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NAGER: Biber sind jetzt auch in der Agglo zu Hause

Mindestens 30 Biber leben inzwischen im Kanton Luzern. Ihre Spuren werden nun auch am Rotsee gesichtet – wo sie trotz Nähe zur Stadt die Ruhe schätzen.
Astrid Longariello
Die Zahl der Biber im Kanton Luzern steigt kontinuierlich an. (Bild: Getty)

Die Zahl der Biber im Kanton Luzern steigt kontinuierlich an. (Bild: Getty)

Gerade mal fünf Biber lebten vor rund zehn Jahren im Kanton Luzern. In der Zwischenzeit haben sie sich vermehrt. Anfang Jahr sprach die kantonale Dienststelle für Landwirtschaft und Wald (Lawa) von 30 Tieren. «Mittlerweile sind es vermutlich noch mehr geworden», sagt Philipp Amrein, Fachleiter für Jagd und Fischerei beim Lawa. Ihre Besiedlungen befinden sich vor ­allem entlang der Reuss und ihren Seitengewässern zwischen Honau und Emmen. Ausserdem kommen sie am Aabach zwischen Baldegger- und Hallwilersee, der Wigger, am Mauensee und im Wauwilermoos vor.

Nun sind auch am Rotsee vermehrt Biber gesichtet worden. Erkennbar ist ihre Präsenz anhand der Frassspuren und der ­Biberdämme. Da der Biber nachtaktiv ist, findet er am Rotsee aufgrund der ruhigen Lage ideale Bedingungen vor. Wie Amrein erklärt, gefällt es dem Biber am Rotsee auch aufgrund der Weichholzarten, die dort vorkommen. Ausserdem wird er bei seinem Bau nicht von Steinen gestört, wie dies in fliessenden Gewässern oft der Fall ist. Erstmals am Rotsee aufgetaucht sind zwei ­Biber im Jahre 2006. Diese überlebten aber nicht lange. Im Spätherbst 2016 wurden erneut Biber am Rotsee gesehen und dem Lawa gemeldet.

Bestand wächst im Kanton Luzern stetig

Der Biber ist ein Vegetarier. Um an junge Triebe zu gelangen, fällt er Sträucher und Bäume. Meist lebt er in Erdbauten. Damit er sich vor Feinden schützen kann, legt er den Eingang zu seinem Erdbau unter Wasser an. Falls ­nötig, erhöht er dafür den Wasserstand durch einen Damm aus Ästen, Steinen und Schlamm. Durch diese Aktivitäten kann er auch Schaden anrichten.

Laut Philipp Amrein herrschen im Kanton Luzern mit ­seinen zahlreichen Biotopen ausgezeichnete Verhältnisse für ­Biber. «Wenn die Tiere sich in ihrer Umgebung wohl fühlen, gründen sie eine Familie und vermehren sich, weshalb wir auf ­einen stetig wachsenden Biberbestand blicken können», so Amrein. Problematisch würde es vor allem in Zonen, die nahe bei Siedlungen lägen wie beispielsweise in Pfaffnau oder St. Urban. In schwerwiegenden Fällen können Biber Infrastrukturschäden anrichten, als Folge davon kann es zu unterhöhlten Strassen, brechenden Dämmen oder verstopften Abflüssen kommen.

Bei vielen Bauern sind die Tiere nicht beliebt, da sie auch Bäume fällen oder ganze Felder unter Wasser setzen können. Anerkannte Schäden werden jedoch von Bund und Kanton gedeckt. Andererseits sind die Biber laut Lawa wichtige Partner des Naturschutzes und der Gewässervitalisierungen, denn mit ihren Aktivitäten schaffen sie Lebensraum für verschiedene Tiere und Pflanzen. Ihre Dämme halten Wasser zurück, wodurch der Grundwasserspiegel erhöht, Abflussspitzen gedämpft sowie die Selbstreinigung des Gewässers und damit die Grundwasserqualität verbessert werden.

Biber stehen unter Beobachtung

Damit die aktuelle Situation nicht eskaliert und grössere Schäden verhindert werden können, stehen die Biber und ihre Besiedlungen unter Beobachtung. Die kantonale Dienststelle für Landwirtschaft und Wald steht in engem Kontakt mit der Schweizerischen Biberfachstelle. «Der Hochwasserschutz muss gewährleistet bleiben. Sollte dies nicht mehr der Fall sein, müssen Eingriffe geprüft werden», erklärt Amrein. Wie genau dieses Eingreifen aussehen würde, kann Philipp Amrein nicht sagen. Je nach Situation würde die beste Lösung gesucht werden. Das Lawa weist darauf hin, dass ein Eingreifen verboten ist, da der Biber sowie seine Erdbaue und Dämme von Gesetzes wegen geschützt sind.

Astrid Longariello

astrid.longariello@luzernerzeitung.ch

Der Biber ist auch am Rotsee tätig. Hier hat er ganze Arbeit geleistet - der Hunger war wohl gross. (Bild: Josef Küttel)

Der Biber ist auch am Rotsee tätig. Hier hat er ganze Arbeit geleistet - der Hunger war wohl gross. (Bild: Josef Küttel)

Die Biber sind am Rotsee "heimisch" geworden! (Bild: Beat Murer)

Die Biber sind am Rotsee "heimisch" geworden! (Bild: Beat Murer)

Frassspuren am Rotsee. (Bild: Beatrice Vogel (Ebikon, 10. März 2017))

Frassspuren am Rotsee. (Bild: Beatrice Vogel (Ebikon, 10. März 2017))

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