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NACHTLEBEN: Die älteste Disco Luzerns feiert Neueröffnung

Seit 45 Jahren wird an der Haldenstrasse 21 gefeiert. Das Lokal, das als «The New Loft» neu eröffnet wird, war einst nach Hazy Osterwald benannt und diente DJ Bobo als Sprungbrett.
Pascal Imbach
Hazy Osterwald (links im weissen Hemd) feierte in den 60er- und 70er-Jahren legendäre Partys im «Loft»-Club, der damals «Hazyland» hiess. (Bild: Keystone)

Hazy Osterwald (links im weissen Hemd) feierte in den 60er- und 70er-Jahren legendäre Partys im «Loft»-Club, der damals «Hazyland» hiess. (Bild: Keystone)

Führt man sich vor Augen, wie viele Bars und Clubs über die letzten Jahre im Luzerner Nachtleben auftauchten und wieder verschwanden, reibt man sich beim Blick auf die Haldenstrasse 21 verwundert die Augen. Kein anderes Luzerner Ausgehlokal hat eine längere Geschichte hinter sich als der «Loft»-Club.

Es war im Jahr 1968, als ein gewisser Rolf Erich Osterwalder zusammen mit einigen Kompagnons in den ehemaligen Stallungen des Hotels National ein Dancing eröffnete. Schon damals war er als Bandleader Hazy Osterwald bekannt, und im Zuge seiner phänomenalen Karriere verhalf der gebürtige Berner dem Luzerner «Hazyland» schon rasch zu internationaler Ausstrahlung. Wenn Musiker, Künstler oder Prominente aller Art in der Zentralschweiz weilten, sah man sie nicht selten spätnachts in eben jenem Lokal, dem Hazy seinen Namen lieh.

Heute sind diese Partys an der Haldenstrasse 21 fast so legendär wie der grosse Hazy Osterwald selber. Während sich die Leute zu Hunderten um die Bar drängten, spielten auf der Bühne nicht nur bekannte Formationen auf, sondern gern auch mal Nobodys in der Hoffnung, entdeckt zu werden – oder zumindest einen kostenlosen Drink an der Bar abzustauben. Einige rare Fotos aus jener Zeit belegen auch Erzählungen, wonach sich Frauen hin und wieder splitterfasernackt auf die Bühne wagten. Und das im prüden Luzern der Sechzigerjahre ...

Von Livemusik zu Elektro

Doch Hazy Osterwald, der vergangenes Jahr im Alter von 90 Jahren in Luzern verstarb, ist nicht die einzige Berühmtheit, die den Grundstein ihrer Karriere in den Gemäuern am Luzerner Seeufer legte. Auch ein junger Aargauer namens René Baumann erlag der Faszination des berüchtigten Ausgehlokals. Mit dem damals noch gänzlich unbekannten Künstlernamen DJ Bobo legte er ab 1986 regelmässig Platten an der Haldenstrasse auf. Längst waren zu dieser Zeit Disc Jockeys die Stars des Nachtlebens – nicht mehr Musikformationen, die live spielten.

Mit DJ Bobo und vielen anderen seiner Zunft hielt Mitte der 80er-Jahre neue, elektronische Musik Einzug im «Hazyland». Der Rest ist Geschichte: Bobo landete 1993 mit «Somebody Dance With Me» seinen ersten Nummer-1-Hit und füllte fortan nicht mehr Discos, sondern Stadien. Heute gehört der Wahl-Horwer mit weltweit über 15 Millionen verkauften Tonträgern zu den bekanntesten Musikexporten der Schweiz.

Alphütten-Atmosphäre

Fast 25 Jahre dauerte die Ära des «Hazyland», bevor das Lokal zum ersten Mal ein umfassendes Facelifting bekam – und einen neuen Namen. So wurde es 1992 als «Garage-Club» wiedereröffnet. Am Konzept änderte sich wenig – Ziel der «Garage» war es, möglichst neue, trendige Musik zu spielen. House zum Beispiel war in Luzern in seinen Anfängen nur an der Haldenstrasse regelmässig zu hören – danach überall.

1994 übernahm Martin Knöpfel das Ruder im Luzerner Traditionslokal und machte aus der «Garage» den «Hexenkessel» – mit einem Konzept, das in und um Luzern einzigartig war: Er setzte auf Alphütten-Atmosphäre – und war damit so erfolgreich, dass er schweizweit sieben solcher Lokale eröffnete. Ebenfalls ungewöhnlich war damals, dass das Lokal sieben Tage die Woche offen hatte. Hört man sich heute um, hat man das Gefühl, dass es in der Stadt Luzern kaum einen Mittdreissiger gibt, der nicht von irgendeiner feucht-fröhlichen Party im «Hexenkessel» zu erzählen hätte.

Neue Partner, neue Einrichtung

Trotz der goldenen Jahre: Auch das Konzept des «Hexenkessels» hielt sich nicht ewig. 2001 wurde es Zeit für die nächste Rundumerneuerung. Aus dem «Hexenkessel» wurde das «Loft», aus urchigem Alphütten-Charme modernes Disco-Ambiente. Im «Loft» gaben sich in den darauffolgenden Jahren internationale Star-DJs die Klinke in die Hand. Zum Szene-Hit mauserte sich zudem die regelmässig stattfindende «Frigay Night» – eine Partyreihe, die sich insbesondere an Schwule und Lesben richtet.

Heute, morgen und am Sonntag feiert die Haldenstrasse 21 ihr jüngstes Kind: das «New Loft». Betreiber Knöpfel holt mit der Luzerner FS Communication AG neue Partner mit an Bord. Nebst neuem Mobiliar und neuen Böden verfügt der Club nun auch über eine neue Soundanlage und ein überarbeitetes Beleuchtungskonzept. Auch wenn DJ Bobo für die Neueröffnung aufgrund eines Auslandaufenthalts absagen musste: Der Grundstein für viele neue Partys an der Haldenstrasse 21 ist gelegt.

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