NATURGEFAHREN: Felsabbau im Gebiet «Horlaui» hat begonnen

Nach der Umsiedlung von zwölf Personen in einem Steinschlaggebiet in Weggis haben am Mittwoch die Arbeiten zum Abbau der Felsen begonnen. Im Gebiet Horlaui stehen dafür Helikopter im Einsatz. Die darunterliegende Kantonsstrasse wird bei Gefahr vorübergehend gesperrt.

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Das Gebiet Horlaui in Weggis ist akut vom Steinschlag bedroht. (Bild: Keystone)

Das Gebiet Horlaui in Weggis ist akut vom Steinschlag bedroht. (Bild: Keystone)

Zunächst würden die Zugänge zu den Arbeitsplätzen realisiert und die Felsen für den Abbau vorbereitet, teilte die Gemeinde Weggis am Mittwoch mit. Danach würden die entsprechenden Felstürme abgebaut. Die Felsmassen werden per Helikopter ausgeflogen. Die Flugrouten führen gemäss Angaben der Gemeinde über unbewohntes Gebiet.

Die Bauarbeiten sollen rund zwei Monate in Anspruch nehmen. Die genaue Dauer hänge vom Wetter ab und von möglichen weiteren instabilen Felspartien, die im Gelände bisher nicht einsehbar waren.

Die Kantonsstrasse zwischen Weggis und Vitznau wird im entsprechenden Abschnitt überwacht. Sie soll bei drohenden Gefahren gesperrt werden.

Anfang Juli hatte der Gemeinderat von Weggis angekündigt, dass die Bewohner von fünf Wohnhäusern im Gebiet Horlaui oberhalb des Vierwaldstättersees ihre Unterkunft bis Ende Monat verlassen müssen und sie danach nicht mehr betreten dürfen.

Die Häuser im Steilhang am Fuss der Rigi sind gemäss Behörden akut von Steinschlägen bedroht und sollen abgerissen werden. Alle Bewohner haben inzwischen ihre Häuser verlassen. Zwei davon reichten Beschwerde ein.

Der Gemeinderat erachtet die drastische Massnahme im Gebiet Horlaui als sicherste und günstigste Variante im Schutz vor Naturgefahren. Die Umsiedlung, die Felssicherungen und der geplante Abbruch der Häuser sowie die Entschädigungen für die Bewohner belaufen sich gemäss Schätzungen von Weggis auf rund sechs Millionen Franken. (sda)