NACHHALTIGKEIT: Luzerner Wald ist gesund, aber...

Die Wälder im Kanton Luzern sind in einem guten Zustand. Das geht aus einem Bericht hervor. Sorgen bereiten den Förstern eine Pilzkrankheit.

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Silvio Covi, Fachleiter Schutzwald des Kantons Luzern, zeigt eine von Pilzen befallene Esche. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Silvio Covi, Fachleiter Schutzwald des Kantons Luzern, zeigt eine von Pilzen befallene Esche. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Wer Holz aus dem Wald holt (zum Beispiel mit Seilkränen in unwegsamem Gebiet), wird finanziell unterstützt. (Bild: PD)

Wer Holz aus dem Wald holt (zum Beispiel mit Seilkränen in unwegsamem Gebiet), wird finanziell unterstützt. (Bild: PD)

Wie aus dem am Donnerstag publizierten Nachhaltigkeitsbericht «Luzerner Wald 2008-2012» hervorgeht, sind die Luzerner Wälder bezüglich der Altersstruktur nachhaltig aufgebaut.

Fichte ist sehr verbreitet

Hauptbaumart des Luzerner Waldes ist die Fichte (45 Prozent des Holzvorrats) vor der Tanne (27 Prozent) und der Buche (16 Prozent). In vielen Wäldern liege der Laubholzanteil zwar noch zu tief, teilt die Staatskanzlei mit. Doch die Veränderung gehe in die gewünschte Richtung.

Durchmischter Luzerner Wald. (Bild: PD)

Durchmischter Luzerner Wald. (Bild: PD)

Ein gemischter Baumbestand sei für die Stabilität des Waldes von grosser Bedeutung. Die Förster haben bei der Pflege der Wälder die natürlichen Standortbedingungen berücksichtigt. Auch die Bemühungen zur Stärkung der Biodiversität zeigten Wirkung, heisst es. Die Aufwertung von Waldrändern nahm deutlich zu. Und bei der Pflege von Schutzwäldern befindet sich der Kanton Luzern auf Kurs.

Eschen von Pilz befallen

Sorgen bereiten den Förstern hingegen die sich ausbreitenden, nicht-heimische Arten und das zunehmende Eschentriebsterben. Diese Pilzkrankheit befällt Eschen jeglichen Alters, die bedeutendsten Schäden würden aber in Eschenjungbeständen festgestellt. Laut Bericht habe die Krankheit für Jungbäume ein existenzbedrohendes Ausmass angenommen.

Die Pilzkrankheit kann weder durch Chemie noch durch Zurückschneiden bekämpft werden, heisst es beim Bundesamt für Umwelt. Eschensterben erkannt man bei Jungpflanzen an Rindenverfärbungen und abgestorbenen Trieben. Bei älteren Bäumen stechen abgestorbene Äste oder dürre Kronenteile ins Auge. Weiter rückläufig in den Luzerner Wäldern sind die Schäden durch Borkenkäfer, heisst es weiter.

Mehr Holz ernten

Illegal entsorgte Reifen in einem Luzerner Waldstück. (Bild: PD)

Illegal entsorgte Reifen in einem Luzerner Waldstück. (Bild: PD)

Die Zahl der unrechtmässigen Eingriffe in den Wald ist auf hohem Niveau verblieben, heisst es im Bericht. Dazu zählen illegale Deponien, die Verbrennung von Abfall oder widerrechtliche Bauten.

In den letzten fünf Jahren wurden im Kanton Luzern durchschnittlich 271'000 Kubikmeter Holz geerntet. Mit 359'000 Kubikmetern ist der Nettozuwachs grösser als die genutzte Menge. Gesamthaft könnte in den Luzerner Wäldern mehr Holz genutzt werden, heisst es weiter.

Die regionalen Unterschiede sind jedoch gross: In den gut zugänglichen Wäldern des Mittellandes wird das Nutzungspotenzial weitgehend ausgeschöpft. Die Wälder im Berggebiet hingegen sind unternutzt.

Luzerner Wald in Zahlen

  • 40'000 Hektaren Wald im Kanton Luzern
  • 27 Prozent der Kantonsfläche besteht aus Wald
  • 30 Prozent sind in öffentlichem Besitz (6 Prozent Kanton, 17 Prozent Korporationen, 6 Prozent Gemeinden, 1 Prozent Bund).
  • 12'000 Waldparzellen
  • 30'000 Beschäftige im Wald
  • 3800 Beschäftigte in der Holzbranche

rem/sda