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Narrenlaufen Sursee: Bissige Reime und freche Sprüche zu Hauf

In den Soorser Beizen sorgten die Narrenläufer einmal mehr für viel Stimmung. Und der Stadtrat hatte sogar Gelegenheit, die Bevölkerung auf ein spezielles Ereignis einzuschwören.
Ernesto Piazza
Nachtwächter Ruedi gibt im «Bahnhöfli» seine träfen Sprüche zum Besten. (Bild: Boris Bürgisser, Sursee 28. Februar 2019)

Nachtwächter Ruedi gibt im «Bahnhöfli» seine träfen Sprüche zum Besten. (Bild: Boris Bürgisser, Sursee 28. Februar 2019)

Einmal mehr war das Narrenlaufen in verschiedenen Beizen ein besonderer Soorser Fasnachtsfarbtupfer. Gewohnt bissig-amüsant präsentierten die Protagonisten die Episoden am Schmutzigen-Donnerstag-Abend.

Im ausverkauften «Bahnhöfli» sorgte gleich zu Beginn der unverwüstliche «Ruedi» für die nötige Betriebstemperatur. Er war als Nachtwächter mit seinem Hund «Stapi», der keinesfalls auf den Namen «Leu» hören will, unterwegs. Und Ruedi gab auch preis, vom Stadtrat um Unterstützung gebeten worden zu sein. «Ich soll den Puls beim Volk fühlen – gerade im Hinblick auf die anstehende Abstimmung zur Ortsplanungsrevision.»

Surseer Stadträte aufs Korn genommen

Im Namen von «Achbuwileuschili» (die Kurzfassung der Surseer Exekutivmitglieder Achermann, Bucher, Widmer, Leu und Schilliger) rief er auf, dort teilzunehmen. Bei der zu erwarteten Marathonveranstaltung könne man den Schlafsack mitnehmen. Sogar eine Freinacht sei geplant.

Bei dieser Gelegenheit plauderte Ruedi auch Internas aus dem Stadtrat aus. Nämlich, dass ein Sempacher Meldeläufer im Namen der Exekutive vom oberen Seeende eine Protestnote hinterlegte, dass Sursee für eine Infobroschüre das Sempacher Städtlilogo verwendete.

Mit dem Heinivater «Ab i d Loft»

Wie ein roter Faden zog sich das Fasnachtsmotto «Ab i d Loft» von Heinivater der Zunft von Uri, Rico Löhrer, durch den Abend. «D Chelemüüs» zelebrierten mit Bodenpersonal, Stewardessen und Piloten sowie der dazu passenden Choreografie wie eh und je ein Höhepunkt beim Narrenlaufen.

Dass es mit CVP-Frau Fiola Amherd in Zukunft heisst «Achtung! Ab sofort gseh ni alli Soldate nome no AmHerd» war ebenso ein Thema wie die Öffnungszeiten der Rössli-Bar im Städtli oder der schnell bachab geschickte Surseer-Aussichtsturm. Die Heinimutter durfte in ihrem Repertoire natürlich auch nicht fehlen. «Es Höndli do, es Höndli det. Everybody wend es Höndli ha, Sonja hed en Juna, schön und easy, Chihuahua.»

Bei den Chelemüüs war zudem Gemeindeleiter Claudio Tomassini mit der plötzlichen Zunahme der Ministrantenzahl ein Konfettitupfer. Die Gruppe nahm vor allem die Finanzierung der zusätzlichen Gewänder auf die Schippe. «Mer mönd jetzt subito go sammle, da mets den au no langt, är hed no so veli Tröimli, die Tröimli üsi Chelekasse sprängt.»

Vom Doppeladler bis zu kirchlichen Missbräuchen

Die «Chilliwörscht ond Nössli» nahmen unter anderem sportliche Ärgernisse aufs Korn. Bei der Doppeladler-Geschichte gaben sie immerhin Entwarnung. «Bi aspruchsvolle Körs hend jetzt alli Speler glehrt, wie mer zwe Fenger zo emene Schwizerchrüz chehrt.»

Die SVP bekam – gerade im Hinblick auf die Plakate ihrer Kantonsratskandidaten – viel Fett weg. Auch thematisiert wurden bei den Chilliwörscht ond Nössli die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Sie stichelten: «Es gsehd us als breichts bi de Chele alles ond jede, wartid nome bes au d Cherze fönd afo rede.» Wobei sie nicht nur mit Darbietungen unterhielten, sondern auch kleine kulinarische Häppchen verteilten – und obendrauf die Gäste mit soooo fein duftendem Parfum besprühten.

Nie so scheinheilig, wie sie aussehen, war der Auftritt der drei «Päpste». «Urbi@orbi» vermutet, dass bei der SVP ohne Toni Brunner die Parteisonne langsam untergeht. Sie lande «im Täller as abrönnti Röschti». Bei der CVP nahmen sie das «C» ins Visier. Und für sie «send Darbellay, Buttet und Villiger ned meh as die geili Drüfaltigkeit».

Der britischen Premierministerin Theresa May empfahlen sie, beim Brexit «Deal or no Deal» Ex-Bundesrätin Doris Leuthard mit ihren «Rehliaugen» um Unterstützung anzufragen. Und die Raiffeisen-Misere um Pierin Vincenz und der Postautoskandal brachten die drei «Geistlichen» zum Schluss: «Met de Moral schtohds langsam mies im Schwiizer Wirschaftsparadies».

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