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NACHWUCHS: Der Babyboom in der Zentralschweiz hält an

Im eben zu Ende gegangenen Jahr dürfte es in der Zentralschweiz erneut zu einem Geburtenrekord gekommen sein. Verantwortlich dafür ist das anhaltende Bevölkerungswachstum – doch es gibt noch zwei weitere Gründe.
Kilian Küttel
Erblickte in der Zentralschweiz 2018 als Erste das Licht der Welt: Anja Gabriel aus Ennetmoos. (Bild: Nadia Schärli (Stans, 2. Januar 2018))

Erblickte in der Zentralschweiz 2018 als Erste das Licht der Welt: Anja Gabriel aus Ennetmoos. (Bild: Nadia Schärli (Stans, 2. Januar 2018))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

«Die Geburt eines Kindes ist ein Glück über alles.» Dies sagte einst die Genfer Schriftstellerin Albertine Necker de Saussure. Gelebt hat sie vor über 150 Jahren, ihr Zitat ist zeitlos. Das dürften auch jene Eltern so sehen, die im eben zu Ende gegangenen Jahr eine Geburt miterlebt haben. Allein im Luzerner Kantonsspital (Luks) erblickten von Januar bis Ende November 3078 Kinder das Licht der Welt. 2016 waren es im gleichen Zeitraum 2968 gewesen. Damals gingen die Verantwortlichen von einem Rekordjahr aus. Die Vermutung traf zu: Bis Ende 2016 zählte das Luks gesamthaft 3223 Geburten. Heuer wird der Rekord erneut geknackt: Bis am 28. Dezember zählte das Luks schon 104 Geburten mehr als im Jahr 2016. Am Standort Luzern wurde tags darauf gar die 2000er-Marke erreicht. Eine Zahl, die das Luks selbst in den 60ern nie erreicht habe, so Markus Hodel, Chefarzt der Frauenklinik am Luzerner Zentrumsspital.

Ob auch an den beiden anderen Luks-Standorten Sursee und Wolhusen die Geburtenzahlen von 2016 übertroffen werden, konnte Hodel in den letzten Tagen des Jahres 2017 noch nicht voraussagen. Am meisten Kinder erblickten in den Monaten Juni, Juli und August das Licht der Welt. Hodel: «Allein im Juni zählten wir 195 Geburten.»

Auch die anderen Spitäler und Geburtshäuser in der Zentralschweiz weisen per Ende November hohe Geburtenzahlen aus (siehe Tabelle). Ob es für den Rekord reicht? In seiner Prognose vorsichtig bleibt Lukas Hadorn, Kommunikationsleiter der St.-Anna-Klinik in der Stadt Luzern: «Für das Gesamtjahr 2017 erwarten wir eine Geburtenzahl auf dem Niveau der Vorjahre.» 2016 waren im St. Anna 832 Kinder zur Welt gekommen, während im letzten Jahr bis Ende November 764 Geburten verzeichnet wurden.

Das Geburtshaus Terra Alta in Oberkirch wiederum geht für 2017 – noch in Unkenntnis der abschliessenden Statistik – klar von einem neuen Höchststand aus: «Wir erwarten so viele Geburten wie nie zuvor.» Die Tendenz sei auch nach zwölf Jahren noch steigend. Ungefähr 290 Kinder dürften 2017 im Terra Alta das Licht der Welt erblickt haben, wie die Geschäftsführerin Renate Ruckstuhl auf Anfrage sagt. Im Vorjahr hatte sie 212 Geburten registriert. Ruckstuhl weist allerdings darauf hin, dass die Institution 2016 wegen eines Wasserschadens während zweier Monate geschlossen war.

Über einen Kindersegen freut man sich auch in Zug: Bereits zum zweiten Mal in Folge erblickten kurz vor Jahresende in der Frauenklinik des Kantonsspitals über 900 Neugeborene das Licht der Welt. Die Hirslanden-Klinik St. Andreas in Cham zählte 471 Neugeborene.

Mehr Mehrlingsgeburten: Luks schafft neues Angebot

Einer der Gründe für die anhaltend hohen Geburtenzahlen ist für Chefarzt Markus Hodel die Attraktivität der Region als Wohnort: «Die Zentralschweiz ist wirtschaftlich unverändert gut aufgestellt. Eine Zunahme der Bevölkerung wird erwartet – und damit gehe ich in Zukunft auch von einer stabilen Geburtenrate aus.» Unter Umständen könne diese weiter ansteigen. Dem pflichtet auch Renate Ruckstuhl bei: «In der Region Sursee wird seit Jahren stark gebaut, und dementsprechend ziehen viele junge Paare, potenzielle Eltern, in die Gegend.»

Weiter beobachtet Markus Hodel mehr Mehrlingsgeburten als noch vor einigen Jahren – was einerseits daran liegt, dass Frauen zunehmend älter werden, bevor sie Kinder bekommen. Andererseits sei künstliche Befruchtung gefragter als früher. Das Luks hat sich auf diesen Trend eingestellt – und bietet spezielle Vorbereitungskurse für angehende Mehrlingseltern an. Hodel: «Diese sind sehr gut besucht und erhalten immer wieder exzellente Bewertungen der Teilnehmer.» In den Kursen lernen Eltern, was auf sie zukommt, wie sich ihr Sozialleben und ihre Beziehung zueinander ändern wird und wie sie sich am besten auf die Herausforderung einstellen können.

2016 hatte es im Luks 81 Mehrlingsgeburten gegeben, im letzten Jahr dürften es an die 90 geworden sein. Und: Nicht nur Eltern aus der Zentralschweiz oder Luzern haben ein Interesse an den Vorbereitungskursen, die das Luks laut Hodel als einziges Spital der Schweiz anbietet: «Es kommen Eltern aus dem ganzen Land zu uns.» Aus Basel, Bern oder gar dem Wallis: «Da habe ich schon gestaunt, dass sie den weiten Weg auf sich genommen haben.»

Kinderreiche Familie als häufig geäusserter Wunsch

Schliesslich trägt noch ein weiterer Trend dazu bei, dass die Geburtenraten zumindest stabil bleiben: «Familien möchten vermehrt drei oder gar vier Kinder grossziehen», sagt Therese Dillier, Direktionsassistentin des Kantonsspitals Obwalden. Dies sei mit ein Grund, weshalb auch in Sarnen in den letzten Jahren konstant viele Geburten gezählt wurden. Bis Ende November kamen dort 289 Babys zur Welt – also exakt gleich viele wie im gesamten Jahr 2016. Ein wenig anders verhält es sich im Spital Schwyz: Den 442 Geburten von 2016 standen im letzten Jahr (bis Ende November) 404 gegenüber. Laut Spitalsprecherin Carla Truttmann könne man daraus aber keinen Trend ablesen: «Geburtenzahlen sind von Natur aus sehr schwankend.»

Hodel vom Luks stimmt zu: «Auch wenn die Zahlen in den kommenden Jahren leicht zurückgehen würden, kann man daraus keinen Trend ableiten, der die Spitäler oder die Gesellschaft vor eine Herausforderung stellen würde.» Er glaubt aber, dass es in die andere Richtung geht: «Die Zahlen könnten in den nächsten Jahren noch leicht ansteigen.»

Geburten in Zentralschweizer Spitälern und Geburtshäusern

2013 2014 2015 2016 2017*
Luzerner Kantonsspital gesamt 3105 3146 3109 3211 3078
Standort Luzern 1875 1832 1833 1932 1852
Standort Sursee 803 820 821 833 841
Standort Wolhusen 445 494 455 446 385
Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern 850 787 847 832 764
Geburtshaus Terra Alta, Oberkirch 201 220 216 212 257
Zuger Kantonsspital, Baar 834 843 894 928 832
Hirslanden-Klinik St. Andreas, Cham 501 520 490 548 430
Spital Schwyz 454 454 482 442 404
Kantonsspital Nidwalden, Stans 468 522 557 572 501
Kantonsspital Obwalden, Sarnen 242 290 281 289 289
Kantonsspital Uri, Altdorf 303 284 285 293 269

* Stand Ende November 2017 / Quellen: Spitäler

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