Nachgefragt

Surseer Brauerei lanciert ein Solidaritätsbier für die Fasnacht, die gestrichen ist

Mit einem Spezialbier unterstützt die Brauerei Soorser Bier AG lokale Fasnächtler, die von der coronabedingten Absage des Volksfests betroffen sind.

David von Moos
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Bier für einen guten Zweck: Die Brauerei Soorser Bier AG unterstützt die lokalen Fasnächtler.

Bier für einen guten Zweck: Die Brauerei Soorser Bier AG unterstützt die lokalen Fasnächtler.

Bild: PD

Rund einen Monat vor dem Schmutzigen Donnerstag bringt die Soorser Bier AG ein Spezialbier in limitierter Stückzahl auf den Markt, wie das Unternehmen am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Man habe ein Bier kreiert, «welches an vergangene Fasnachten erinnert und für kommende motiviert». Unter dem Motto «E Stotz för d Fasnacht» spendet die Brauerei pro verkaufte Flasche einen Franken an lokale Fasnachtsgruppierungen. Unsere Zeitung hat mit Kevin Affentranger, dem Geschäftsführer der Brauerei, gesprochen.

Biertrinken für einen guten Zweck – wie ist diese Idee entstanden?

Kevin Affentranger: Ich selbst habe das Fasnachtsvirus quasi in die Wiege gelegt bekommen und war schon als kleiner Bub immer an der Fasnacht. Auch im Verwaltungsrat haben wir beispielsweise Leute, die ebenfalls begeisterte Fasnächtler sind. Als dann am Martinstag die Fasnachtsvereine der Region Sursee alle Anlässe abgesagt haben, war für uns klar, dass wir zu Gunsten der Betroffenen etwas unternehmen müssen. Unser Bier soll ein Zeichen dafür sein, dass die Fasnacht zwar abgesagt ist, aber trotzdem weiter existiert. Wir hoffen, mit dieser Aktion die Enttäuschung aller Fasnächtler etwas lindern zu können.

Wie schmeckt das Solidaritätsbier? Und wie hebt es sich von den anderen Bieren in Ihrem Sortiment ab?

Entstanden ist ein süffiges Export – ein Bier, dass vielen schmeckt. Es zeichnet sich durch eine schöne Farbe und eine gute Hopfennote aus. Von der Kreation her also ein etwas stärker gebrautes, gehobeneres Lagerbier. Bei Spezialbieren ist das immer so eine Sache: Man muss den Spagat wagen zwischen einem Produkt, das mehrheitsfähig ist und trotzdem eine eigene Note hat, unsere Handschrift trägt. Im vorliegenden Fall wollten wir – gerade auch wegen des Charakters der Fasnacht – ein Bier für alle.

Kevin Affentranger, Geschäftsführer Brauerei Soorser Bier AG.

Kevin Affentranger, Geschäftsführer Brauerei Soorser Bier AG.

Bild: PD

Warum gibt es das Solidaritätsbier dann nur in limitierter Stückzahl?

Das ist eine Kapazitätsfrage, vor allem von der Lagerung her. Wir müssen einen bestimmten Absatz sicherstellen können. Denn das Bier darf nicht zu lange lagern. Dazu kommt die Situation, dass coronabedingt vieles anders läuft als sonst und daher alles ein weniger gut planbar ist. Es ist aber so, dass alle unsere speziellen Biere, die nicht im Standardsortiment sind, immer in limitierter Stückzahl verkauft werden. «Es hed solangs hed.» Ein Nachbrauen des Solidaritätsbiers steht nicht zur Diskussion – ausser die Nachfrage wäre innert kürzester Zeit so gross, dass es möglich würde, das Bier bis zur Fasnacht nachbrauen zu können. Die Reproduktion würde rund 4–5 Wochen dauern.

Wie gross ist denn die Nachfrage bis jetzt?

Schon recht gross. Ironischerweise gerade bei unseren lokalen Fasnachtsvereinen (lacht). Die unterstützen sich also gegenseitig. Auch Privatpersonen kaufen das Spezialbier schon. Wir haben schon unzählige positive Rückmeldung erhalten. Und wer weiss, vielleicht wird mit diesem Solidaritätsbier ja gar der Grundstein gelegt für ein Soorser Fasnachtsbier. Ein solches gab es bis jetzt nämlich nicht. Wenn das Solidaritätsbier jetzt sehr gut ankommt, dann können wir uns vorstellen, das für die nächste Fasnacht erneut zu brauen.

Zurück zum guten Zweck Ihrer Idee. Warum gerade einen Franken pro Flasche?

Erstens klingt «E Stotz för d Fasnacht» einfach gut. Zweitens wollten wir das Bier nicht gross verteuern. Pro Fläschli bezahlt der Kunde 4.90 Franken – das Solidaritätsbier kostet damit etwa gleichviel wie unsere anderen Spezialbiere. Wir verringern hier einfach unsere Marge, um die Fasnacht zu unterstützen. Wir verdienen an diesem Bier praktisch nichts mehr. Wir machen zwar nicht «hindersi», es geht uns aber bei dieser Kampagne wirklich um den Goodwill.

Wer profitiert am Schluss von der Aktion?

Wenn alles aufgeht, kommen schlussendlich 3000 Franken zusammen. Der Topf wird dann fair zu gleichen Teilen unter den lokalen 14 Fasnachtsgruppierungen aufgeteilt – von der Zunft Heini von Uri über Guuggenmusigen bis hin zu Veranstaltern von einzelnen Fasnachtsanlässen.