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Nähe zu Gläubigen ist nötiger denn je

Kommentar
Christian Glaus, Redaktor

Der Luzerner Synodalrat rüttelt an den Grundfesten der reformierten Kirche. Mit dem neuen Personalgesetz will er die Volkswahl der Pfarrer abschaffen. Dass diese sich wehren, ist verständlich. Für viele Pfarrer gehört es zum Be­rufsverständnis, dass sie von den Gläubigen gewählt werden – eine reformierte Tradition.

Gewiss, eine wirkliche Auswahl hatten die Kirchenmitglieder schon lange nicht mehr. Eine Pfarrwahlkommission wählte aus den Bewerbern eine Person aus, welche zur Wahl vorgeschlagen wurde. Kampfwahlen gab es nicht und die Wahlbeteiligung war meist tief. Doch die Gläubigen müssen sich mit ihrem Pfarrer identifizieren können und sollten die Möglichkeit haben, auch Nein zu sagen.

Würde die Volkswahl beibehalten, bliebe ein Makel: Die Pfarrer können nicht abgewählt werden. Dies lässt die Kirchenverfassung nicht zu, da die Pfarrer eine unbefristete Anstellung erhalten. Nur der Kirchenvorstand kann das Arbeits­verhältnis auflösen.

Die Volkswahl hätte damit zwar in den meisten Fällen symbolischen Charakter. Dennoch sollte sie beibehalten werden. Können die Gläubigen dem künftigen Pfarrer ihr Vertrauen aussprechen, schafft dies Nähe. Das ist in Zeiten, in denen immer mehr Leute aus der Kirche austreten und die Bänke zunehmend leer bleiben, umso wichtiger.

Christian Glaus, Redaktor

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

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