Naturschutz
In Kriens entsteht neuer Lebensraum für die bedrohte Geburtshelferkröte

In der Krienser Bodenmatt wird ein Larvengewässer gebaut. Dieses soll zwei Populationen der Geburtshelferkröte vernetzen und damit deren Bestände sichern.

Pascal Linder
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Die Geburtshelferkröte – auch als Glögglifrosch bekannt – gehört zu den stark gefährdeten Amphibien in der Schweiz. Unverkennbar sind die glockenählichen Rufe der Männchen. Doch diese Rufe verstummen immer mehr – die Bestände nehmen ab. Der natürliche Lebensraum der Kröte schwindet und eine Pilzkrankheit gefährdet die Tiere zusätzlich. Um den immer kleiner werdenden Beständen entgegenzuwirken, soll die Geburtshelferkröte in der Krienser Bodenmatt einen sicheren Lebensraum mit besten Bedingungen zur Fortpflanzung erhalten.

Eine männliche Geburtshelferkröte, die eine Eischnur um die Hinterbeine gewickelt hat.

Eine männliche Geburtshelferkröte, die eine Eischnur um die Hinterbeine gewickelt hat.

Bild: PD

Im Rahmen eines Artenhilfsprogramms des Kantons Luzern wird dort ein Larvengewässer gebaut. Andreas Tschopp ist Biologe bei der Firma Schmidhof AG und zuständig für die Planung und Konzeption des Larvengewässers. Über die hiesigen Geburtshelferkröte-Bestände sagt er:

«Am Pilatus-Nordhang gibt es noch schöne Populationen. Das Ziel ist es, dass diese längerfristig ohne unsere ständige Hilfe erhalten bleiben.»

Zwei Populationen vernetzen

Im Raum Grisigen in Horw gebe es eine grosse Population von Geburtshelferkröten, im Krienser Gebiet Kreuel eine kleine. Mit dem rund 60 Quadratmeter grossen Teich in der Bodenmatt wolle man die beiden Populationen vernetzen. Einen Trittstein setzen, wie es in der Fachsprache heisst. Um die Bestände längerfristig zu sichern, sei es wichtig, viele Lebensräume miteinander zu vernetzen, so der Biologe.

Der Standort in der Bodenmatt sei optimal – er befindet sich zwischen den beiden Populationen und ein kleiner Entwässerungsgraben sorge stets für Frischwasserzufuhr. Gebaut wird der Teich auf dem Land von Bauer Thomas Buholzer. Er lasse den Teich gerne auf seinem Grundstück bauen, wenn er damit zur Erhaltung des Geburtshelferkröten-Bestands beitragen könne, sagt er.

Kröten legen Eier nicht im Wasser ab

Die Geburtshelferkröte habe eine komplizierte Biologie, erklärt Andreas Tschopp, weshalb Landlebensräume und Larvengewässer nahe beieinander sein müssen. Im Gegensatz zu anderen Amphibien paaren sich die Geburtshelferkröten an Land und legen die Eier nicht direkt im Wasser ab. Erst wenn die Kaulquappen ihre Schlupfreife erreicht haben, begibt sich das Männchen mit dem Gelege zum Gewässer, wo die Quappen nach dem Wasserkontakt schlüpfen. Rund um den Teich in der Bodenmatt sollen genügend geeignete Kleinstrukturen geschaffen werden, welche den Tieren auch im Winter Unterschlupf bieten.

Das Baugesuch für das Larvengewässer lag kürzlich bei der Stadt Kriens öffentlich auf, die Bewilligung liegt noch nicht vor. Die Umsetzung soll voraussichtlich im Herbst erfolgen. Die Kosten für das Projekt werden laut Tschopp auf insgesamt rund 19'000 Franken geschätzt.