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Naturkegelbahn im Krienser Hochwald muss definitiv weg

Ein runder Tisch für die Rettung der beliebten Anlage beim Naturfreundehaus kommt nicht zu Stande. Somit ist klar: Nach der Sommersaison beginnt der Abriss – obwohl Pro Natura für einen Alternativstandort offen gewesen wäre.
Christian Glaus
Die Kegelbahn beim Naturfreundehaus auf der Krienseregg muss bis Ende Jahr abgerissen werden. (Bild: Roger Grütter, 19. November 2017)

Die Kegelbahn beim Naturfreundehaus auf der Krienseregg muss bis Ende Jahr abgerissen werden. (Bild: Roger Grütter, 19. November 2017)

Alle Rettungsversuche sind gescheitert, die beliebte Kegelbahn beim Naturfreundehaus im Krienser Hochwald muss weg. Diese Hiobsbotschaft überbringt der Krienser Gemeinderat in einem Bericht zuhanden des Parlaments. Darin legt er dar, weshalb er den Auftrag des Einwohnerrats nicht erfüllen kann, sich für den Erhalt einzusetzen.

Rückblende: Am 28. November 2017 berichtete unsere Zeitung, dass die in den 1970er-Jahren erstellte Naturkegelbahn abgerissen werden muss, weil sie von den Behörden nie bewilligt worden war. Das Baugesuch, welches die Gemeinde nachträglich verlangt hatte, konnte nicht bewilligt werden. Grund: Die Kegelbahn steht im Schutzgebiet.

Gemeinde wollte Kegelbahn dulden

Die Gemeinde war zwar bereit, diese zu dulden, weil sie seit über 40 Jahren besteht. Dagegen reichte aber Pro Natura Beschwerde ein. Aussergerichtlich einigten sich Pro Natura und die Besitzer, dass die Kegelbahn abgerissen wird. Das Prozessrisiko war den Besitzern zu hoch.

In der Folge wurde die Politik aktiv. Einwohnerrat Patrick Koch (SVP) verlangte, dass sich die Gemeinde für die Rettung der Kegelbahn einsetzt – vergebens, wie der Gemeinderat nun schreibt: «Pro Natura erklärte sich bei mehreren Kontaktaufnahmen nur zum Gespräch bereit, wenn über eine Verlegung der Anlage gesprochen werde.» Doch dies ist laut Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) kaum möglich: «Dafür im Hochwald eine Baubewilligung zu erhalten, ist aussichtslos.» Senn bedauert, dass der runde Tisch nicht zu Stande gekommen ist. «Aber wir müssen das respektieren, wir können Pro Natura nicht zwingen.» Aus Sicht der Gemeinde bestehen keine Handlungsoptionen mehr.

«Es grenzt an ungeheuerliche Arroganz, dass Pro Natura den runden Tisch mit der Gemeinde und den Eigentümern platzen lässt.»

Kein Verständnis für das Vorgehen von Pro Natura hat Patrick Koch: «Es grenzt an ungeheuerliche Arroganz, dass Pro Natura den runden Tisch mit der Gemeinde und den Eigentümern platzen lässt.» Dass Pro Natura einen Verbleib der Kegelbahn selbst mit ökologischer Aufwertung am bestehenden Standort ablehne, sei unverständlich.

Judith Fux hat das Naturfreundehaus 2015 mit Christian Tschümperlin übernommen und führt dieses als Berg-Beizli. Auf Anfrage sagt Fux, sie habe auf ein Wunder gehofft, nachdem sich die Politik eingeschaltet hatte. Die Sache sei für sie nun erledigt. «Die Kegelbahn wird nach der Sommersaison abgebrochen, voraussichtlich im November oder Dezember.» Bis Ende dieses Jahres muss die Anlage verschwunden sein. Das schreibt die Abmachung mit Pro Natura vor.

Pro Natura spielte Ball an Gemeinde zurück

Samuel Ehrenbold, Geschäftsführer von Pro Natura Luzern, erklärt die harte Linie gegenüber der Naturkegelbahn: «Sie steht in einem Hochmoor und in einer Schutzzone gemäss Schutzverordnung Hochwald, dort darf sie nicht bleiben.» Dass der Kanton die Kegelbahn im Wald oder in der Landwirtschaftszone nicht bewilligen würde, zeige, dass eine solche Baute in einem Schutzgebiet erst recht nicht akzeptiert werden könne.

Für Pro Natura wäre eine Verlegung in den Bereich eines Spielplatzes denkbar gewesen. Mit der Aufforderung, einen Ersatzstandort zu suchen, habe man den Ball an die Gemeinde zurückgespielt, so Ehrenbold. «Ich hatte aber nie den Eindruck, dass sie einen anderen Standort suchen wollte.»

Pro Natura wurde heftig kritisiert

Die Naturschutzorganisation hat sich mit ihrem Vorgehen gegen die Naturkegelbahn einige Kritik eingehandelt. «Es gab Leute, die heftig reagiert haben. Man hat uns vorgeworfen, mit einer kleinlichen Argumentation den Abriss zu verlangen», sagt Ehrenbold. Es hätten sich aber auch Personen gemeldet, welche das Vorgehen unterstützen. Ob die Organisation einen Imageschaden erlitten hat, kann er nicht beurteilen. Ehrenbold betont aber: «Unsere Argumentation ist sachlich und stützt sich auf geltendes Recht. Es gehört zu unseren Aufgaben, für einen vollumfänglichen Moorschutz einzustehen.»

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