NACH BRAND: Giebelbilder wieder da – Stadtrat will sie nicht

Am Montag jährt sich zum 15. Mal der Brand der Luzerner Kapellbrücke. Dieser zerstörte auch 86 der insgesamt 146 Brückenbilder. Diese sind nun von Künstlern kopiert worden.

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Die brennende Kapellbrücke in der Nacht auf den 18. August 1993. (Bild Nique Nager/Neue LZ)

Die brennende Kapellbrücke in der Nacht auf den 18. August 1993. (Bild Nique Nager/Neue LZ)

Die Bilder, welche die drei Zyklen – Luzerner und Schweizer Geschichte, Mauritius Zyklus und St. Leodegar Zyklus – zeigen, dürfen durchaus als grosser Schatz der Stadt Luzern und sogar als ein Stück Schweizer Geschichte betrachtet werden, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Unter der Leitung des Luzerner Rechtsanwalts und Kunstliebhabers Jost Schumacher arbeiteten gemäss Medienmitteilung renommierte Künstler während rund vier Jahren an der Wiederherstellung aller Bilder. Kostenpunkt: Rund zwei Millionen Franken.

Möglicherweise sogar Schenkung
Brisant: Schumacher hatte der Stadt angeboten, dass die gemachten Kopien an ihren ursprünglichen Platz zu hängen, wie es in der Samstagsausgabe des «Tages-Anzeiger» heisst. Sogar von einer Schenkung sei die Rede gewesen. Dieses Angebot hat der Stadtrat jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgeschlagen. «Wir handeln nach dem Grundsatz Bekenntnis zum Original», wird Baudirektor Kurt Bieder zitiert. Man wolle keine Kopien auf der Kapellbrücke, auch wenn das Projekt an sich «äusserst verdienstvoll» sei.

Jost Schumacher kann die Argumentation des Stadtrats nicht nachvollziehen: «Heute hängen zwar ausschliesslich Originale an der Brücke. Da sie aber keinem einheitlichen Zyklus angehören, zeigen sie keine zusammenhängende Geschichte mehr.» Der Kompromiss: Die nachgemalten Kapellbrückenbilder werden der Öffentlichkeit vom 6. bis 23. November 2008 in der Kornschütte Luzern zugänglich gemacht. Dann soll auch ein Podiumsgespräch stattfinden, an dem Experten über die gegensätzlichen Ansichten debattieren werden.

Und danach? Gemäss dem «Tages-Anzeiger» hätten bei Schumacher bereits ein japanisches und ein amerikanisches Museum – Gerüchten zufolge das renommierte Guggenheim-Museum in New York – Interesse für die Bilder bekundet.

scd

HINWEIS
So berichtete die Luzerner Zeitung in einer Sonderbeilage am Tag nach dem Brand »

Mehr zum Thema lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.