Nach Sachbeschädigungen durch FCB-Fans: Der FC Luzern reicht Strafanzeige ein

Zertrümmerte WCs, versprayte und herausgeschlagene Wände: FCB-Fans wüteten am Sonntag im Gästesektor der Swisspor-Arena. Der FC Luzern hat nun Strafanzeige eingereicht.

Jonas von Flüe
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Im und vor dem Gästesektor der Swisspor-Arena kam es am Sonntag zu unrühmlichen Szenen. Anhänger des FC Basel traktierten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor dem Spiel mit Faustschlägen sowie Pfefferspray und warfen Knallpetarden und Pyrofackeln in deren Richtung. Das teilte die Luzerner Polizei am Sonntag mit und belegen Videos, die vom angrenzenden Hochhaus aus aufgenommen wurden. Ausserdem verwüsteten sie die sanitären Anlagen im Gästesektor massiv: Bilder zeigen herausgeschlagene Wände und Türen. 

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FCL-Präsident Philipp Studhalter hat am Dienstag erklärt, dass der FC Luzern wegen der Sachbeschädigungen Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht habe. «Wir haben ein neues Stadion. Diese Schäden können nicht einfach so schnell repariert werden», sagt er. Und:

«Sachbeschädigungen in diesem Ausmass haben wir noch nie erlebt.»

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Über die Gründe für das aggressive Verhalten kann Studhalter nur spekulieren. Er glaubt aber, dass die Aktionen von langer Hand geplant waren. Denn Gästefans protestieren immer wieder gegen die Eingangskontrollen und die Architektur des Gästesektors, zuletzt diejenigen des FC St.Gallen Anfang Dezember. «Wir haben ein Einlasskonzept, an das wir uns immer halten. Am Sonntag waren trotz der Ausschreitungen alle Fans rechtzeitig im Stadion», sagt Studhalter.

Beim FC Luzern ist man sich aber der Tatsache bewusst, dass die Lage des Gästesektors am Ende der Gegengerade nicht optimal ist. Die Sicht auf das Spielfeld ist eingeschränkt. In allen anderen Stadien der Super-League-Klubs ist der Gästebereich hinter dem Tor oder in der Ecke platziert. Bereits vor der Saison hat der FCL jedoch einige Anpassungen vorgenommen. Allerdings könne der Gästesektor nicht einfach umplatziert werden, etwa hinter das Tor. «Wir müssten gleichzeitig die Infrastruktur umbauen, damit die Gästefans wie heute getrennt ins Stadion ein- oder wieder hinausgelassen werden können», erklärt Studhalter. Er betont, dass der Gästesektor nicht bei allen Fans durchfalle und der FCL positive Reaktionen auf seine Anpassungen erhalten habe.

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