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Erst im Mai eröffnet: Für die Bäckerei «Martins Brotwerk» ist bereits wieder Schluss

Die Bäckerei Martins Brotwerk am Luzerner Paulusplatz ist zu – mehrere Personen haben Anzeige erstattet.
Sandra Monika Ziegler
«Martins Brotwerk» an der Obergrundstrasse 85 in Luzern. Seit kurzem hängt ein handgeschriebener Geschlossen auf einem Zettel an der Eingangstür. Bild: Pius Amrein (Luzern, 26. August 2019)

«Martins Brotwerk» an der Obergrundstrasse 85 in Luzern. Seit kurzem hängt ein handgeschriebener Geschlossen auf einem Zettel an der Eingangstür. Bild: Pius Amrein (Luzern, 26. August 2019)

«Wir sind alles Verlierer», sagt Bäckermeister Martin Winkler zur aktuellen Situation und fügt an: «Ich bin dramatisch enttäuscht.» Noch im Mai war das anders, damals wurde mit viel Herzblut und Engagement an der Obergrundstrasse beim Luzerner Paulusplatz die ehemalige Bäckerei Arnold übernommen. Als Geschäftsführer fungierte Roberto del Greco und als Bäckermeister Martin Winkler.

Doch schon im August erreichten unsere Zeitung Meldungen von ehemaligen Angestellten mit dem Vorwurf, dass die vereinbarten Löhne vom Arbeitgeber nicht bezahlt und auch keine Branchenverträge ausgestellt wurden. Auf Nachfrage wurde damals über den Anwalt des Geschäftsführers ausgerichtet, dass nun neue Verträge aufgesetzt würden und auch konstruktive Gespräche im Gang seien. Es sei alles auf gutem Wege. Dem ist nicht so.

Fragen bleiben unbeantwortet

Denn jetzt ist die Bäckerei seit Tagen geschlossen und allem Anschein an bleibt das vorläufig so. Auf Nachfrage sagt Bäckermeister Winkler knapp: «Roberto hat das aufgegeben, er weiss mehr dazu.» Und weiter: «Die aktuelle Situation sollte im September geklärt werden. Bis dahin werde ich nur noch an den Märkten sein.»

Winkler, dessen Backstube sich in Emmenbrücke befindet, verkauft seine Brote nicht nur in Luzern, sondern auch im Zürcher Hauptbahnhof am Markt. Er bedauert die Situation und hofft, dass zu guter Letzt alle mit einem blauen Auge davonkommen. «Das Bäckerhandwerk ist hart. Die Bereitschaft, sechs Tage die Woche zu arbeiten, ist nicht jedermanns Sache, da muss schon Herzblut dabei sein», sagt Winkler.

Gerne hätten wir die Meinung von Geschäftsführer Roberto del Greco zum kurzen Luzerner Auftritt eingeholt. Schriftliche Anfragen blieben unbeantwortet, mündlichen wurde ausgewichen. Zur Person del Greco ist erwähnenswert, dass er ein Quereinsteiger ist und ursprünglich aus der Finanzbranche kommt. Auf seiner Website steht, dass eines seiner Gebiete das Risiko Management ist und er über 25 Jahre Berufserfahrung ausweist. In der Bäckerbranche hat ihn dies jedoch nicht zum Erfolg geführt.

Polizei bestätigt Anzeigen

Doch zurück zur Bäckerei: Kunden standen in den letzten Tagen vor verschlossener Tür. «Schade, das Brot hat mir sehr gut geschmeckt, dann muss ich eben an den Markt», sagt etwa eine Frau. Enttäuscht ist aber nicht nur die Kundschaft. Auch die ehemaligen Mitarbeiter sind es und haben – ausser Martin Winkler – den Job geschmissen. «Das ist eine riesen Schweinerei, der hat uns doch über den Tisch gezogen», sagen zwei ehemalige Mitarbeiter. Zwei andere erklären: «Wir zeigen die GmbH und den Geschäftsführer an, weil er uns die Löhne nicht bezahlt hat.»

Aber auch der Geschäftsführer selbst bleibt nicht untätig. Unsere Zeitung hat ihn ebenfalls an diesem Donnerstag auf dem Weg zum Emmer Polizeiposten gesichtet. Auch er will Anzeige erstatten. Die Luzerner Polizei bestätigt, dass sich die genannten Personen auf dem Posten gemeldet hätten und Anzeige erstattet haben. Das nächste Kapitel der traurigen Bäckergeschichte wird wohl vor dem Richter stattfinden.

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