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NACHGEFRAGT: «Ziele waren zu hoch gesteckt»

Roger Wicki ist Präsident des Heimverbandes Curaviva Luzern. (Bild: pd)

Roger Wicki ist Präsident des Heimverbandes Curaviva Luzern. (Bild: pd)

Der Kanton Luzern stellt die «Perspektive Pflege» nach nur zwei Jahren wieder ein (Ausgabe vom Dienstag). Roger Wicki, Präsident des Heimverbandes Curaviva, bedauert dies. Nach wie vor ist er vom einjährigen Ausbildungslehrgang für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene überzeugt. Gleichzeitig gibt er aber zu, dass die Ziele am Anfang zu ambitioniert waren. Und er nimmt die Heime in die Pflicht.

Roger Wicki, von den 15 Personen, die den ersten Lehrgang der «Perspektive Pflege» absolviert haben, fanden nur drei eine Lehrstelle oder einen Praktikumsplatz. Wieso?

Es war vor allem ein zeitliches Problem. Nehmen wir an, ein Unternehmen schreibt eine Lehrstelle für den Sommer 2018 aus: Sehr wahrscheinlich ist die Stelle bereits im Herbst 2017 vergeben. Ob unsere Kursteilnehmer das Potenzial haben, eine Lehre im Pflegebereich anzutreten, war häufig erst im Frühling klar. Und dann war der Grossteil der Lehrstellen bereits vergeben.

Waren nicht viel eher die hohen sprachlichen Anforderungen im Pflegebereich das Problem?

Das hat sicher auch eine Rolle ­gespielt. Zwar haben im schulischen Bereich alle das Sprachniveau B2 erreicht. Das kann man mit einem First-Zertifikat in Englisch vergleichen. Im Arbeitsalltag wird jedoch oft Schweizerdeutsch gesprochen. Für die Teilnehmer ist dies eine zusätzliche Herausforderung.

Was war neben den sprachlichen Fähigkeiten für die Kursteilnehmer besonders herausfordernd?

Mindestens so wichtig wie die Sprache sind die Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen. Und diese waren beim Grossteil der Kursteilnehmer überdurchschnittlich hoch – sonst hätten sie das Auswahlverfahren auch nicht bestanden.

Der Kanton Luzern steht jetzt in der Kritik, weil das Programm nicht so erfolgreich war wie erhofft. Aber sind die Heime nicht auch mitverantwortlich?

Das sind sie. Wir hätten uns auch gewünscht, dass sie mehr Personen aus dem Programm eingestellt hätten. Es wäre wichtig gewesen, noch mehr Zeit für das Projekt zu haben, um die Übungsanlage aufgrund der Erkenntnisse aus dem ersten und zweiten Kurs weiter zu verbessern. Aber dennoch: Das Programm hat einen positiven Beitrag zur Integration geleistet. (kük)

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