NATIONALE STUDIE: Luzerner Quartier bekommt Tiefstnote

Gewalt, viele Ausländer, verlotterte Häuser: Die Basel- und die Bernstrasse sorgen wieder für negative Schlagzeilen. Das Gegenmittel: Investoren ködern.

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Gemäss Studie eine der grössten Problemzonen der Schweiz: Die Bernstrasse und die Baselstrasse in Luzern. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Gemäss Studie eine der grössten Problemzonen der Schweiz: Die Bernstrasse und die Baselstrasse in Luzern. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Bundesämter für Migration und Wohnungswesen haben beim Zürcher Soziologen Michal Arend eine Studie in Auftrag gegeben, in der er die «kritischen Zonen» der Schweiz eruieren musste. Dabei hat Arend einen sogenannten «Integrationsindex» errechnet, der sich unter anderem aus Komponenten wie Ausländeranteil, Arbeitslosenquote, Anteil Bewohner mit tiefem Bildungsniveau, kinderreiche Haushaltungen und nicht renovierte Altbauten zusammensetzt.

In der Kategorie «Quartiere in mittelgrossen Städten» schneidet dabei das Luzerner Quartier Basel-/Bernstrasse mit Abstand am schlechtesten ab, wie die «Sonntags Zeitung» gestern aus der noch unveröffentlichten Studie zitierte. Es folgen zwei Winterthurer Quartiere und völlig überraschend das Luzerner Kantonsspital. In der Kategorie «Problemgemeinden der Deutschschweiz» findet man bei den grösseren Gemeinden Emmen auf Rang 2 und bei den mittleren Gemeinden Littau auf Rang 3.

Zweifel an der Studie
Guerino Riva, Präsident des Vereins Babel und auch Präsident des Quartiervereins Bernstrasse, ärgert sich. «Es herrscht nie ein so grosses Gefährdungspotenzial, wie man aufgrund der Studie meinen könnte. Das Resultat ist völlig überspitzt.» Je nach Fragen, die man stelle, sei es einfach, jemanden schlecht zu machen. Zudem wundere es ihn auch, wieso das Kantonsspital als Problemzone erwähnt werde.

Mit dem Bagger auffahren
Dass baulich etwas geschehen muss, davon ist auch Guerino Riva überzeugt. «Die Stadt Zürich hat in Problemquartieren eigene, alte Häuser abgerissen und Neubauten erstellt. Das hat zu einer besseren Durchmischung unter den Bewohnern geführt.»

Guido Felder

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.