Nach Schlägerei: Chaoten greifen Polizisten an

In der Stadt Lu­zern ha­ben sich jubelnde und enttäuschte Fuss­ball­fans in der Nacht auf Dienstag ei­ne Mas­sen­schlä­ge­rei ge­lie­fert. Die Polizei setzte den Wasserwerfer ein. Nun reagiert die Stadt Luzern.

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Die beschädigte Frontscheibe des Wasserwerfers (Bild: Luzerner Polizei)

Die beschädigte Frontscheibe des Wasserwerfers (Bild: Luzerner Polizei)

 

Nach Spielschluss der Euro-Fussballspiele kam es am Montagabend in der Stadt Luzern beim KKL zu wüsten Ausschreitungen zwischen Fans von Kroatien, Spanien und Italien. Laut Angaben der Luzerner Polizei gingen enttäuschte Kroaten und jubelnde Italiener und Spanier, welche die Partie beim Public Viewing vor dem KKL verfolgt hatten, aufeinander los. Die Luzerner Polizei trennte die Fanlager mit Ordnungskräften.

 

Dampf ablassen mussten offenbar vorallem Kroatien-Fans: Nachdem die etwa 500 Kroaten nicht zu den anderen Fangruppen gelangen konnten, nahmen sie die Polizei ins Visier. Sie schmissen Mobiliar, Velos und Metallkupplungen von einem Baugerüst in Richtung Polizei. Einige entblössten ihre Hintern. Es zu Sachbeschädigungen, wie die Luzerner Polizei in einer Mitteilung schreibt. Die Polizei musste die Angreifer mit Wasserwerfer und Gummischrott zurückdrängen.

 

Kroatische Fans lassen vor der Polizei die Hosen runter. (Bild: Youtube-Video)
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Der Wasserwerfer kommt zum Einsatz. (Bild: Leserreporter)
Durch die Wucht des Wasserstrahls wird der Mann um mehrere Meter zurückgeworfen. (Bild: Leserreporter)
Vor dem KKL bei der Seebar wird mit Stühlen auf gegnerische Fans eingedroschen. (Bild: Youtube-Video)
Einsatz des Wasserwerfers zwischen KKL und SBB. (Bild: Youtube-Video)
Mit solchen Metallkupplungen warfen die Chaoten gegen die Polizisten. (Bild: Luzerner Polizei)
Die Fensterscheibe geht in Brüche. (Bild: Luzerner Polizei)

Kroatische Fans lassen vor der Polizei die Hosen runter. (Bild: Youtube-Video)

Erst nach Mitternacht begannen sich die Gemüter zu beruhigen. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch nichts bekannt. Meldungen über verletzte Personen sind bei der Luzerner Polizei keine eingegangen. Die Frontscheibe des Wasserwerfers ging in Brüche. Zudem sind bei der Polizei mehrere Beschwerden wegen Hupkonzerten eingegangen. Während der Ausschreitungen war die Durchfahrt für den Fahrzeugverkehr zwischen Bahnhof Luzern und Inseli gesperrt.

Auflagen angepasst: Nur noch eine Partie

Die Verantwortlichen der Stadt Luzern haben zusammen mit den Organisatoren des Public Viewing die Auflagen verschärft. Als Folge der Ausschreitungen beschlossen sie, am Dienstagabend nur das Spiel England-Ukraine zu zeigen. Die Partie Frankreich-Schweden wird nicht übertragen. Zudem wird das Sicherheitskonzept bis Spielbeginn angepasst. Nähere Infos zum Sicherheitsaufgebot macht die Stadt nicht. Klar ist: Kommt es zu weiteren Ausschreitungen beim KKL, wird die Stadt die Bewilligung für das Public Viewing entziehen.

Zur Massenschlägerei kam es nach den Partien Spanien gegen Kroatien (1:0) und Italien gegen Irland (2:0). Spa­ni­en und Ita­li­en qualifizierten sich für die Viertelfinals, Kroatien und Irland müssen den Heimweg antreten.

zim/rem

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Mit solchen Metall-Kupplungen wurde gegen die Polizei geschossen. (Bild: Luzerner Polizei)

Mit solchen Metall-Kupplungen wurde gegen die Polizei geschossen. (Bild: Luzerner Polizei)

Die Polizei setzt den Wasserwerfer ein, um die Fanlager zu trennen. (Bild: Leserreporter)

Die Polizei setzt den Wasserwerfer ein, um die Fanlager zu trennen. (Bild: Leserreporter)