Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NATURGEFAHREN: Widerstand gegen Öffnung des Dorfbachs in Buttisholz

Der Dorfbach soll nach Möglichkeit offengelegt werden. Grundeigentümer müssen deshalb mit Einschnitten rechnen. Notwendigkeit oder Zwängerei? Darüber muss nun das Bundesgericht entscheiden.
Druck

Druck

Es gibt Gemeinden, die besonders oft mit Hochwasser kämpfen müssen. In der Vergangenheit zählte Buttisholz definitiv dazu. So kam es etwa 2003, 2005, 2007, 2009, 2010 und 2013 zu Überschwemmungen. Seither wurden jedoch Massnahmen beschlossen, um dem entgegenzuwirken. Für rund 8 Millionen Franken wurden und werden diverse Hochwasserschutzprojekte realisiert. Bereits 2014 ist im Gebiet Fürti ein Hochwasserrückhaltebecken entstanden.

Zudem sollen auch Bäche ausgebaut werden und dort, wo sie heute noch unter Boden fliessen, nach Möglichkeit geöffnet werden. Im Gebiet Oberdorf gibt es jedoch eine umstrittene Stelle, die nun von Bundesrichtern beurteilt werden muss.

Dorfbach fliesst direkt unter Gebäude durch

Heute fliesst der Dorfbach direkt unter der Pumpenbaufirma von Josef Aregger durch (siehe Karte). Gemäss Projektplan soll dieser nun umgeleitet und, statt wie heute unterirdisch, offen entlang der Grundstücksgrenze von Areggers Wohn- und Geschäftsgebäude fliessen. «Dies würde eine rund zweieinhalb Meter breite Schneise in das Grundstück fräsen», sagt Josef Aregger. Dies würde nicht nur ihn und seine Firma tangieren, sondern auch die Familien mit den Kindern, die im selben Gebäudekomplex wohnen: «Es ist die einzige Grünfläche hier. Es wären eine Spielwiese und ein natürlicher Garten, die wegfallen würden», argumentiert Aregger. «Zudem würde auch der ganze Platz wegfallen, den wir heute für die Lagerung von Altmetall und Altmaschinen und zum Wenden von grösseren Lastwagen brauchen.» Dies habe ihn und seinen Vater, Josef Aregger senior, zum Gerichtsgang bewogen. Aregger senior ist der Grundstückbesitzer. «Wir sind absolut für den Hochwasserschutz und wollen kein Projekt unnötig blockieren», betont Aregger. Man sei aber der Überzeugung, dass ihr Anliegen bisher nicht fair behandelt worden sei.

Kantonsgericht hält Öffnung für «zumutbar»

Das Teilprojekt, das die umstrittene Bachöffnung beinhaltet, wurde im Herbst 2015 vom Luzerner Regierungsrat bewilligt. Bei ebendiesem legten die Areggers in der Folge Beschwerde ein. Nachdem der Regierungsrat die Beschwerde ablehnte, reichte man beim Kantonsgericht eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein. Diese wurde im vergangenen Januar abgewiesen. Die Öffnung des Bachlaufes in diesem Bereich sei zumutbar. Nun also ziehen die Areggers ihre Beschwerde vors Bundesgericht. «Der Entscheid dazu ist uns nicht leichtgefallen», sagt Aregger. «Die Begründungen des Kantonsgerichts waren uns aber schlicht zu widersprüchlich.» Insbesondere werde im Urteil wiederholt die Notwendigkeit der Renaturierung des Flusses ins Feld geführt. «Der gesunde Menschenverstand lässt mich daran aber zweifeln.» So würde der Bach zwar offengelegt, aber immer noch in einem betonierten Kanal verlaufen. «Ob das dann natürlicher und sinnvoller ist als Garten, Wiese und Spielplatz, die heute dort stehen, muss man sich schon fragen. Wir empfinden es schlicht als Zwängerei.»

Beim Kanton ist die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (VIF) für das Projekt verantwortlich. Der in Frage gestellte Bachabschnitt verlaufe heute in «unterdimensionierten Rohren», heisst es auf Anfrage. «Die geplante Öffnung dient dem Zweck, ein hundertjährliches Abflussereignis durchleiten zu können», so Urs Zehnder, Leiter der Abteilung Naturgefahren beim VIF.

Die Areggers plädieren jedoch für eine Lösung, die den Fluss weiterhin im Untergrund belassen würde. Dies ist je nach Siedlungsdichte auch möglich. Es liegt nun an den Bundesrichtern, in letzter Instanz den Fall zu beurteilen und zu entscheiden.

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.