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NATURGEFAHREN: Das kostet der Schutz vor Fluten

Der Schutz vor Überschwem­mungen kostet Kanton und Gemeinden Millionen. Eine Auflistung zeigt nun Details.
Am 7. Juni dieses Jahres kam es in Dierikon zu schweren Unwettern. Im Bild ist das Quartier Dörfli zu sehen. (Bild Corinne Glanzmann)

Am 7. Juni dieses Jahres kam es in Dierikon zu schweren Unwettern. Im Bild ist das Quartier Dörfli zu sehen. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Hochwasser im August 2005 trifft den Kanton Luzern hart. Die Unmengen von Regen, welche innert weniger Tage fallen, richten Schäden in der Höhe von 590 Millionen Franken an. Schweizweit sterben sechs Menschen. Auch der 7. Juni dieses Jahres ist ein schwarzer Tag: In Dierikon tritt nach einem Gewitter der Götzentalbach über die Ufer. Er richtet immense Schäden an, eine Mutter und ihre Tochter ertrinken.

Nach solchen Unwettern wurden immer wieder Schutzmassnahmen gefordert und teilweise auch realisiert. Doch noch längst sind nicht alle Massnahmen im Trockenen (Ausgabe vom 19. August). Nun hat der Luzerner Regierungsrat aufgrund einer Anfrage von Kantonsrat Ruedi Amrein (FDP, Malters) aufgelistet, wie viel die Massnahmen für den Schutz vor Naturgefahren den Kanton und die Gemeinden kosten. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Kanton demnach 245 Millionen Franken in solche Schutzmassnahmen investiert. Am meisten Geld floss dabei in den Hochwasserschutz der Kleinen Emme und der Reuss, nämlich 57 Millionen Franken. Die Instandstellung der Reusswehranlage in Luzern schlug mit 22,8 Millionen Franken zu Buche. Für Schutzmassnahmen im Gebiet Laui Sörenberg wurden 18,15 Millionen Franken in die Hand genommen. Hinzu kamen diverse kleinere Projekte.

Wer zahlt wie viel?

Wer wie viel der Kosten für Schutzmassnahmen zu übernehmen hat, ist nach einem exakt definierten Schlüssel aufgeteilt. Demzufolge beteiligt sich der Bund bei Projekten von Schutzmassnahmen vor Hochwasser mit 35 Prozent an den Kosten, der Kanton mit 25 Prozent, und die betroffenen Gemeinden übernehmen die restlichen 40 Prozent. Der Bund kann von dieser Vorgabe allerdings abweichen: Für Einzelprojekte, welche teurer als 5 Millionen Franken sind, richtet der Bund seit 2008 einen Maximalbeitrag bis zu 45 Prozent aus.

Dies ist voraussichtlich beim Projekt zum Hochwasserschutz und Renaturierung der Kleinen Emme der Fall. Die Gefahren des Flusses sollen etappenweise bis 2026 entschärft werden. Angesichts der hohen Kosten von voraussichtlich 162 Millionen Franken sowie der Bedeutung des Projekts wurde der Anteil der Gemeinden Emmen und Luzern auf 25 Prozent reduziert. Will heissen, dass beide Gemeinden je 12,5 Prozent der Kosten zu tragen haben und folgerichtig der Kanton die restlichen 30 Prozent.

Noch grosszügiger zeigt sich der Bund beim Projekt zum Schutz vor der Reuss. Es ist die Rede davon, dass der Bund 80 Prozent der Kosten von 167 Millionen Franken übernehmen wird. Die restlichen 20 Prozent werden gemäss dem normalen Schlüssel aufgeteilt: Das heisst, dass die betroffenen Gemeinden 20,55 Millionen Franken und der Kanton 12,85 Millionen Franken zu tragen haben. Die Massnahmen sehen vor, dass entlang der Reuss zwischen dem Reusszopf bis zur Kantonsgrenze in Honau der Hochwasserschutz komplett erneuert wird.

Willisau auf Platz 1

Die Antwort der Regierung auf die Anfrage von Kantonsrat Ruedi Amrein zeigt auch auf, wie viel die Luzerner Gemeinden zwischen 2006 und 2014 für Hochwasserschutzmassnahmen ausgaben. Obenauf schwimmt Willisau. Das Städtli investierte rund 8,8 Millionen Franken. Dieses Geld floss vor allem in den Schutz vor der Enziwigger. Für knapp 25 Millionen Franken wurde ein Entlastungskanal für den Bach gebaut. Kriens investierte am zweitmeisten in den Hochwasserschutz, nämlich 2,5 Millionen Franken. Auch Flühli und Luzern knackten die 2-Millionen-Grenze.

Flühler zahlen pro Kopf am meisten

Wenn die Kosten auf die Einwohner heruntergebrochen werden, zeigt sich, dass Flühli Spitzenreiter ist. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2014 bezahlte jeder Flühler 1241 Franken für den Hochwasserschutz. Dies ist vor allem der relativ niedrigen Einwohnerzahl von 1874 Personen geschuldet. Willisau hat mit den Kosten für die Zähmung der Enziwigger erwartungsgemäss ebenfalls hohe Kosten pro Einwohner zu verzeichnen. Mit 1169 Franken pro Person zahlten die Willisauer am zweitmeisten für den Hochwasserschutz im Kanton.

Für die noch anstehenden Projekte schreibt der Regierungsrat, dass die Einwohner von Honau pro Person wohl am meisten zu berappen haben werden, nämlich 2686 Franken, gefolgt von Gisikon mit 2050 Franken pro Person.

Matthias Stadler

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