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Im Rontal steigt die Nachfrage nach «Eltern auf Zeit»

Das Konzept ist einfach: Erwachsene zeigen Kindern mit Migrationshintergrund die Schweiz. Das Mentoring-Programm «Munterwegs» geht im Rontal in die dritte Runde. Die Zahl der Kinder steigt stetig - deshalb werden nun weitere Freiwillige gesucht.
Gabriela Jordan

Baden, Klettern oder gemeinsam in den Zoo gehen: Beim Mentoring-Programm Munterwegs verbringen Erwachsene freiwillig Zeit mit Kindern aus ausländischen Familien und zeigen ihnen so, wie sie ihre Freizeit gestalten können und wie das Leben hier funktioniert. Ursprünglich begonnen hat das Angebot in der Gemeinde Emmen, etabliert hat es sich auch schon in Cham, Baar und Risch/Rotkreuz im Kanton Zug sowie in Basel-Stadt - alles Orte, wo viele Einwandererfamilien und Expats leben.

Miriam Hess, Präsidentin des Vereins Munterwegs. Bild: PD

Miriam Hess, Präsidentin des Vereins Munterwegs. Bild: PD

Seit zwei Jahren gibt es Munterwegs ebenfalls im Luzerner Rontal. Die Gemeinden Dierikon, Gisikon, Ebikon und Root sind in den letzten Jahren stark gewachsen und haben zum Beispiel Zuzüger angezogen, die von Berufs wegen häufig Richtung Zürich orientiert sind. In den ersten beiden Jahren war das Mentoring-Angebot dort noch eher wenig bekannt, für die dritte Runde, die nach den Herbstferien beginnen wird, haben sich nun aber vermehrt interessierte Familien angemeldet. «Im ersten Jahr hatten wir kaum Anmeldungen von Kindern. Jetzt sind alle Plätze schon belegt», sagt Vereinspräsidentin Miriam Hess auf Anfrage. Sie ist Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin und Initiantin des Programms.

Alle zwei Wochen ein Treffen

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage ist der Verein noch auf der Suche nach freiwilligen Mentoren. Für die zehn Kinder, die bisher von ihren Eltern angemeldet wurden, stehen erst fünf Erwachsene zur Verfügung. Die Rontaler Gemeinden machen deshalb vermehrt auf das Angebot aufmerksam, demnächst finden zudem Informationsabende statt (siehe Hinweis unten). Pro Jahr will der Verein im Rontal um die zehn Paare zusammenbringen, die sich während acht Monaten etwa alle zwei Wochen treffen sollten.

Die meisten Kinder stammen wie erwähnt aus Familien mit Migrationshintergrund, die so mehr über die Freizeitmöglichkeiten in ihrer Region erfahren können. Doch auch Schweizer Familien machen durchaus vom Angebot Gebrauch: «Manchmal wenden sich Eltern an uns, die aus verschiedenen Gründen wenig Zeit für ihr Kind haben. Mal sind sie krank, mal alleinstehend. Grundsätzlich steht das Angebot deshalb allen offen», betont Miriam Hess.

Als Mentor kann sich jeder melden, der Freude an der Begleitung von Kindern hat. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, auch eine Altersbeschränkung gibt es nach oben nicht. «Zum Teil sind es auch Schüler der Kantonsschule St. Klemens oder Studenten der Hochschule für Soziale Arbeit, die bei unserem Programm mitmachen. Für ihr Engagement bekommen sie im Rahmen ihrer Ausbildung je nachdem auch Punkte», erklärt Miriam Hess. Häufig seien es auch ältere Leute, die keine Kinder oder Enkelkinder hätten. «Sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen kann die gemeinsame Zeit dann sehr bereichernd sein.»

Mädchen erhalten nur Frauen zugewiesen

Doch wie steht es um die Sicherheit? Schliesslich sind es zu Beginn Fremde, denen man sein Kind anvertrauen muss. Laut Miriam Hess wird jeder Freiwillige aus diesem Grund gut begleitet und in seiner Aufgabe durch Coaching-Abende unterstützt. Im Zweifelsfall weist der Verein Mentoren aber auch ab, Mädchen erhalten zudem nur Mentorinnen. Die Coaching-Abende bieten den Freiwilligen eine Plattform zum Austausch und finden etwa alle sechs Wochen statt. Ausserdem organisiert der Verein ein anfängliches Kennenlern-Fest und Gruppenveranstaltungen.

Jeder Mentor bekommt 400 Franken als Spesenentschädigung. Für den Betrag kommt der Verein auf, der sich über das kantonale Integrationsprogramm, Beiträge der Gemeinde und den Pastoralraum Rontal finanziert. Denkbar ist, dass das Angebot später auch auf andere Gemeinden ausserhalb des Rontals ausgedehnt wird. Miriam Hess: «Wir expandieren nicht proaktiv. Wenn wir aber merken, dass das Interesse da ist, bauen wir das Programm gerne aus.»

Hinweis: Informationsabende für interessierte Familien oder Freiwillige finden am Donnerstag, 30. August in der Mehrzweckhalle Arena in Root oder am Montag, 3. September im Gemeindehaus Ebikon statt (jeweils von 19 bis 20 Uhr). Mehr Informationen unter www.munterwegs.eu

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