NATURGEFAHREN: Abbruch von Häusern in evakuiertem Gebiet gestartet

Nach der Umsiedlung von zwölf Personen in einem Steinschlaggebiet in Weggis beginnt am Montag der Abbruch von vier Häusern. Die Abrissarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Jahr.

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Bis Mitte November ist der Fels abgetragen. (Bild: Gemeinde Weggis)

Bis Mitte November ist der Fels abgetragen. (Bild: Gemeinde Weggis)

Ein fünftes Haus im Gebiet Horlaui bleibt vorläufig stehen. Die Bewohner hatten gegen die Abbruchverfügung der Gemeinde Beschwerde eingelegt. Über diese muss nun das Kantonsgericht entscheiden.

Die Gebäude werden mit schwerem Gerät zurückgebaut, wie es in der Mitteilung heisst. Zum Einsatz kommen sollen ein Hochbaukran sowie Helikopter.

Während der Rückbauarbeiten wird die Kantonsstrasse zwischen Weggis und Vitznau einspurig geführt. Der Streckenabschnitt wird überwacht und bei Gefahr vorübergehend geschlossen.

Während der vergangenen zwei Monaten waren im Felssturzgebiet Horlaui bereits Felspartien abgetragen und gesichert worden. Die Arbeiten sollen bis Mitte November beendet werden.

06.11.2014: Die ersten Häuser in der Horlaui werden abgerissen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Während der letzten beiden Monate wurden die gefährlichsten Stellen an der Horlaui abgetragen und gesichert. (Bild: Gemeinde Weggis)
Der Fels wird abgetragen. Bis Mitte November sind die Arbeiten abgeschlossen. (Bild: Gemeinde Weggis)
Einblick in die Geologie oberhalb der Laugneri. (Bild: Gemeinde Weggis)
Hämmern der Presslufthammer oberhalb der Horlaui in Weggis. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die rot eingezeichneten Punkte zeigen, wo Arbeiten gemacht werden müssen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Ingenieur Alois Käslin erklärt die Baustelle. Die Firma Gasser baut oberhalb der Horlaui instabile Felsformationen ab. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Dieser lose Felsbrocke mussen abgetragen werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Mit schwerem Gerät wird der Fels abgetragen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die Spezialisten sind hoch über dem Vierwaldstättersee am Werk. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
4. Juli 2014: Beste Aussicht auf den Vierwaldstättersee, doch diese Häuser müssen weg. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Ab dem 1. August sind die Häuser nicht mehr bewohnbar. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Die Felsen oberhalb des Gebiets Horlaui drohen in absehbarer Zeit auf die Häuser zu donnern. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
An mehreren Felspaketen – hier im Bild die Formation H 16 – direkt oberhalb der Wohnhäuser im Gebiet Horlaui besteht dringender Handlungsbedarf. (Bild: pd)
H 16 seitlich: Die potentiell kurzfristig bis plötzlich auftretenden Sturzenergien würden Wohnhäuser zerstören – mit möglicher Todesfolge für Bewohnerinnen und Bewohner. (Bild: pd)
Das Gebiet Horlaui zwischen Hinder Rüti und Riedsortegg, im Osten der Gemeinde Weggis Richtung Vitznau. (Bild: pd)
Die Stabilitätsreserven mehrerer Felsobjekte – hier die Formation H 8 – werden als äusserst gering bezeichnet. (Bild: pd)
Die Horlaui im Frühjahr 2014: Einblick vom See her auf das Gefahrengebiet. (Bild: pd)

06.11.2014: Die ersten Häuser in der Horlaui werden abgerissen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Anfang Juli hatte der Gemeinderat von Weggis angekündigt, dass die Bewohner von fünf Wohnhäusern im Gebiet Horlaui oberhalb des Vierwaldstättersees ihre Unterkunft bis Ende Monat verlassen müssen und sie danach nicht mehr betreten dürfen.

Die Häuser im Steilhang am Fuss der Rigi sind gemäss Behörden akut von Steinschlägen bedroht und sollen abgerissen werden. Alle Bewohner mussten inzwischen ihre Häuser verlassen. Einzelne hatten sich vergeblich vor Gericht gegen die Zwangsumsiedlung gewehrt.

Der Gemeinderat erachtet die drastische Massnahme im Gebiet Horlaui als sicherste und günstigste Variante im Schutz vor Naturgefahren. Die Umsiedlung, die Felssicherungen und der geplante Abbruch der Häuser sowie die Entschädigungen für die Bewohner belaufen sich gemäss Schätzungen von Weggis im Sommer auf rund sechs Millionen Franken. (sda)