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NATUR: Fremden Gänsen droht Abschuss

Der Kanton Luzern will gegen die invasiven Rost- und Nilgänse vorgehen. Denn die aggressiven Vögel bedrohen heimische Arten. Die Massnahmen werden auch von Schutzverbänden getragen.
Niels Jost
Soll aus den Luzerner Seen verschwinden: die aus Asien und Nordafrika eingeführte Rostgans. (Bild: Alamy)

Soll aus den Luzerner Seen verschwinden: die aus Asien und Nordafrika eingeführte Rostgans. (Bild: Alamy)

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Es ist ein schönes Tier, mit seinen braunen Federn und dem weissen Kopf. Doch was ein Laie nicht sieht: Die Rostgans ist in unseren Gefilden nicht heimisch. Sie wurde in den 1960er-Jahren als Ziervogel von Asien und Nordafrika in die Schweiz eingeführt und verbreitete sich seither in freier Wildbahn. Ähnliches bei der Nilgans: Auch dieser nahe Verwandte gilt als invasive Vogelart.

Die Tiere kommen auch im Kanton Luzern vor. Weil sie ihren Lebensraum aggressiv verteidigen und als konkurrenzstark gelten, stellen sie eine Bedrohung für die heimischen Vögel dar. Deshalb will der Kanton die Gänse bekämpfen, wie im neuesten Kantonsblatt zu lesen ist. Konkret sollen ihnen die Eier aus den Nestern weggenommen und die ausgewachsenen Tiere abgeschossen werden.

Nur wenige Tiere in Luzerner Gewässern

Dass die Massnahmen zum jetzigen Zeitpunkt ergriffen werden, ist kein Zufall. Denn noch sind die Bestände der fremden Tiere «überschaubar», heisst es weiter. Die genaue Anzahl könne zwar nicht beziffert werden. Allerdings sind von beiden Gansarten im ganzen Kantonsgebiet nur vereinzelte Bruten bekannt: Bei der Rostgans handelt es sich um «höchstens eine Brut pro Jahr», bei der Nilgans wurden letztes Jahr deren drei nachgewiesen. Sprich: Die invasiven Tiere haben sich hier noch nicht gänzlich ausgebreitet. Zielführend sei deshalb, die erwähnten Massnahmen «rasch» zu ergreifen, sagt Maria Jakober, Leiterin der Geschäftsstelle von Birdlife Luzern. Die Naturschutzorganisation wurde bei der Ausgestaltung der Massnahmen einbezogen – und stützt diese. Das ist insofern überraschend, weil sie sich unlängst gegen die Massnahmen zur Reduktion von Höckerschwänen am Hallwilersee kritisch äusserte (Artikel vom 13. Januar).

«Im Gegensatz zu den Höckerschwänen handelt es sich bei Rost- und Nilgans um konkurrenzstarke Arten», begründet Jakober. «Sie könnten einheimische Tiere und Pflanzen verdrängen, indem sie ihnen zum Beispiel die Nahrung und Brutplätze wegnehmen oder auch Krankheiten einschleppen. Es ist daher sinnvoll zu handeln, um damit einer Ausbreitung entgegen zu wirken.» Man habe die Vor- und Nachteile gegenübergestellt – Erstere überwiegen klar, so Jakober.

Diese Einschätzung teilen auch Pro Natura Luzern, WWF Luzern, die Schweizerische Vogelwarte in Sempach sowie die betroffenen Jagdgesellschaften. Sie stützen ebenso die geplanten Massnahmen. Diese hätten allerdings «so störungsarm wie möglich» zu erfolgen, heisst es im Kantonsblatt. Denn gegen Rost- und Nilgänse soll in einem ersten Schritt vor allem in Schutzgebieten vorgegangen werden: im Wauwilermoos, Hagimoos, Mauensee und am Baldeggersee. Dort leben ohnehin schon bedrohte Tierarten, welche nun mit den Gänsen einer weiteren Gefahr ausgesetzt sind. Zum Schutz der einheimischen Tiere besteht die gesetzliche Pflicht, Massnahmen zu ergreifen, sagt Maria Jakober weiter.

Das Problem mit den Rost- und Nilgänsen kennen auch andere Kantone. In Zürich und Aargau beispielsweise werden die Tiere bereits «konsequent aus der Natur entnommen». Eine solche aktive Strategie will nun auch Luzern einführen. Wobei das Problem damit wohl nicht gänzlich gelöst werden kann – denn die Massnahmen müssten vielmehr schweizweit oder sogar europaweit koordiniert erfolgen, heisst es bei Experten.

Die Bewilligung für die geplanten Abschüsse und Entnahme der Eier soll beschränkt für die nächsten drei Jahre gelten. Der entsprechende Entscheidungsentwurf liegt nun noch bis zum 11. März öffentlich auf.

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