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Nach Drama in Polen: So sicher sind die Escape Rooms in Luzern

Ein Brandunglück in einem Abenteuerraum in Polen sorgt auch bei den Zentralschweizer Anbietern für Erschütterung. Die vier Luzerner Betreiber haben nun ihr Sicherheitskonzepte überprüft – und klare Unterschiede festgestellt.
Florian Arnold
Blick in einen Abenteuerraum der Escape Company in Luzern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 10. Oktober 2018)

Blick in einen Abenteuerraum der Escape Company in Luzern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 10. Oktober 2018)

Ein Team begibt sich in einen Raum voller Rätsel und muss sich durch Kombinationsgabe, Cleverness und Geschicklichkeit wieder daraus befreien: Das ist das Prinzip von sogenannten «Escape Rooms», die in den vergangenen Jahren immer beliebter wurden.

Für fünf Mädchen wurde dieses Abenteuer am vergangenen Freitag in der polnischen Stadt Koszalin zur Tragödie. Sie starben, weil im Raum Feuer ausbrach, was die Fluchtwege abschnitt (Artikel vom 5. Januar). Könnte sich dieses Horrorszenario auch bei den Luzerner Anbietern von Escape Rooms ereignen?

«Wir möchten jede Panik vermeiden»

Bei Escape Quest in Littau hat man sich dafür entschieden, vorerst überhaupt keine Türen mehr zu verschliessen. «Wir möchten nach dem schrecklichen Vorfall in Polen jede Panik vermeiden», sagt Geschäftsführerin Valeriia Sapronova. Doch selbst ohne diese Massnahme sei ein solches Unglück hier kaum denkbar. Einerseits werden die Teilnehmer umfassend instruiert, und während des Spiels per Video ständig überwacht. Zudem sind die Türen mit einem elektromagnetischen System verschlossen und können so mit einem Notknopf geöffnet werden. Bei einem Stromausfall bleiben sie automatisch geöffnet. Das System sei vor der Eröffnung von der Feuerwehr genehmigt worden.

Die Escape Company ihrerseits bietet ihre Knobelerlebnisse seit vergangenem Sommer an der Pilatusstrasse an. Mitinhaber Gabor Laczko betont, dass die Anforderungen an die Sicherheit in der Schweiz wesentlich höher seien als in Polen. Ein Sicherheitskonzept sei Teil einer Baueingabe, die den Weg durch sämtliche zuständige Instanzen nehmen müsse. Die Räume der Escape Company wurden vor der Eröffnung feuerpolizeilich abgenommen. Die Teilnehmer würden auch hier niemals komplett in den Räumen eingeschlossen. «Die Türen sind entweder ständig geöffnet oder durch einen Notfallknopf aufmachbar», erklärt Laczko. Auch er verweist auf die ständige Videoüberwachung und die Instruktionen zu Beginn. «Wenn sich jemand unwohl fühlt, kann er das Spiel jederzeit abbrechen.»

Nötigenfalls können Mitarbeiter eingreifen

Auch für den Anbieter Adventure Rooms, der in Emmenbrücke und Baar Spielmöglichkeiten eingerichtet hat, gab das Unglück von Polen Anlass dazu, das eigene Sicherheitskonzept genau unter die Lupe zu nehmen. «Es ist selbstverständlich, dass wir uns solche Fragen stellen», sagt Gründer Gabriel Palacios, der zu den Pionieren der Szene gehört. Laut ihm wurden allerdings keine Mängel festgestellt, die Sofortmassnahmen nötig gemacht hätten. Offene Türen und die Überwachung der Teilnehmer sind auch bei Adventure Rooms Pflicht. «Nötigenfalls könnte ein Mitarbeiter zu Hilfe eilen und eine zusätzliche Türe öffnen», sagt der Gründer.

Gemeinsames Rätsellösen steht im Zentrum

Adventure Rooms ist international mit 160 Spielmöglichkeiten tätig. Laut Palacios kam es bisher noch an keinem Standort zu nennenswerten Zwischenfällen. Die Nachforschungen zum Unglück in Polen werde man genau mitverfolgen, um für noch mehr Sicherheit zu sorgen. Gabriel Palacios relativiert aber auch: «Im Grunde genommen passiert nichts anderes, als dass sich eine Gruppe trifft, um gemeinsam Rätsel zu lösen.»

Ein weiterer Anbieter ist The Riddle Escape Games an der Baselstrasse. Betreiber Thomas Niederberger unterstreicht die Aussagen der anderen Anbieter und verweist auf dieselben Sicherheitsmassnahmen.

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