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Nach verschmierten Plakaten: Luzerner Schönheitsklinik reagiert mit Kampagne

Plakate der Lucerne Clinic werden immer wieder mit Hasstiraden beschmiert. Am Mittwoch lanciert sie deshalb eine neue Kampagne – und setzt auf den Dialog mit der Bevölkerung.
Jonas von Flüe
Auf die verschmierten Plakate (links ein Beispiel) reagiert die Lucerne Clinic nun mit einer Kampagne. | Bilder: PD

Auf die verschmierten Plakate (links ein Beispiel) reagiert die Lucerne Clinic nun mit einer Kampagne. | Bilder: PD

Ein weisser Slip, schlanke Oberschenkel und ein flacher Bauch. Dazu der Slogan «Bye Bye Fettpolster»: Mit diesem Sujet macht die Lucerne Clinic seit mehr als fünf Monaten auf Plakaten in der Stadt Luzern Werbung. Damit eckt die Schönheitsklinik an der Seidenhofstrasse an. Immer wieder werden die Plakate verschmiert und mit Sprüchen wie «Brechreiz», «sexistische Scheisskacke» oder «Krieg der Schönheitsnorm» versehen.

«Wir interpretieren die Plakat-Attacken als fundamentalen Protest gegen jedwede herstellbare Schönheit, Schönheitsideale und allgemeine Körperdarstellungen als Werbemittel», sagt Mediensprecher Mike Brandenberg. Der verursachte Schaden belaufe sich auf rund 15000 Franken. Brandenberg geht davon aus, dass die Beschimpfungen auf das Konto einer unbekannten organisierten Gruppe gehen, die sich an der freizügigen Werbung der Klinik stört. «Erfreulicherweise haben wir auf unseren Plakaten aber auch viele positive Gegenkommentare auf die verbalen Attacken erhalten», sagt Jürg Häcki, der Chefarzt der Lucerne Clinic.

Bevölkerung soll Plakate beschriften

Die Klinik will den Beschmierungen nicht mehr länger zusehen und geht deshalb in die Offensive: Heute lanciert sie eine neue Plakatkampagne, die auf den Dialog mit der Bevölkerung abzielt. An der Ecke Bahnhofstrasse/Seidenhofstrasse und am Theaterplatz werden vier Plakate mit der Aufschrift «Haben nicht alle das Recht, für sich selbst zu bestimmen, was schön ist?» angebracht. Anders als bei den bisherigen Plakaten sind mit Filzstift verfasste Botschaften explizit erwünscht. «Mit dem ‹Dialogplakat› suchen wir das offene Gespräch mit den Luzerner Passantinnen und Passanten», erklärt Brandenberg. Die Plakate werden an den beiden Standorten während sechs Wochen hängen. Auch auf ihrer Facebook-Seite ruft die Lucerne Clinic zum Dialog auf. «Wir erhoffen uns ein deutliches Zeichen für Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Akzeptanz», sagt Brandenberg.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Lucerne Clinic mit einer ungewöhnlichen Kampagne auf sich aufmerksam macht. Seit 2016 können sich Frauen im Rahmen der Aktion «Busenfreundin» die Brüste für 7900 statt 8900 Franken vergrössern lassen. Voraussetzung: Die Frauen lassen sich am gleichen Tag operieren. Sogar der deutsche Fernsehsender RTL hat über die Aktion berichtet.

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