NACHTLEBEN: Mehr Polizeipräsenz kommt gut an

Die Luzerner Polizei will künftig enger mit Clubbetreibern und Quartiervereinen zusammenarbeiten. Diese sind zufrieden – stellen aber auch Forderungen.

Lena Berger
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Zwei Mitarbeitende der Luzerner Polizei auf Fusspatrouille beim Bahnhofplatz. (Bild Pius Amrein)

Zwei Mitarbeitende der Luzerner Polizei auf Fusspatrouille beim Bahnhofplatz. (Bild Pius Amrein)

Die Polizei soll durch eine neue Einsatzstrategie flexibler und wirkungsvoller auf Probleme rund ums Luzerner Nachtleben reagieren können. Die Aufgabe der neuen Einheit City Plus, die ab diesem Sommer zum Einsatz kommt, wird es sein, zusammen mit der Bevölkerung, Quartiervereinen, Clubbetreibern und der SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) nach neuen Lösungen zu suchen. Die Mitglieder von City Plus werden schwerpunktmässig in den vom Nachtleben betroffenen Quartieren eingesetzt (Ausgabe vom 18. Februar). Dazu gehört auch mehr präventive Präsenz.

Gebühren für Sicherheit einsetzen

Bei Clubbetreibern kommt das gut an. Ali Manouchehri, Geschäftsführer der Klubs Schwarzes und Weisses Schaf in der Frankenstrasse, etwa sagt: «Dass die Polizei künftig mehr vor Ort sein will, ist eine gute Sache. Das wird auch die Sicherheitsdienste von Clubs entlasten, weil diese – im Gegensatz zu den Polizisten – auf öffentlichem Grund oftmals gar keine Befugnis haben einzugreifen.» Nur die Polizei habe die Rechte, auf öffentlichem Grund die Gesetze durchzusetzen.

Auch beim Verband Gastro Region Luzern ist man zufrieden, wie Präsident Patrick Grinschgl sagt. «Das ist genau, was wir wollten: Dass die Polizei mehr Präsenz zeigt, Grenzen setzt und Gesetzesverstösse ahndet.» Die Betreiber seien innerhalb der Lokale für die Sicherheit und Ruhe verantwortlich, die Polizei ausserhalb. «Das ist der richtige Weg. Jetzt gilt es abzuwarten, wie sich die neue Einsatztruppe bewährt.» Sollte sich zeigen, dass die Polizei für die Umsetzung der zusätzlichen Aufgaben mehr Personal brauche, dann solle dieses über die Gebühren finanziert werden, welche die Betriebe für die verlängerten Öffnungszeiten bezahlen müssen. Eine entsprechende Forderung hat kürzlich auch Kantonsrat Daniel Keller per Motion gestellt (Ausgabe vom 7. Februar). In der Stadt Luzern sind das geschätzte 170 000 Franken, die heute vom Kanton nicht zweckgebunden eingesetzt werden.

Zufriedenheit im Bruchquartier

In den vom Nachtleben besonders betroffenen Quartieren, ist man froh um die neue Strategie der Luzerner Polizei. «Ich begrüsse es sehr, dass es künftig klare Ansprechpartner geben soll, so dass man bei kleineren Anliegen wie Lärmbelästigungen nicht immer gleich den Notruf wählen muss», sagt etwa Werner Meier, Präsident des Quartiervereins Säli-Bruch-Obergütsch, der in den letzten Jahren stark in die Diskussionen um den inzwischen geschlossenen Club Opera involviert war. «Ich hoffe, dass die Polizei durch diese neuen Zuständigkeiten die Kapazität haben wird, sich Problemen wie Littering längerfristig stärker anzunehmen und nach Lösungen zu suchen.» Meier ist überzeugt, dass sich die Präsenz von Fusspatrouillen positiv auf die Sicherheit auswirken wird. Strenge Auflagen zu machen, habe sich zudem bewährt, wie der Fall «The Princess» zeige. «Seit der frühere Club Opera ein neues Konzept hat, haben die negativen Auswirkungen massiv abgenommen.»

Genügend Leute gefordert

Im Quartier Hirschmatt-Neustadt hat Co-Quartiervereinspräsident Markus Schulthess die Hoffnung, dass sich auch dort die Situation, insbesondere an der Frankenstrasse und um den Bahnhof, durch die häufigeren Fusspatrouillen verbessern wird. «Es muss sich etwas ändern, damit die Anwohner nicht mehr jedes Wochenende morgens die teils ekligen Spuren des Partyvolks erdulden müssen.»

Wenn man die Ausgangslokale als Wirtschaftsfaktor ernst nehmen wolle, müssten auch genügend Ressourcen eingesetzt werden, um die negativen Auswirkungen einzudämmen. «Es braucht genügend Leute, damit sie wahr- und ernst genommen werden.» Sauberkeit und Sicherheit müsse der Stadt auch etwas wert sein. «Sollte sich also zeigen, dass der erwünschte Effekt durch die geänderte Einsatzstrategie ausbleibt, muss die Polizei «personell aufgestockt werden», fordert Schulthess.