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Nach Kündigung des Geschäftsleiters: Bei Agrovision in Alberswil gehen weitere Mitarbeiter

Andreas Lieberherr, der Geschäftsführer der Agrovision-Handelsplattform Regiofair, hat überraschend gekündigt. Jetzt zeigt sich: Ihm folgen fünf weitere Mitarbeiter. Trotzdem sprechen die Verantwortlichen von Abgängen ohne Groll oder Wut.
Kilian Küttel
Hat seinen Rücktritt angekündigt: Regiofair-Geschäftsführer Andreas Lieberherr. (Bild: Corinne Glanzmann, Zell 31. März 2016)

Hat seinen Rücktritt angekündigt: Regiofair-Geschäftsführer Andreas Lieberherr. (Bild: Corinne Glanzmann, Zell 31. März 2016)

Nach elf Jahren ist Schluss: Andreas Lieberherr, der die Zentralschweizer Handelsplattform Regiofair bei der Stiftung Agrovision leitet, nimmt den Hut. «Sein Entscheid kam überraschend für uns», sagte Agrovision-Präsident Rolf Thumm am 29. Oktober gegenüber unserer Zeitung.

Damals war Lieberherr nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, da er in den Ferien war. Mittlerweile ist er wieder zurück. Auf Anfrage sagte der 54-Jährige nun: «Freiheit ist für mich etwas vom Wichtigsten im Leben. In den letzten Jahren hatte ich diese. Ob das auch in Zukunft so sein wird, weiss ich nicht. Deshalb habe ich mich entschieden, Agrovision zu verlassen.»

Neue Strukuren sind der Stolperstein

Wenn Lieberherr sagt, er könnte seine Freiheit verlieren, ist das mit einer Umstrukturierung bei der Stiftung Agrovision auf dem Burgrain in Alberswil zu erklären. Präsident Rolf Thumm sagt dazu: «Wir haben mittlerweile eine Grösse erreicht, bei der wir die Verantwortung auf mehrere Schultern aufteilen müssen, um unser Unternehmen weiterhin nachhaltig führen zu können.»

Konkret will Agrovision einen Leiter für den Bereich Regiofair, einen Leiter für die Abteilung in Burgrain sowie einen Finanzleiter einsetzen. Damit habe sich Lieberherr nicht anfreunden können.

Selber sagt dieser, die «Zusammensetzung der personellen Situation hat mir nicht entsprochen, weshalb ich jetzt die Konsequenzen ziehe». Wenn ein Unternehmen sich in eine Richtung entwickle, könne man entscheiden, ob man mitziehen wolle oder nicht: «Das ist legitim.»

Parteien beharren auf Einvernehmlichkeit

Eine konkretere Begründung war weder Thumm noch Lieberherr zu entlocken. Beide aber pochen darauf, dass die Trennung einvernehmlich und ohne Groll vonstatten gehen soll. Dazu Lieberherr: «Ich hatte in den letzten Jahren ein irrsinnig tolles Team um mich, und es war eine sehr schöne Zeit. Ich verlasse Agrovision nicht mit bösem Blut und will auch nicht nachtreten, da es keinen Grund dafür gibt.»

Wie unsere Zeitung weiss, bleibt es aber nicht allein beim Abgang des Geschäftsführers. Präsident Rolf Thumm bestätigt, dass nebst Lieberherr fünf weitere Personen das Unternehmen verlassen – unter anderem dessen Frau sowie sein Sohn, die ebenfalls für Agrovision gearbeitet haben. Insgesamt arbeiten 65 Personen für die Stiftung und deren Unternehmen, zusammen besetzen diese 45 Vollzeitstellen.

Lieberherr will Abgänge nicht forciert haben

Wieso kündigen nun weitere Mitarbeiter bei der Agro-Stiftung? Thumm macht keinen Hehl daraus, dass dies eine direkte Auswirkung von Lieberherrs Abgang ist: «Wenn der Chef geht, passiert es immer wieder, dass Angestellte mitziehen.» Jedoch unterstreicht der Agrovision-Präsident: «Andi Lieberherr hat uns versichert, dass er diese Kündigungen nicht forciert hat.» Dasselbe sagt der abtretende Geschäftsführer: «Ich habe in keinster Weise dafür gesorgt, dass weiter Personen ihre Kündigung einreichen. Aber es sind alles erwachsene Menschen, denen es frei steht, eine Arbeitsstelle zu verlassen, wenn sie keine Zukunft mehr für sich sehen oder andere Vorstellungen haben.»

Apropos Zukunft: Wie es mit Andreas Lieberherrs Nachfolge weitergeht, ist aktuell unklar. Gemäss Rolf Thumm läuft die Suche nach einem neuen Geschäftsführer. Mit dieser Aufgabe habe man eine Personalvermittlungsfirma beauftragt. Zudem würden Gespräche laufen, bis wann Lieberherr die Leitung bei Regiofair noch innehat. Gemäss dem Noch-Geschäftsführer deuten die Zeichen daraufhin, dass er dem Unternehmen im Februar oder im März 2019 den Rücken kehrt.

Wie es für ihn persönlich weitergeht, weiss er noch nicht: «Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Im Moment habe ich mit meiner Aufgabe auch noch mehr als genug zu tun.»

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