Neben dem Bahnhof Emmenbrücke sollen 120 neue Wohnungen entstehen

Das Gebiet Emmenbaum zwischen Viscosistadt und dem Bahnhof Emmenbrücke soll mittelfristig erneuert werden. Geplant ist ein verdichtetes, städtisches Quartier.

Stefan Dähler
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Mehrere Gebäude im Emmenbaum sind in die Jahre gekommen. Nun soll das Gebiet verdichtet und «qualitativ hochwertig» weiterentwickelt werden, teilt die Gemeinde Emmen mit. In einem Workshop-­Verfahren mit Beteiligung von Grundeigentümern, Experten und der Gemeinde habe man in den vergangenen Jahren ein Richtprojekt geschaffen und nun eine Planungsvereinbarung abgeschlossen. Hier sehen Sie, wo das Areal liegt:

Bild: Gemeinde Emmen; Bearbeitung: Oliver Marx

Das Gebiet Emmenbaum verteilt sich auf fünf Grundeigentümer. «Es ist ein wichtiger Schritt, dass wir uns nun mit ihnen auf Entwicklungsgrundlagen einigen konnten», sagt der Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP):

«Es ist ein sehr zentraler Ort, einige Gebäude sind schon sehr alt. Künftig wird dieses Gebiet einen schönen, städtischen Charakter haben.»

Vorgesehen sind rund 120 Wohnungen sowie 3000 Quadratmeter Gewerbe- und Dienstleistungsflächen. Diese verteilen sich auf sechs knapp 30 Meter hohe Gebäude. Dazwischen sind öffentliche Fusswege zwischen dem Bahnhof Emmenbrücke und der Viscosistadt sowie ein «gemeinschaftlicher Hofraum» geplant, heisst es in der Mitteilung weiter. «Breite Gehbereiche und Baumreihen» sollen für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen.

Gartenterrassen in luftiger Höhe

Weil die Bebauung sehr dicht konzipiert ist, sind Gartenterrassen auf den Sockelgeschossen geplant, die von den Bewohnern genutzt werden können. Die darüberliegenden Geschosse weisen darum einen kleineren Umfang auf als die Sockel. Hier ein Modell dieser Bauweise:

Visualisierung: Gemeinde Emmen

Die Zahl der Parkplätze steht noch nicht fest, soll «unter der Berücksichtigung der ausgezeichneten Lage» mit Nähe zum öffentlichen Verkehr «bewusst tief gehalten» werden. Geplant ist eine gemeinsame Einstellhalle, deren Erschliessung zukünftig über die Bahnhofstrasse erfolgen soll.

Für die Erarbeitung dieses Konzepts sind drei Architekturteams beigezogen worden, heisst es weiter in der Mitteilung. Das Beurteilungsgremium, bestehend aus externen Fachleuten und Vertretern der Gemeinde, habe sich dann für das Projekt der Planergemeinschaft Mirlo Urbano/Brühlmann Loetscher, Zürich, und Lorenz Eugster Landschaftsarchitekt und Städtebau, ebenfalls aus Zürich, entschieden. Dieses Konzept ermöglicht «die Realisierung eigenständiger Bauprojekte, welche allerdings klare Verwandtschaften aufweisen sollen». Dies etwa durch die festgelegten Baubereiche für Sockel und Hochbau sowie durch «eine kohärente Fassaden- und Dachgestaltung». So könnte die Überbauung künftig aussehen:

Visualisierung: Gemeinde Emmen

Bebauungsplan könnte 2022 in Kraft treten

Der nächste Schritt ist nun, einen grundeigentümerverbindlichen Bebauungsplan zu erstellen, der gegen 2022 in Kraft treten soll. Das dafür notwendige Verfahren habe bereits im Juni begonnen. Wann die Bauarbeiten beginnen, ist noch offen. «Es besteht keine Pflicht, die bestehenden Gebäude abzureissen», sagt Josef Schmidli. «Der Zeitplan hängt von den Plänen der jeweiligen Eigentümer und der wirtschaftlichen Lage ab. Höchstwahrscheinlich werden die Bauten in Etappen erstellt.» Schmidli rechnet bereits ab 2023 mit ersten Bauprojekten.

Heute befinden sich im Gebiet Emmenbaum unter anderem die Landi und ein Getränkemarkt. Solches sollen auch in Zukunft möglich sein, sagt Schmidli. «In den Erdgeschossen sind keine Wohnungen vorgesehen, sondern publikumsorientierte Nutzungen.»

Weitere Informationen finden Sie hier.