende das Schweizerhaus wieder eröffnet. Das historische Gebäude wurde für drei Millionen Franken restauriert. Im Innern ist ein Sammelsurium von Ausstellungsstücken zu bestaunen. Neu gibt's auch ein Bistro.

Hugo Bischof
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Im Gletschergarten Luzern wird am Wochenende das Schweizerhaus neu eröffnet. Das historische Gebäude mit seinen weiss-roten Fassaden im «Schweizer Stil» wurde aufwendig restauriert und zeigt sich äusserlich wieder in seiner ursprünglichen Bauform.

Das historische Schweizerhaus erstrahlt nach der aufwendigen Restauration in altem Glanz. Rechts daneben ist der Kran für die Arbeiten beim grossen Ausbauprojekt «Fels» des Gletschergartens.
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Marie Amrein-Troller, die Frau des Gründers und erste Direktorin des Schweizerhauses, spricht beim Eingang virtuell zu den Besucherinnen und Besuchern.
Die Gründerwand im Innern des Schweizerhauses ist voller Persönlichkeiten und Sammelstücke, die den Gletschergarten geprägt haben.
So sieht das Treppenhaus aus. Im Hintergrund die Gründerwand.
«Wunderkammern» werden die Ausstellungsräume auch genannt.
Nochmals ein Blick auf die Gründerwand.
Aufgang in den zweiten Stock.
Reliefdarstellungen der Alpen mit ihren Gletschern ermöglichen den Besuchern spannende Ein- und Überblicke.
Äusserlich zeigt sich das Schweizerhaus nach der Restauration wieder in seiner ursprünglichen Bauform.
Auf der Ostseite des Schweizerhauses ist ein Laubengang entstanden. Von hier aus hat man einen Blick auf das in der Entstehung begriffene Ausbauprojekt «Fels» im Inneren des Gletschergarten-Felsen, das in einem Jahr fertig gestellt sein wird.
Letzte Vorbereitungsarbeiten in den Ausstellungsräumen vor der Eröffnung: Das Skelett eines Höhlenbärs wird hergerichtet.
Das Skelett des Höhlenbären wurde einst in Mixnitz in Österreich gefunden. Es wurde Anfang der 1980er Jahre zugekauft.
Einblick in ein Zimmer des ehemaligen Wohnhauses der Familie Amrein-Troller, die den Gletschergarten 1873 gründeten.
Die Räume sind voller Erinnerungsstücke an die Gründerfamilie.
Alte Möbel, Wappenscheiben an den Fenstern.
Schlafzimmer der Familie Amrein-Troller.
In den Gängen im Schweizerhaus hängen an den Wänden alte Stiche, etwa von der Stadt Luzern.
Eine Ansicht des neu renovierten Schweizerhauses im Gletschergarten Luzern.
Das Schweizerhaus ist im «Schweizer Stil» (Chalet-Stil) gebaut, deshalb sein Name.
Das Schweizerhaus ist dreistöckig,
Die Decken sind mit speziellen Ornamenten dekoriert.
In Vitrinen lagern Reliefs von Bergen und Landschaften.
Links geht es zum neuen Bistro, rechts zu dem vor drei Monaten wieder eröffneten sanierten Spiegel-Labyrinth.
So sieht das neue Bistro im Wintergarten des ehemaligen Wohnhauses aus.
Ein Blick in den herausgeputzten Museumsshop.

Das historische Schweizerhaus erstrahlt nach der aufwendigen Restauration in altem Glanz. Rechts daneben ist der Kran für die Arbeiten beim grossen Ausbauprojekt «Fels» des Gletschergartens.

Bild: Patrick Hürlimann, Luzern, 11. September 2020

Die Anbauten, die einst als zusätzlicher Ausstellungsraum dienten, wurden entfernt. An ihrer Stelle entstand an der Ostfassade ein Laubengang, von dem aus man zurzeit einen guten Blick auf das in der Entstehung befindliche Gletschergarten-Ausbauprojekt «Fels» hat. Der Laubengang befand sich ursprünglich auf der Westseite des Gebäudes.

Fossilien, Kristalle, Tierpräparate und ein Mammutzahn

Das Schweizerhaus stammt aus dem Jahr 1874. Es diente einst als Wohnhaus der Familie Amrein-Troller, die den Gletschergarten gründete. Seit vielen Jahren ist es ein Museum mit einem Sammelsurium von Exponaten, vorwiegend aus dem Nachlass der Familie Amrein-Troller. Auf drei Stockwerken sind Fossilien, Kristalle, Tierpräparate und ein Mammutzahn ausgestellt.

Die Gründerwand ist voller Persönlichkeiten und Sammelstücke, die den Gletschergarten geprägt haben.

Die Gründerwand ist voller Persönlichkeiten und Sammelstücke, die den Gletschergarten geprägt haben.

Bild: PD

Dazu kommen diverse Reliefdarstellungen der Alpen mit ihren Gletschern und Verkehrswegen – für historisch Interessierte eine Fundgrube. Ein Höhepunkt ist das Pfyffer-Relief der Zentralschweiz aus dem 19. Jahrhundert; es gilt als ältestes Gebirgsrelief der Welt.

Es gibt auch historische Möblierung zu betrachten, antike Spielwaren, edles Porzellan. Gletschergarten-Direktor Andreas Burri erklärte an einer Besichtigung:

«Wer in dieses Haus zu Besuch kommt, bewegt sich durch Wunderkammern, wo es je nach Neigung und Stimmung garantiert immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.»

Karin Auf der Maur vom Stiftungsrat des Gletschergartens vergleicht es mit einem Wimmelbuch, in dem man auf eine abenteuerliche Reise gehen kann.

Das Schweizerhaus habe in den letzten Jahren etwas Staub angesetzt, sagte Andreas Burri. Deshalb sei die umfassende Renovation nötig geworden. Auch bei der Präsentation der Exponate habe man sich um Neuerungen bemüht. So werden die Besucher beim Eingang von Marie Troller-Amrein, der früheren langjährigen Gletschergarten-Direktorin, virtuell begrüsst. Das Skelett des Höhlenbären, das von einem der Söhne der Gründerfamilie einst in einer Höhle auf der Rigi gefunden wurde, ist jetzt von ganz Nahe zu bestaunen.

Neu gibt es im Erdgeschoss des Schweizerhauses nun auch ein geräumiges Bistro. Das gesamte Sortiment stammt aus der Region. Der eigens kreierte Gletschergarten-Hotdog ist gar ein Quartier-Produkt. Das Brot stammt aus der Backstube der Konditorei Heini, die Wurst aus der Metzgerei Doggwiler und das frische Gewürz-Ketchup vom benachbarten Café/Restaurant Sowieso.

So sieht es im neuen Bistro aus.

So sieht es im neuen Bistro aus.

Bild: PD

Erlebniswelt Fels soll im Sommer 2021 eröffnet werden

Rund drei Millionen Franken hat die Restaurierung des Schweizerhauses gekostet. Bereits seit Anfang Juni wieder geöffnet ist das ebenfalls renovierte Spiegellabyrinth. Im Sommer 2021 sollen dann die neue spektakuläre Erlebniswelt im Innern des Felses und die Erweiterung Sommerau fertig gebaut sein. Die Kosten für die gesamte Erneuerung des Gletschergartens werden mit rund 20 Millionen Franken veranschlagt.