Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nach dem Auszug der Missionare sollen jetzt Senioren das Haus in Ruswil neu beleben

Für das ehemalige Seminar der Missionare von der Heiligen Familie haben sich die Pläne konkretisiert. Bis es aber soweit ist, muss noch eine wichtige Hürde gemeistert werden.
Ernesto Piazza
Robert Camenzind (von links), Julius Zihlmann und Beat Paul Dahinden vor dem ehemaligen Seminar der Missionare von der Heiligen Familie. (Bild: Manuela Jans-Koch; Ruswil, 9. November 2018)

Robert Camenzind (von links), Julius Zihlmann und Beat Paul Dahinden vor dem ehemaligen Seminar der Missionare von der Heiligen Familie. (Bild: Manuela Jans-Koch; Ruswil, 9. November 2018)

Vor mehr als zwei Jahren haben die letzten Missionare von der Heiligen Familie die Gemeinde Ruswil verlassen und sind von der Höchweid ins schwyzerische Nuolen umgezogen. Jetzt soll auf dem Areal anstelle eines Seminars vor allem neuer Wohnraum für Senioren gebaut werden. Weiter ist ein öffentliches Restaurant mit Gartensitzplätzen geplant. Die dafür gegründete Bewia Höchweid AG hat mit dem bisherigen Eigentümer, den Missionaren der Heiligen Familie, einen Kaufrechtsvertrag abgeschlossen. Dieser läuft längstens bis 2021. Der Preis für das Objekt liegt bei 3,9 Millionen Franken.

«Die leer stehenden Gebäude riefen nach Handlungsbedarf», sagte Bewia-Verwaltungsratspräsident Beat Paul Dahinden an der Medienkonferenz. Deshalb will die Gesellschaft – deren Name abgekürzt soviel wie «Begleitetes Wohnen im Alter» heisst – das alternative Wohnkonzept realisieren (wir berichteten).

Gesellschaftsform mit sozialem Charakter

Die Senioren sollen in der Höchweid eine aktive Rolle einnehmen. So ist beispielsweise angedacht, dass sie Fahrdienste anbieten und bei Garten- und Hauspflege oder bei der Hauswartung mitarbeiten. Für diese Leistungen bekommen sie Gutschriften, die sie gegenseitig eintauschen können. Zudem ist es ihnen möglich, die Guthaben im Restaurant einzulösen. «Die Gemeinschaftsform hat ebenfalls einen sozialen Charakter», so Dahinden. Damit unterscheide sich das Konzept Bewia grundlegend von bisher bekannten Alterswohnkonzepten.

Geplant sind zirka 33 Wohnungen. Etwas mehr als die Hälfte soll verkauft, die übrigen Einheiten vermietet werden. Der grösste Teil ist im Segment 2½-Zimmer-Wohnungen angesiedelt, aber es sind auch 3½-Zimmer-Wohnungen geplant. Die Bewia Höchweid AG wird von 37 Aktionären mitgetragen. Zudem gibt es eine Warteliste. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Gesellschaft bei der Finanzierung auf diese zurückgreife, erklärt VR-Präsident Dahinden. Was die monetäre Situation betrifft, sei man jedoch auf Kurs. Zu den 3,9 Millionen Franken Kaufpreis dürften noch rund neun Millionen Zusatzinvestitionen kommen. So, dass die Projektkosten letztlich auf zirka 13 Millionen zu stehen kommen.

Das auf Ruswiler Gemeindegebiet liegende Gebäude ist denkmalgeschützt und liegt in einer sogenannten Sonderbauzone A. Das heisst: Die Nutzung ist eng umschrieben und diente bisher den Zwecken des Missionsvereins von der Heiligen Familie. Vergangene Woche hat der Kanton nun für eine Teilzonenänderung grünes Licht gegeben. Dies wiederum bedeutet auch, dass der Ruswiler Stimmbürger an der Urne darüber entscheiden muss. «Der definitive Zeitplan hat die Exekutive noch nicht fixiert», sagt Gemeindepräsident Franzsepp Erni auf Anfrage. «Wir gehen aber davon aus, dass dies entweder im Frühling oder im Herbst 2019 der Fall sein wird.»

«Wir sind sehr, sehr gerne hier gewesen»

Klar ist: Das Gebiet wird auch künftig einer Sonderbauzone zugeordnet sein. Wobei die Rahmenbedingen für das Machbare klar umschrieben sind. Dieser Umstand habe eine Nachnutzung erschwert. «Wir konnten aber die jetzige Situation moderat verändern, sodass das geplante Projekt möglich ist», erklärt Erni. Umgeben ist die knapp 28 700 Quadratmeter grosse Fläche weiter von einer Landwirtschaftszone. Ganz generell erklärt der Ruswiler Gemeindepräsident zum Projekt: «Wir sind froh, dass das Areal einer neuen Nutzung zugeführt werden kann.» Ist die Umzonung vom Tisch, soll das Baugesuch zügig eingereicht werden. Die Bewia als Käufer hofft, im Jahre 2022 das Vorhaben zu realisieren. «Ich denke, der Plan ist realistisch», so Dahinden. Und der auch anwesende Pater Julius Zihlmann betonte: «Wir sind sehr, sehr gerne hier gewesen. Der Entscheid ist uns nicht leicht gefallen, doch wir stehen voll hinter dem Konzept.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.