Neben dem Regionalen Eiszentrum Luzern entsteht vielleicht bald ein Hotel

Ein bis jetzt leerstehendes Grundstück neben der Eishalle soll überbaut werden. Damit soll der Betrieb des Eiszentrums langfristig gesichert werden.

Hugo Bischof
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Hier, auf dem zurzeit leerstehenden Areal südwestlich der Eishalle, soll eine Überbauung entstehen.

Hier, auf dem zurzeit leerstehenden Areal südwestlich der Eishalle, soll eine Überbauung entstehen.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. Mai 2020)

Das Regionale Eiszentrum Luzern weist ein strukturelles Defizit von jährlich 300'000 bis 400'000 Franken auf. Um den kostenintensiven Betrieb langfristig zu sichern, soll die Regionale Eiszentrum AG Luzern (REZ) nun die Möglichkeit erhalten, das Grundstück südwestlich der Eishalle an der Tribschenstrasse von einem privaten Investor entwickeln zu lassen. Luzerns Stadtrat will dafür die planerischen und privatrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Das teilte er am Freitag vormittag mit.

Das Areal steht zurzeit leer

Das Areal steht zurzeit leer. Die Eiszentrum AG vermietet es zeitweise, etwa für Anlässe wie das Streetfood Festival. Zur geplanten Überbauung hält der Stadtrat fest: «Im Rahmen eines Investorenmodells soll ein Gebäude entstehen, das einen Ertrag abwirft, welcher der Regionalen Eiszentrum AG (REZ) einen finanziell tragbaren Eissportbetrieb ermöglicht.»

Im Vordergrund stehe dabei ein Hotelbetrieb, sagt Stadtpräsident Beat Züsli: «Auch eine Büronutzung wäre denkbar.» Auch für Philipp Studhalter, den Präsidenten der REZ AG, steht eine Hotelnutzung im Vordergrund:

«Ein Hotel im Drei-Sterne-Bereich ist im Event-Bereich in Luzern ein grosses Bedürfnis.»

Dessen Einzugsgebiet könnte bis zur Messe Luzern mit ihren zahlreichen Konferenzen und Meetings reichen, sagt Studhalter, der die REZ AG seit 2014 präsidiert; seit 2016 ist er auch Präsident der FCL Innerschweiz AG.

Gemäss Stadtrat ist geplant, der REZ AG auf diesem Grundstück (siehe Bild) ein selbständiges und dauerndes Baurecht einräumen.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. Mai 2020)

Diese erhält somit die Möglichkeit, einem Investor ein Unterbaurecht zu vergeben für die Projektierung, Realisierung und den Betrieb einer Nebennutzung. Die REZ sei bereits mit möglichen Interessenten in Kontakt, sagt Stadtpräsident Züsli. Das bestätigt REZ-Präsident Studhalter. Namen will er aber noch keine nennen: «Dafür ist es noch zu früh.»

Die Stadt besitzt 46,55 Prozent der Aktien der REZ AG. Damit ist gemäss Stadtpräsident Züsli sichergestellt, dass die Stadt angemessen Einfluss nehmen und ihre Interessen wahren kann.

Baurechtszins von 300'000 Franken

Die REZ AG wird der Stadt für die Nutzung des Baurechts einen jährlichen Baurechtszins von 300'000 Franken zahlen müssen. Erzielt die sie aus der Bebauung des geplanten Unterbaurechts ihrerseits einen höheren Zins, muss sie auch diesen vollumfänglich der Stadt abliefern. Im Gegenzug wird die Stadt der REZ AG künftig zur Mitfinanzierung der Eiskosten einen jährlichen Beitrag von 300'000 Franken zahlen. Finanziell ist es für die Stadt gemäss Stadtpräsident Züsli somit ein Nullsummen-Spiel - «ausser der Unterbaurechtszins ist höher als 300'000 Franken, was der Stadt einen Mehrertrag bescheren würde». Entscheidend sei aber, «dass so der Betrieb des Eiszentrums langfristig gesichert werden kann», betont Züsli. «Dies liegt zweifelsohne im Interesse eines attraktiven Sportangebotes in Luzern, dient aber auch der gesamten Region Luzern.»

Um den städtischen Beitrag von 300'000 Franken für die kommenden zehn Jahre zu sichern, beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit von 3 Millionen Franken. Das Stadtparlament wird darüber voraussichtlich am 4. Juni abstimmen. Zusätzlich braucht es eine Anpassung der Bau- und Zonenordnung (BZO). Das entsprechende Grundstück soll im Rahmen der Teilrevision der BZO Stadtteil Luzern in die Wohn- und Arbeitszone umgezont werden. Auch darüber soll das Parlament am 4. Juni abstimmen.

Vereine in finanziellen Schwierigkeiten

Die Regionale Eiszentrum AG (REZ) ist Eigentümerin und Betreiberin der Eissportanlage auf Tribschen. Sie finanziert sich insbesondere aus Eintritten, Eismieten, Werbeeinnahmen, Veranstaltungen, Einnahmen aus dem Parkhaus sowie Vermietungen. Die beiden Vereine Hockey Club Luzern und Eisklub Luzern sind als Hauptnutzer auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da sie nicht in der Lage sind, die hohen Eiskosten selber zu finanzieren. In der Vergangenheit gab es verschiedene Finanzierungslösungen, an denen sich Stadt Luzern, Kanton Luzern und in unterschiedlichem Ausmass weitere Gemeinden der Region beteiligt haben. Inzwischen haben sich aber Kanton und die Gemeinden der Region weitgehend aus dieser Mitfinanzierung verabschiedet. «Die Vereine geraten dadurch zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten», sagt Stadtpräsident Züsli.

Bereits heute leistet die Stadt Luzern zur teilweisen Beseitigung des strukturellen Betriebsdefizites einen jährlichen Beitrag an die REZ AG. Im Budget 2020 sind dafür 110'000 Franken eingestellt. Die Stadt Luzern unterstützt zudem auch die beiden Vereine Hockey Club Luzern und Eisklub Luzern mit einem jährlichen Beitrag von je 35'000 Franken sowie sporadischen ausserordentlichen Beiträgen.

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