Video
Nach Knatsch um Gestank: Bauer aus Meggen errichtet nun «Iglus» für seine Schweine

Dank einer speziellen Idee kehrt vorerst Ruhe ein im Megger Konflikt um die Geruchsemissionen. Bauer Kaspar Hofer will als Übergangslösung Iglus für seine Schweine errichten.

Sandra Monika Ziegler
Merken
Drucken
Teilen
Kaspar Hofer mit Sohn Balz im Schweinestall, der nun durch Iglus ersetzt werden soll.

Kaspar Hofer mit Sohn Balz im Schweinestall, der nun durch Iglus ersetzt werden soll.

Bild: Manuela Jans-Koch (Meggen, 7. Juli 2019)

Quasi auf den letzten Drücker zeichnet sich für Kaspar Hofer, Megger Bauer, eine Übergangslösung zur Haltung seiner 22 Schweine ab. Denn bereits Ende Mai hätte er seinen heutigen Stall räumen müssen. Nun zügeln die Tiere wohl in speziell angefertigte Iglus.

Grund für den Eklat war eine Klage eines Nachbarn. Dieser bemängelte den Gestank der Schweine. Gefordert wurde ein Mindestabstand zwischen Stall und Villa von 58 Metern. Dazu wäre ein Stallneubau nötig gewesen. Doch dafür fehlt der Bauersfamilie das Geld. Es kam in der Folge über Monate zu Diskussionen zwischen der Gemeinde und dem Bauern (wir berichteten).

Idee kam durch eine TV-Sendung

Kaspar Hofer bangte um seine Existenz. Hätte er bis Ende Mai keine Lösung gefunden, müsste er die Sauen schlachten. Doch damit würde gut die Hälfte seines Einkommens wegfallen. Er hätte den Betrieb und die Gehälter nicht mehr bezahlen können. Die Familie hatte Existenzängste und in der Folge manch schlaflose Nacht. Da erinnerte sich Kaspar Hofer an eine Sendung, die er einmal vor Jahren im Fernsehen sah, wie er erklärt: «Dort sah ich einen Bericht über Freilandschweinehaltung mit Iglus. Wir machten uns schlau und fanden einen Schweizer Lieferanten. Ich glaube sogar, dass er der Einzige ist, dessen Iglus den Vorschriften für die Biohaltung entsprechen.»

Zusammen mit seinem Sohn ging er diese Iglus besuchen und war erstaunt: «Wir waren im Januar vor Ort und es kalt, etwa minus sieben Grad waren es. Da nahm es mich wunder, wie es im Iglu ist. Und da staunte ich, denn drinnen waren es wohlige 22 Grad. Das hat mich überzeugt.»

Gesuch beim Kanton eingereicht

Obwohl es sich um mobile also verschiebbare Bauten handelt, brauchte es dafür im Kanton Luzern eine Baubewilligung, wie ihm mitgeteilt wurde. Deshalb hat Kaspar Hofer für die Iglus vor gut einer Woche ein Baugesuch eingereicht. Und die Gemeinde Meggen reagierte prompt. Gestern verkündete sie in einer Medienmitteilung: «Der Gemeinderat begrüsst den Vorschlag der Zwischennutzung. Das Gesuch wird nun vom Kanton geprüft.» Bei einer positiven Beurteilung durch die kantonalen Amtsstellen werde diese Nutzung also zeitlich befristet bewilligt.

Weiter hält die Gemeinde in ihrem Schreiben fest: «Für die Haltung der 22 Schweine wird eine Fläche von 2,64 Hektaren benötigt. Innerhalb der dafür vorgesehenen Flächen werden die Iglus alle vier Monate an einen neuen Standort verschoben. Die geplante Freilandhaltung soll auf den betriebseigenen und gepachteten Landflächen erfolgen.» Bauer Hofer freut es:

«Jetzt haben wir wieder Luft und
können nicht nur durchatmen, sondern auch durchschlafen.»

Die 22 Iglus sollten bis Mitte Mai geliefert werden. Sie werden in Einzelteilen angeliefert. «Pro Iglu brauchen wir etwa drei Stunden», erklärt Hofer. Dann werden in jedem Iglu ein Ballen Stroh verteilt. Die Schweine, so Hofer, würden dann ihr neues Zuhause selber aufsuchen und auch immer wieder ins gleiche Iglu zurückkehren. «Sie haben also 24 Stunden offene Türen, können raus und rein, wann immer sie wollen.» Diese Freilandhaltung sei sehr arbeitsintensiv, doch rette sie ihm die Zukunft. Und so Hofer: «Lieber diese Mehrarbeit als das Abschlachten der Tiere.»

Auf Anfrage sagt Ruedi Imgrüth, Leiter Planung/Bau, zur befristeten Zwischenlösung: «Diese soll ermöglichen, dass die Schweinehaltung beim Betrieb der Familie Hofer aufrechterhalten werden kann, bis der geplante Neubau realisiert ist.»