Ratgeber
Narrenkappen nein, selber gebastelte Grende ja! So vermeiden Sie an der Lozärner Fasnacht die gröbsten Fauxpas

Die Lozärner Fasnacht ist ein Tummelfeld der Kreativität, Fantasie und des Chaos. Geben Sie sich aber nicht zu schnell zufrieden und vor allem: Vermeiden Sie die gröbsten Fauxpas! Ein kleiner Ratgeber für die rüüdig verreckten Tage.

Text: Hugo Bischof, Illustration: Oliver Marx
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Fasnächtliche No-Gos!

Einem Fasnächtler den mit viel Liebe gebastelten Grend mit Luftschlangenspray verkleckern. Ärgerlich! Der schnell härtende Kunststoffspray lässt sich kaum mehr entfernen.

Konfetti in die Posaunen und Trompeten von vorbeimarschierenden Guuggenmusigen werfen. Gedankenlos und gefährlich! Ein fröhlich drauflos schränzender Guugger könnte daran ersticken.

Von Morgeschtraich, Cortège und Chaisen reden. So spricht man nur in Basel (den Hofderer Morgenstreich lassen wir gelten)! In Luzern heisst’s Tagwache, Umzug und Wagen. Und «Karneval» gibt’s nur in Köln.

Beim Umzug Orangen zurückwerfen. Achtung: Verletzungsgefahr! Orangenschlachten sind passé! Orangen sind zum Essen da und stärken das Immunsystem. Ob sie gegen das Corona-Virus nützen, ist nicht erwiesen!

Mutwillig Abfall in die Reuss werfen. Klima-Alarm! Teile des Abfalls landen später im Ozean und im Bauch eines Wals. Greta würd’s dann schon merken, wenn sie mal wieder nach New York schippert.

Sich notfallmässig mit einer Pappnase, etwas Schminke, lächerlichem Karnevalshütchen oder Narrenkappe verkleiden. Diese Accessoires überlassen wir den Kölner Karnevalisten – die finden das lustig!

Sich als Filmproduzent mit Klunkern und dickem Geldbeutel ausstaffieren und damit in den Beizen billige Anmache bei Möchtegern-Starlets machen. «MeToo»-Alarm. Damit blitzen Sie garantiert ab!

Sex on the Bridge. Macht als Drink Sinn (Melonen-/Erdbeerlikör, Pfirsichwodka, Ananas-/Preiselbeersaft, frische Erdbeeren), ist sonst aber auf Luzerns denkmalgeschützten Brücken strikt verboten.

So macht man es richtig

Sich mit selbst gemachtem Grend ins Getümmel stürzen. Und dann am «Beschti-Grend»- Shooting der Luzerner Zeitung am Donnerstag von 10 bis 13.30 Uhr im Hotel Schweizerhof teilnehmen. Vorbildlich!

Sich als Greta Thunberg im grünen Kostüm und mit neckischen Zöpfchen verkleiden. Damit sind Sie heuer voll im Trend, wenn auch vielleicht (oder zum Glück) nicht ganz allein.

Auf einer Posaune oder Trompete herrlich falsche Töne schränzen. Genau so muss es sein! Und wenn Sie dann noch auf der Lyra (und mit den Wimpern) klimpern, gibt’s kein Halten mehr.

Fasnachtsplakette kaufen! Mit dem Erlös ermöglicht das Lozärner Fasnachtskomitee die Durchführung der Fasnachtsumzüge, organisiert Maskenkurse und unterstützt wohltätige Institutionen.

Sie wissen, was ein Holdrio ist. Damit überstehen Sie den Fasnachtsmarathon problemlos! Ein Tipp: Hagebutte und Zwetschge spielen beim Holdrio eine grosse Rolle.

Laut «brüele», um am Umzug oder an der Tagwache eine Orange oder eine Süssigkeit zu ergattern. Streikt dann am Aschermittwoch die Stimme, weiss man wenigstens, wo man an den letzten Tagen war.

Seinen kleinen Kindern im Fasnachtslärm einen Hörschutz anziehen, um deren Gehör zu schützen. Höchst empfehlenswert, denn die Fasnacht lebt bekanntlich nicht nur – oder fast nicht – von leisen Tönen!

Selber in einer Fasnachtstheater-Gruppe mitmachen und auf Luzerns Gassen für Staunen und Lachen sorgen. Damit ist man voll dabei – und vielleicht bald hollywoodtauglich!