Nach den Wahlen: Frauennetzwerk will auch für National- und Ständeratswahlen mobilisieren

Das überparteiliche Netzwerk «Frauen - Luzern - Politik» will weiterhin Frauen für die Politik begeistern. Die Vorbereitungen für die National- und Ständeratswahlen im Herbst laufen bereits.

Martina Odermatt
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Korintha Bärtsch nimmt im Luzerner Regierungsgebäude trotz Niederlage Gratulationen entgegen. (Bild: Eveline Beerkircher, 19. Mai 2019)

Korintha Bärtsch nimmt im Luzerner Regierungsgebäude trotz Niederlage Gratulationen entgegen. (Bild: Eveline Beerkircher, 19. Mai 2019)

Mehr Frauen in der Politik. Das forderte vor allem in den vergangen Wochen das Netzwerk «Frauen - Luzern - Politik». Der Gruppe gehören Frauen aus allen Kantonsratsparteien an. Für die Regierungsratswahlen gab sie die Empfehlung für Korintha Bärtsch ab.

Geschafft hat es die 34-jährige Grüne nicht, trotz 51640 erhaltenen Stimmen. «Korintha Bärtsch hat ein gutes Resultat erzielt, was uns natürlich sehr freut.  Umso mehr bedauern wir, dass es für den Sprung in die Regierung nicht gereicht hat», sagt GLP-Kantonsrätin und Mitglied des Netzwerks, Claudia Huser. Bärtsch sei nicht bloss eine Quotenfrau gewesen, sondern eine durchaus fähige Alternative zu den bisherigen Regierungsräten. «Das gute Ergebnis zeigt, dass es den Luzernerinnen und Luzernern ein Anliegen ist, eine weibliche Vertretung im Regierungsrat zu haben. Aber das Argument bisherige hat wohl doch mehr Gewicht erhalten», ergänzt sie. «Das muss die letzte Legislatur sein, in der keine Frau mitwirkt!»

Netzwerk geht in richtige Richtung

Huser, die zu den Erstunterzeichnerinnen des 1200 Frauen starken Komitees «nicht ohne uns» gehört, ist denn auch überzeugt: «Ich glaube, die Parteien wurden geweckt.» Sie hätten gemerkt, dass man Frauen nicht einfach aussen vor lassen könne. Frauen müssten konstant in der Partei aufgebaut werden – und nicht erst auf Wahlen hin, sagt Huser.

Bei den Kantonsrats- sowie Regierungsratswahlen habe sich gezeigt, dass das Netzwerk in die richtige Richtung gehe. Zur Erinnerung: Für die vergangenen Kantonsratswahlen vom März stellten sich 315 Frauen zur Wahl. Das Komitee führte verschiedenste Veranstaltungen durch, um Frauen für die Politik zu begeistern. Nach den Wahlen wollte sich das Netzwerk ursprünglich auflösen. Nun aber will die Gruppe auch bei den National- und Ständeratswahlen vom Herbst die Werbetrommel für weibliche Vertretungen rühren. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Huser: «Wichtig ist, dass wir überparteilich bleiben.»