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NATUR-MUSEUM: Trotz Vogelgrippe: Luzerner dürften Osterküken bewundern

In einem Sichtbrutkasten im Natur-Museum Luzern schlüpfen um die Osterzeit rund 80 Bibeli – unter einer Voraussetzung. Werden die Massnahmen gegen die Vogelgrippe verlängert, will das Museum für eine Alternative sorgen.
Osterküken. (Archivbild Pius Amrein / LZ (10. April 2010))

Osterküken. (Archivbild Pius Amrein / LZ (10. April 2010))

Die Vogelgrippe grassiert in Europa. In vielen bei Wildvögeln betroffenen Ländern gab es auch Krankheitsausbrüche beim Hausgeflügel. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beurteilt die Lage als sehr besorgniserregend. Weil die Wildvögel nach Norden zurückkehren, wurden die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe bis zum 31. März verlängert. Das bedeutet, dass in dieser Zeit Geflügelmärkte, Ausstellungen mit Geflügel oder ähnliche Anlässe verboten sind.

Davon betroffen ist die Ausstellung «Allerlei rund ums Ei» des Naturmuseums St. Gallen, an der lebende Hühner, Wachteln und Küken gezeigt werden sollten. Nun muss die Ausstellung, die noch bis zum 17. April dauert, vorerst ohne lebende Küken auskommen. Auch das Natur-Museum Luzern ist bekannt für seine Osterbibeli. Vom Donnerstag in der Karwoche bis zum Weissen Sonntag werden rund 130 Küken gezeigt. Etwa 80 davon werden in einem Sichtbrutkasten ausgebrütet. Besucher können dieses Szenario am Ostersamstag lebensecht verfolgen – im Idealfall. Offen ist, ob diese Ostertradition in Luzern stattfinden kann oder ob die Ausstellung aufgrund der Vogelgrippe auf die beliebten Küken verzichten muss.

Benedict Hotz, stellvertretender Direktor des Natur-Museums Luzern, sagt: «Wir gehen heute davon aus, dass das Verbot nur bis Ende März gilt. Wenn dem so ist, tangiert es uns nicht. Wir können die Bibeli also vermutlich wie geplant ausbrüten und dem Publikum präsentieren.» Da man die Eier kurzfristig besorge, sei das Natur-Museum flexibel. «Werden die Schutzmassnahmen verlängert, könnten wir rechtzeitig reagieren», sagt Hotz.

Bund strahlt Zuversicht aus

Die Chance, dass die Osterküken im Natur-Museum wie vorgesehen ausschlüpfen, ist gross. Nathalie Rochat, Mediensprecherin des BLV: «Die Situation in Europa ist zwar noch akut, aber die Verlängerung der Schutzmassnahmen in der Schweiz bis Ende März ist grosszügig gerechnet.» Sie geht davon aus, dass sich die Lage bis dahin beruhigt. Garantien gäbe es aber keine. Sollten die Schutzmassnahmen über den 31. März hinaus verlängert werden, hätte das Natur-Museum Luzern eine Alternative. Wie die aussieht, will Benedict Hotz nicht im Detail verraten. «Wir würden einfach ein anderes attraktives Programm machen, bei dem wir auf lebende Hühner verzichten.»

Im November 2016 wurde das Vogelgrippe-Virus vom Subtyp H5N8 bei toten Wasservögeln am Bodensee festgestellt. Kurz danach kamen zwei weitere Fälle am Genfersee hinzu. Auch in der Zentralschweiz wurden Fälle entdeckt. Um die Ansteckung von Hausgeflügel zu verhindern, hat das BLV die ganze Schweiz per 16. November 2016 als Kontrollgebiet festgelegt. Deshalb gelten auch im Kanton Luzern einschränkende Bestimmungen für den Auslauf von Geflügel sowie Schwimm- und Laufvögeln.

Die Schutzmassnahmen beinhalten, dass Gänse, Enten und Laufvögel vom übrigen Hausgeflügel getrennt gehalten werden müssen. Bei Geflügelhaltungen mit mehr als 100 Hühnervögeln sind die Halter verpflichtet, Aufzeichnungen zu auffälligen Tieren und besonderen Krankheitssymptomen zu machen und gegebenenfalls den Veterinärdienst zu informieren. Das Virus ist nach heutigen Erkenntnissen nicht auf Menschen übertragbar.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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