Nach Menschenauflauf bei der Ufschötti: Stadtrat erwägt temporäre Reduktion der Parkplätze

Der Luzerner Stadtrat hat noch keine konkreten Massnahmen für die Ufschötti beschlossen. Er behält die Situation aber im Auge und prüft fortlaufend mögliche Schritte.

Simon Mathis
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Am Freitag war auf der Ufschötti weit weniger los als am Donnerstag.

Am Freitag war auf der Ufschötti weit weniger los als am Donnerstag. 

Bild: Simon Mathis (Luzern, 22. Mai 2020)

An Auffahrt wurde die Ufschötti in der Stadt Luzern zum Hotspot für all jene, die nach draussen gehen und die Sonne geniessen wollten. Das führte dazu, dass die Abstandsregeln des Bundes nicht mehr eingehalten werden konnten. Noch hat der Luzerner Stadtrat keine weiteren Massnahmen an der Ufschötti beschlossen. Er beobachte die Situation aber genau, wie es am Freitag auf Anfrage heisst. «Der Gemeindeführungsstab der Stadt Luzern trifft sich regelmässig und berät dann über die Eignung möglicher Massnahmen», sagt Mediensprecher Simon Rimle. «Auch die Idee, temporär Parkplätze zu reduzieren wird diskutiert und abgewogen.» Wichtig sei aber immer auch, dass die Massnahmen verhältnismässig und verständlich seien.

Und am bevorstehenden Wochenende? Der Stadtrat beschränkt sich darauf, nochmals «eindringlich an die Eigenverantwortung der Bevölkerung» zu appellieren. Das heisst im Fall der Ufschötti:

«Kommen Sie an Orte, wo sich schon viele Menschen aufhalten, weichen Sie bitte unbedingt auf weniger belebte Orte aus.»

Ansonsten gelte, was überall gelte: Ansammlungen von mehr als fünf Personen seien verboten, das Einhalten des Zweimeterabstandes Pflicht.

Erneute Sperrung des Seeufers momentan kein Thema

Kein Thema sei zurzeit eine erneute Sperrung von Plätzen und Flanierzonen am See. «Dem Stadtrat ist wichtig, dass möglichst viel öffentlicher Raum zur Verfügung steht, damit sich die Bevölkerung bestmöglich verteilen kann», so Simon Rimle. «Es war und ist wichtig, dass der Bevölkerung trotz geschlossenem Badebetrieb die Anlagen im Lido und im Tribschenbad wie im Winter als Naherholungsflächen zur Verfügung stehen.»

Die Verhaltensregeln werden grossmehrheitlich sehr gut eingehalten, hält der Stadtrat weiter fest. «Dass die Bevölkerung nach den einschneidenden Wochen im März und April nun bei schönem Wetter die Nähe zum See sucht, ist durchaus verständlich.» Aber das Virus sei noch da. «Deshalb ist es absolut wichtig, sich weiterhin rücksichtsvoll und solidarisch zu verhalten.»

Weiterhin lege der Stadtrat Wert darauf, dass die Massnahmen in einem guten Verhältnis zu den Botschaften des Bundes stehen. Deshalb warte die Exekutive «gespannt auf die Kommunikation des Bundesrates von nächster Woche, ob und in welchem Rahmen er weitere Lockerungsmassnahmen beschliesst.»

Deutlich mehr Fahrgäste mit dem Postauto unterwegs

Nicht nur auf der Ufschötti drängten sich an Auffahrt die Leute. Wie ein Leser berichtet, war das Postauto von der Stadt Luzern ins Eigenthal voller Passagiere. «Das stimmt, am Donnerstag waren mehrere Postauto-Linien stark ausgelastet – vor allem diejenigen, die in Naherholungsgebiete wie das Eigenthal oder Sörenberg führen», sagt Katharina Merkle, Mediensprecherin der Postauto AG.

«Der Feiertag mit schönem Wetter hat dazu geführt, dass merklich mehr Ausflügler unterwegs waren. Der Abstand von zwei Meter konnte daher nicht immer eingehalten werden.» Wo immer möglich, setze Postauto einen zweiten Bus ein und biete einen Pikett-Fahrer auf. Von der Kapazität her sei das aber nicht immer realistisch, so Merkle. «Wir können nicht beliebig viele Fahrzeuge einsetzen.» Auch putze man die Postautos jetzt mehrmals pro Tag.

Offizielle Gästezahlen von den vergangenen Wochen gebe es noch nicht. Dennoch könne man festhalten, dass Auffahrt von der Gästezahl her mit normalen Feiertagen vergleichbar gewesen sei. «Dies noch im Gegensatz zu Ostern, wo noch viel weniger Leute unterwegs waren», hält Merkle fest. Schon am vergangenen Wochenende sei die Zahl der Gäste höher als sonst während Corona gewesen. Merkles Interpretation:

«Die Leute haben sich lange zurückgehalten und die Zahl der Erkrankten ist stabil, jetzt wollen sie offenbar nach draussen.»

Am Samstag ist die Wetterprognose schlechter; daher erwartet die Postauto AG weniger Fahrgäste. Am Sonntag kehrt die Sonne wieder zurück – und mit ihr wohl auch die Ausflügler. Wer sich mit dem ÖV bewegt, dem wird dringend empfohlen, eine Hygienemaske zu tragen, vor allem bei Abständen von weniger als zwei Metern.

Das gilt auch bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL), wo es bisher allerdings noch nicht zu so grossen Menschensammlungen wie bei Postauto gekommen ist. «Bei uns ist der Freizeittourismus weniger ausschlaggebend», erläutert Mediensprecher Sämi Deubelbeiss. Die Auslastung der VBL liegt nach wie vor nur bei etwa 50 Prozent im Vergleich mit einer durchschnittlichen Woche im vergangenen Januar.

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