Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NATUR: Gülle belastet Luzerner Moore

Vor gut dreissig Jahren wurde eine nationale Initiative zum Schutz der Moore angenommen. Nun zeigt sich: Vielen Mooren im Kanton Luzern geht es schlecht.
Roseline Troxler
Moorsee mit Schnabelsegge und Torfmoosen. (Bild Lawa)

Moorsee mit Schnabelsegge und Torfmoosen. (Bild Lawa)

Die Moore sind in der Schweiz besonders geschützt. Zumindest auf dem Papier. So hat die Stimmbevölkerung im Dezember 1987 – also vor gut dreissig Jahren – die Rothenthurm-Initiative gutgeheissen. Mit der Annahme ist der Moorschutz gar in der Verfassung verankert. In Rothenthurm im Kanton Schwyz befindet sich schweizweit das grösste zusammenhängende Hochmoor.

Was hat sich in den letzten drei Jahrzehnten für die Moore geändert? Thomas Stirnimann von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) sagt: «Es gibt die ganze Bandbreite von intakten, funktionsfähigen Mooren bis zu Mooren, deren Wasserhaushalt stark gestört ist und die dringenden Sanierungsbedarf haben.»

Im Inventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung sind im Kanton Luzern 59 Objekte aufgeführt. Sie haben eine Fläche von rund 670 Hektaren. Im Inventar der Flachmoore gibt es 101 Objekte mit einer Fläche von rund 2100 Hektaren, die von ­nationaler Bedeutung sind. Die Ausdehnung von weiteren, regionalen Mooren kann das Lawa nicht genau beziffern.

Moorvegetation erhält zu wenig Sonnenlicht

Eine besondere Herausforderung für die Luzerner Moore ist der Stickstoff, der vor allem in der Landwirtschaft in Form von Gülle vorkommt. «Der Eintrag des Pflanzennährstoffs Stickstoff über die Luft verändert die natürlicherweise nährstoffarmen Hochmoore negativ.» Stirni­mann betont, dass die Nährstoffsituation nicht befriedigend sei. «Es gelangen teilweise grosse Mengen Stickstoff in diese Lebensräume.» Der Stickstoff fördert Pflanzenarten, die nicht moortypisch sind, etwa verschiedene Süssgräser oder den Schlangen-Knöterich. Für die moortypische Vegetation bedeuten diese Pflanzenarten eine Konkurrenz. «Zudem wird das Wachstum insgesamt angekurbelt, was die Lichtverhältnisse negativ beeinflusst», führt der stellvertretende Leiter der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei aus. Denn die Moorvegetation braucht genügend Sonnenlicht.

Urs Tester von Pro Natura Schweiz sagte gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz», dass es einem Drittel der Moore in der Schweiz gar schlechter geht als vor der Annahme der Initiative. Dem pflichtet Samuel Ehrenbold, Geschäftsführer von Pro Natura Luzern, bei: «Wir kritisieren die enormen Defizite im Vollzug der gesetzlichen Pflicht scharf.» Für die Werterhaltung und den Unterhalt der Moore seien deutlich mehr Mittel nötig, sagt Ehrenbold.

Für Aufwertungen sind im Kanton Luzern für das laufende Jahr rund 360 000 Franken budgetiert, so Stirnimann. Die Beträge seien aber teils auch für Arbeiten vorgesehen, die über das Jahr 2018 hinaus dauern. Im Kantonsblatt vom 6. Januar dieses Jahres ist das Baugesuch für die Aufwertung des Waldreservats Chüsenrain in Neuenkirch, inklusive Moorrenaturierung, publiziert worden. Ziel sei es, das Abfliessen des Regenwassers aus dem Gebiet zu verlangsamen. Dieses Jahr wird ausserdem das Hochmoor Follenwald im Krienser Hochwald renaturiert.

Bewirtschaftung der Moore wirkt sich positiv aus

Thomas Stirnimann unterstreicht auch die positiven Entwicklungen. «Der Zustand derjenigen Moore, welche in den letzten Jahren renaturiert werden konnten, hat sich verbessert.» So sind diese Moore heute weniger trocken. «Auch die sorgfältige Bewirtschaftung der Moorflächen durch Landwirte wirkt sich positiv auf die Moorvegetation aus.»

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.