NATUR-MUSEUM: Jetzt wird Sanierung aufgegleist

15 Jahre lang wurde die Erneuerung des rund 47-jährigen Natur-Museums hinausgeschoben. Nun will der Kanton über 12 Millionen Franken investieren.

Robert Knobel
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Besucher bestaunen an der letztjährigen Museumsnacht Tierpräparate im Natur-Museum Luzern. Nach der Sanierung sollen die Besucher auch viele Objekte sehen, die bisher nur im Archiv lagen. (Archivbild Pius Amrein)

Besucher bestaunen an der letztjährigen Museumsnacht Tierpräparate im Natur-Museum Luzern. Nach der Sanierung sollen die Besucher auch viele Objekte sehen, die bisher nur im Archiv lagen. (Archivbild Pius Amrein)

Das Natur-Museum Luzern am Kasernenplatz ist in einem desolaten Zustand. 1978 neu erbaut, gab es seither keine nennenswerte Sanierung. Dass diese dringend nötig wäre, wurde zwar schon im Jahr 2000 erkannt. Doch die Erneuerung wurde aus finanziellen Gründen immer wieder hinausgeschoben. Kommt hinzu, dass die geschätzten Kosten ständig nach oben korrigiert wurden. Ging man ursprünglich von 5 Millionen Franken aus, rechnet der Kanton inzwischen mit 12,4 Millionen Franken für die Totalsanierung. Nach Jahren des Aufschiebens kommt jetzt aber Bewegung in die Sache. Der Kanton hat die Gesamterneuerung kürzlich ausgeschrieben. Dafür wurde ein Planungskredit von 750 000 Franken freigegeben.

Museumsbetrieb in Provisorien

Für den eigentlichen Baukredit muss dann noch der Kantonsrat grünes Licht geben. Die entsprechende Botschaft wird voraussichtlich bis zum kommenden Sommer im Parlament behandelt. Danach können die Sanierungsarbeiten beginnen. Geplant ist, diese bis Ende 2019 abzuschliessen. Der Museumsbetrieb wird während der Bauarbeiten in einem Provisorium weitergeführt. Dieses ist bereits in den Baukosten enthalten.

Das Bauprojekt umfasst die Total­erneuerung des Natur-Museums, insbesondere der technischen Anlagen und der Wärmedämmung. «Anhand erfolgter Analysen haben viele Bauteile die End-of-Life-Phase erreicht und sind sanierungsbedürftig», sagt Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann. Für die Grunderneuerung werden finanzielle Mittel von 9,5 Millionen Franken benötigt, wovon rund die Hälfte zur Werterhaltung dient.

Ausstellung wird erneuert

Weitere 2 Millionen Franken dienen der inhaltlichen Erneuerung des Museums. Heute besteht das Museum zu einem grossen Teil aus einer über 30-jährigen Dauerausstellung. Diese wird erneuert. Wie sich die neue Ausstellung genau präsentieren wird, ist noch unklar. Die Hauptattraktionen des Natur-Museums sollen aber erhalten bleiben, verspricht Museums-Direktorin Britta Allgöwer. Dazu gehören die spektakulären Insektensammlungen sowie die erd­wissenschaftlichen Sammlungen aus der Zentralschweiz und der ganzen Welt. «Auch Raritäten wie das Mammutschulterblatt aus Reiden oder der Drachenstein vom Pilatus werden weiterhin zu sehen sein. Solche Objekte aus der Region stiften Identität», sagt die Museumsdirektorin und fügt hinzu: «Wir werden aber sicher nicht mehr 30 Jahre lang die gleichen Steine am selben Ort zeigen.»

1,5 Millionen Objekte im Archiv

Das neu renovierte Museum soll künftig grundsätzlich mehr Flexibilität erlauben. Denn: Die heute ausgestellten Museumsobjekte sind nur ein ganz kleiner Bruchteil des Museumsbesitzes. Im Archiv lagern rund 1,5 Millionen weitere Steine, Tierpräparate und andere Raritäten aus der Zentralschweiz und der ganzen Welt. Dieser Schatz soll künftig vermehrt öffentlich zugänglich werden. Dabei sollen immer wieder Objekte aus dem Archiv geholt und für eine Zeit lang im Museum gezeigt werden.

Auch Sonderausstellungen zu aktuellen Themen, die bei den Besuchern heute schon sehr beliebt sind, soll es weiterhin geben. Für genaue Details zum künftigen Ausstellungskonzept ist es gemäss Allgöwer aber noch zu früh. «Wir arbeiten in aller Ruhe daran und freuen uns jetzt schon darauf, unsere Besuchenden mit vielen spannenden Geschichten zu überraschen», sagt Allgöwer.
 

Robert Knobel