Nach der Verschärfung der Coronamassnahmen: Die Messe Luzern schlägt Alarm

Die Messe Luzern AG rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von bis zu 95 Prozent. Ohne Hilfe werden die Reserven des Unternehmens bald aufgebraucht sein.

Stefan Dähler
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Markus Lauber, Vorsitzender der Geschäftsleiter der Messe Luzern AG.

Markus Lauber, Vorsitzender der Geschäftsleiter der Messe Luzern AG.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. Juni 2020)

Eigentlich hätte Anfang November die Zentralschweizer Bildungsmesse Zebi in der Messe Luzern auf der Allmend stattfinden sollen. Doch am Mittwoch hat der Bundesrat zur Eindämmung des Coronavirus ein Verbot für Messen in Innenräumen beschlossen. So wird auch das «Design schenken» im Dezember nicht stattfinden; die Durchführung wäre dieses Jahr mit Schutzkonzept in der Messe geplant gewesen.

Die Gesundheit stehe an erster Stelle, schreibt die Messe Luzern AG in einer Mitteilung. «Somit ist für uns dieser Entscheid des Bundesrates nachvollziehbar und konsequent», sagt Markus Lauber, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Doch dieser habe schwerwiegende Folgen. Nach dem Lockdown im Frühling komme die Geschäftstätigkeit erneut zum Erliegen, und zwar «in einem noch nie dagewesenen Ausmass».

6 bis 8 Millionen Franken fehlen in der Kasse

Das Verbot auf unbestimmte Zeit habe eine grosse Planungsunsicherheit zur Folge, denn für die Organisation von grösseren Anlässen sei eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten nötig. Ob etwa die Luga im Mai 2021 stattfinden kann, ist höchst unsicher. «Wir werden die Planungsarbeiten ab nächster Woche massiv herunterfahren», sagt Lauber. Damit die Luga stattfinden kann, müsste bis spätestens Ende Jahr Gewissheit darüber bestehen, ob eine Durchführung möglich ist.

Lauber rechnet für das aktuelle Geschäftsjahr, das im Juni 2021 endet, mit einem Umsatzrückgang von bis zu 95 Prozent. Es würden 6 bis 8 Millionen Franken in der Kasse fehlen, falls die Krise bis dann andauert. Damit stehe die Messe Luzern AG unter grossem Druck. «Wir müssen bis Ende Jahr auf allen Ebenen Lösungen suchen», so Lauber. Man werde sicher eine Erhöhung der Kurzarbeit beantragen. «Weiter versuchen wir, die Fixkosten zu senken und mit dem Vermieter, Lieferanten sowie anderen Partnern Lösungen zu finden.» Zudem appelliert Lauber an die Politik, dass möglichst bald auf Bundesebene eine Lösung für die Entschädigung in Härtefällen gefunden wird:

«Unsere Reserven reichen noch bis Frühling. Wenn wir bis dann nicht zusätzliche Mittel erhalten, ist die Existenz der Messe akut gefährdet.»

Entlassungen will Lauber möglichst verhindern, denn bereits im Mai habe man 20 Prozent der Stellen abgebaut. Derzeit sind bei der Messe noch rund 30 Personen angestellt. «Wir glauben an die Wichtigkeit von Messen und Veranstaltungen für das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben.» Man sei daher auf die bestehenden personellen Ressourcen angewiesen und setze alles daran, die Organisation aufrechtzuerhalten.